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Zum Vegetarischen: Grüner Veltliner


Ein Spaziergang auf einer Frühlingswiese - das ist für mich der Grüne Veltliner!

Der Weinbau in Österreich hat eine lange Tradition, und seit Ende der 80er Jahre konzentrieren sich die Winzer auch hier - wie in Deutschland - auf den Ausbau trockener Weine von hoher Qualität. Wichtigste Regionen sind die Wachau, das Weinviertel, die Steiermark und das Burgenland. Der Grüne Veltliner ist die wichtigste Rebsorte für Österreich, sonst ist er nur sehr selten anzutreffen. In Österreich jedoch nimmt er 36 Prozent aller Rebflächen ein, dort ist Grüner Veltliner die am meisten angebaute Rebsorte. Leicht zu erkennen ist er an seinem sehr pfeffrigen Aroma, dazu erinnert er an frische Kräuter. Manchmal zeigt er Aromen von Zitrusfrüchten oder Aprikosen. Aber insgesamt muss er eine etwas grünliche Aromatik haben, was ihn auch so pikant und knackig macht.

In Österreich findet man ihn als leichte, unkomplizierte Variante - vor allem in den Heurigen, den Buschenschänken. Aber es gibt ihn auch kraftvoll und majestätisch ausgebaut. Solche Grüne Veltliner kommen vor allem aus der Wachau, und sie halten auch den ganz großen Weißweinen dieser Welt stand! Was bei uns einer trockenen Spätlese oder Auslese-Qualität entspricht, ist dort ein "Smaragd". Zusätzlich gibt es die Bezeichnungen Federspiel (bei uns einem Kabinett entsprechend) und Steinfeder (der Leichteste).

Außer Grünem Veltliner gibt es in Österreich auch noch Frühroten, Roten und Braunen Veltliner. Diese Rebsorten haben eine dunklere Beerenhaut, weniger Säure und weniger Ertrag. Der Frührote Veltliner wird gelegentlich noch in anderen Weinregionen als Frühroter Malvasier angebaut.

Wann trinken? Was viele Weintrinker/ innen unterschätzen: Solche Weine halten sich sehr lange. Kraftvolle Grüne Veltliner reifen mindestens genauso gut wie große Rieslinge und Burgunder, können nach zwanzig Jahren und mehr noch ein ganz großes Erlebnis sein.

Beste Trinktemperatur: 8-10°C.

Nicht nur der Grüne Veltliner ist eine Besonderheit in Österreich. Andere, internationale Rebsorten haben hier andere Namen. Eine kleine Übersetzungshilfe, damit Sie die Weine aus Österreich identifizieren können: Als Blauburgunder wird der Spätburgunder (Pinot Noir) bezeichnet, als Blaufränkisch der Lemberger, und ein Morillon ist ein Chardonnay.

Wo wird er angebaut?

Über die Grenzen Österreichs hat er es kaum geschafft - dort ist der Grüne Veltliner aber die wichtigste Rebsorte. In Niederösterreich, der Wachau und im Kamptal nimmt er mehr als die Hälfte der gesamten Rebfläche ein. In der Region um Wien wird er vor allem in den Heurigen sehr geschätzt. In Tschechien wird er teilweise unter der Bezeichnung "Veltlin Zelené" oder "Veltlinske Zelené" angeboten. In Ungarn heißt er "Zöldveltelini".

Wozu passt er noch?

Natürlich ist er perfekt zu den österreichischen Spezialitäten: Klassisch ist das Wiener Schnitzel oder Gerichte mit Knödeln. Ich setze Veltliner auch gern zu Wok-Gerichten ein. Genial präsentiert er sich zur Kräutersoße, zum Beispiel zu einem Hecht mit Kräutersoße oder der Frankfurter Grünen Soße.

Zu Vegetarischem: Was passt sonst noch?

Ideal sind Weine, die ein kräuteriges Bukett oder etwas grüne Aromen haben, wie Sauvignon Blanc, Müller-Thurgau, Verdejo oder Verdelho. Zu leichten Gerichten wie Salaten harmonieren Silvaner und Weißburgunder. Zu kräftig zubereiteten und Gerichten mit Pilzen schmecken Grauburgunder, Chardonnay oder Weißherbst/Rosé ganz gut. Zu Pasta mit einer Gorgonzola-Soße (Blauschimmelkäse) finde ich Weine mit Restsüße ganz prima! Zu kräftigeren Gerichten passen natürlich viele Rotweine gut, am besten fruchtigere wie Schwarzriesling, Portugieser, Spätburgunder, Beaujolais etc.

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Text: Natalie Lumpp

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