Milch von glücklichen Pflanzen

Wer keine Kuhmilch verträgt, braucht dennoch auf Latte macchiato oder Kakao nicht zu verzichten: Milchprodukte auf Soja-, Reis- oder Haferbasis werden inzwischen überall angeboten.

Ihr Vorteil

Alle drei Produkte enthalten weder tierisches Eiweiß noch Milchzucker (Laktose) - das ist wichtig für Allergikerinnen und Diabetiker. Reis- und Sojamilch sind außerdem glutenfrei, das freut Zöliakiepatienten. Da die Drinks pflanzlichen Ursprungs sind, enthalten sie auch garantiert keine Rückstände aus der Tieraufzucht, wie etwa Hormone oder Antibiotika. Und cholesterinfrei sind sie auch noch.

Ihr Nachteil: Sie liefern, im Gegensatz zur Kuhmilch, kaum verwertbares Kalzium. Einige Anbieter setzen das Mineral deshalb zu. Hergestellt werden die Milchersatzdrinks alle drei auf ähnliche Art: Soja, Reis oder Getreide werden gemahlen, eingeweicht, aufgekocht und filtriert, dann pasteurisiert. Da Reis und Getreide einen recht niedrigen Fettgehalt haben, wird noch Pflanzenöl hinzugefügt, damit die Drinks sich emulgieren lassen und ihre weiße Farbe bekommen. Das macht sie einfach sympathischer.

Sojadrink

Hat einen leicht bitteren und würzig-nussigen Geschmack. Gesund ist sein Eiweißgehalt, der mit rund 3,5 Prozent etwa so hoch ist wie der von Kuhmilch. Soja enthält außerdem viele Isoflavone, sekundäre Pflanzenwirkstoffe, denen ebenfalls gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben werden. So bringt Soja u. a. Östrogen in den Körper und beeinflusst den Cholesterinspiegel positiv. Wer in puncto Gentechnik sicher sein möchte, kauft Bio-Qualität. Der Fettgehalt von Sojamilch liegt bei rund zwei Prozent, und 100 ml enthalten etwa 35 kcal.

Haferdrink

Schmeckt leicht süß, vollmundig und dezent nach Hafer. Allerdings enthält er Gluten. Durch den Abbau von komplexen Kohlenhydraten während der Herstellung entsteht außerdem Zucker, der für den süßlichen Geschmack des Produkts verantwortlich ist. Der Eiweißgehalt liegt mit 0,6 Prozent weit unter dem von Kuhmilch und Sojamilch. Dafür liefert Hafer aber viel Eisen, Vitamin E und Folsäure - das tut Vegetarierinnen und Schwangeren richtig gut. Positiv ist auch der Anteil an verdauungsfördernden und sättigenden Ballaststoffen. Und die Fettsäurezusammensetzung im Haferdrink ist besonders gesund. Ein Haferdrink enthält etwa 1,5 Prozent Fett, 100 ml haben etwa 50 kcal.

Reisdrink

Schmeckt sehr mild und leicht nach Reis. Die Zusammensetzung ist vergleichbar mit der vom Haferdrink, lediglich der Eiweißanteil ist mit 0,1 Prozent noch geringer. Je nach Anbieter und verwendeter Reissorte sind diese Reisdrinks aber mitunter wässrig oder leicht schleimig. Der Fettgehalt liegt bei rund 1,5 Prozent, und 100 ml haben etwa 50 kcal.

Fazit

Da die Fertigprodukte im Geschäft mit etwa 1,50 bis 2,50 Euro pro Liter ziemlich teuer sind, lohnt sich vielleicht sogar die Anschaffung eines elektrischen Sojamilchbereiters (der kostet um 200 Euro, z. B. von Vegan Star). Solch ein Gerät kann aus Sojabohnen, Reis oder Getreide ganz einfach in weniger als 30 Minuten immer frisch die Alternativ-Milch machen.

BRIGITTE Heft 05/08 Foto: Thomas Neckermann
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