Warenkunde: Alles über Spargel

Ob weiß, grün oder violett, ob gerade oder krumm. Ob aus Griechenland, Spanien oder deutschen Spargel-Regionen: Je frischer unser Lieblingsgemüse auf den Tisch kommt, desto besser schmeckt es. Alles, was Sie über die fantastischen Stangen sonst noch wissen müssen, erfahren Sie hier.

Die Schönen und die Krummen

Spargel ist nicht gleich Spargel - man unterscheidet nach drei Handelsklassen und vier verschiedenen Sorten:

Die Handelsklasse "Extra" bezeichnet frische, makellose, gleichmäßig dicke Spargelstangen mit geschlossenen Köpfen mit einem Durchmesser von mindestens 12 mm. Die "Handelsklasse I" erlaubt dünnere Stangen, die nicht unbedingt kerzengerade sein müssen. In der "Handelsklasse II" werden auch schon mal hohle, leicht holzige und krumme Exemplare verkauft. Auch bekannt unter der Bezeichnung Bruchspargel. Der eignet sich prima für Cremesuppen.

Weisser Spargel: Er wächst komplett unter der Erde und wird gestochen, wenn sich auf den Beeten kleine Hügel bilden, aber der Spargel an sich noch gar nicht sichtbar ist. Deshalb wird das Spargelbeet nach dem Stechen immer sehr sorgfältig glatt gestrichen. Weißer Spargel schmeckt mild, hat aber von allen Sorten die wenigsten Vitamine. Gut für die klassischen Stangenspargelgerichte aus den Regionen.

Violetter Spargel: Weißer Spargel mit leicht lilafarbenen Köpfen. Die entstehen, wenn sie beim Wachsen Licht bekommen haben. Das passiert oftmals ungewollt, da eine Spargelstange bei optimalem Wetter am Tag immerhin bis zu sieben Zentimeter wachsen kann! Er schmeckt etwas aromatischer als ganz weißer Spargel und leicht bitter.

Grüner Spargel: Er wächst über der Erde, hat deswegen seine grüne Farbe, schmeckt herzhafter und ist schneller gar. Weil er nicht holzig wird, braucht er nur im unteren Drittel geschält zu werden. Gut als Beilage zu Fisch und Fleisch und für Salate.

Thai-Spargel: 1/2-2 cm dünne aromatische grüne Stangen. Er eignet sich für asiatische Gerichte und Salate. Kaufen kann man ihn in gut sortierten Gemüseläden und im Asia-Shop.

Spargel gut gekauft!

Am besten holt man Spargel direkt beim Bauern oder auf dem Wochenmarkt. Dort ergattert man mit Glück auch die beliebten Spargelköpfe, die sich super für Ragout oder kurz gegart im Salat eignen.

Bio-Qualität lohnt sich in jedem Fall, weil dann auch die Schale für eine Brühe ausgekocht werden kann. Wenn Sie nicht sicher sind, wie der Spargel angebaut wurde, werfen Sie die Schale lieber weg.

Frischen Spargel erkennt man an feuchten Schnittenden und geschlossenen Köpfen. Die Stangen sollten beim Aneinanderreiben leicht quietschen.

Zum Aufbewahren grünen Spargel am besten in ein hohes Gefäß mit etwas Wasser stellen, weißen und violetten Spargel in ein feuchtes Küchentuch wickeln. So bleibt er im Kühlschrank mindestens drei Tage frisch.

Spargel kann roh gegessen werden, dann fehlt aber der typische Geschmack, da sich der erst beim Kochen bildet.

Übrigens: In Griechenland wird Spargel seit über 2500 Jahren gegessen. Das Wort Spargel kommt aus dem Griechischen von "asparagos" (bedeutet Stiel oder junger Trieb).

Wunderbar leicht & so gesund

Egal, ob weiß, grün oder violett: Spargel ist gesund und perfekt für die Figur. Er besteht zu 93 Prozent aus Wasser, deshalb haben 100 g Spargel nur 20 kcal und kein Fett. Alle Spargelsorten enthalten die Vitamine A, B1, B2, C, E, Folsäure und viel Kalium, außerdem Phosphor und Kalzium.

Besonders gesund ist grüner Spargel, weil in dieser Sorte durch das Wachsen unter Lichteinfluss Chlorophyll gebildet wird. Das liefert zusätzliches Vitamin C und Carotin.

Spargel wirkt entwässernd und harntreibend. Menschen mit Gicht oder Nierensteinen sollten sich beim Spargelgenuss lieber zurückhalten, da im Spargel viele Purine sind, die Harnsäure bilden.

Bio-Spargel

Wie wird ökologischer Spargel angebaut? Infos zum Hören gibt es im Podcast von Bioland unter www.bioland.de/spargel.

BRIGITTE Heft 08/2007
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