Warenkunde: Kaffee

Nahezu alle Kaffeespezialitäten der Welt werden aus zwei Bohnensorten gemacht: Arabica und Robusta.

Ob deutscher Filterkaffee, türkischer Mokka oder italienischer Espresso - fast alle Kaffeespezialitäten werden aus den beiden Bohnensorten Arabica und Robusta gemacht, wobei Arabica etwa zwei Drittel der Menge ausmacht. Andere Kaffeesorten wie Liberica oder Excelsa haben einen Marktanteil von unter einem Prozent. Dass Kaffee dennoch überall anders schmeckt, liegt an Herkunft, Wetterlage und Röstung der Bohnen. Jedes Land pflegt seine eigenen Vorlieben. Übrigens: Botanisch gesehen handelt es sich beim Kaffee nicht um Bohnen, sondern um die Steinfrüchte der Kaffeekirsche - also eigentlich um Kirschkerne.

Arabica-Kaffee gedeiht besonders gut in tropischen und subtropischen Höhenlagen, z. B. in Brasilien, dem weltgrößten Kaffeeproduzenten, in Kenia, Mexiko und Kolumbien. Er schmeckt hoch aromatisch, voll und zum Teil sehr kräftig. Arabica-Bohnen werden als hochwertige sortenreine Kaffees angeboten oder als Mischungen untereinander. Sehr verbreitet sind auch Mischungen mit Robusta. Im Aussehen unterscheiden sich Arabica und Robusta nur leicht. Die Arabica-Bohne ist größer und gleichmäßiger als die Robusta-Bohne.

Robusta-Kaffee benötigt tropische Klimaverhältnisse und lässt sich sehr gut im Flachland anbauen. Brasilien, aber auch Vietnam, Indonesien, Uganda und die Elfenbeinküste gehören zu den wichtigsten Erzeugerländern. Robusta ist ertragreicher und widerstandsfähiger als der Arabica (daher auch der Name Robusta) und enthält mehr Koffein. Die Bohnen haben ein erdig-herbes bis metallisches Aroma, das pur nicht schmeckt, aber Mischungen mit Arabica perfekt abrundet. Eine gute Espressomischung enthält immer Robusta, denn der sorgt für die schöne Crema. Nur ein einziges Produkt wird ausschließlich aus Robusta erzeugt: der lösliche Kaffee.

Mehr Infos: Viel Wissenswertes zum Tag des Kaffees unter: www.tag-des-kaffees.de Das Pflichtwerk für begeisterte Kaffeetrinkerinnen ist der Band "Kaffee die Zukunft". Auf 360 Seiten steht alles rund um die schwarzen Bohnen, vom Anbau über Kulturgeschichte bis zur chemischen Analyse. 53 Euro, Behr Verlag.

Foto: Thomas Neckermann BRIGITTE Heft 20/2006
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