So solltet ihr Kuchen künftig nicht mehr anschneiden

Die meisten von uns schneiden runden Kuchen zum Servieren in dreieckige Stücke. Doch das bringt einen entscheidenden Nachteil mit sich – und ist wissenschaftlich falsch!

Wenn es darum geht, einen runden Kuchen anzuschneiden, gibt es viele Strategien – und jede hat ihre begeisterten Anhänger – aber tatsächlich gibt es nur eine Richtige! Den Kuchen einmal halbieren, dann in Viertel und schließlich in Achtel aufteilen ist eine Möglichkeit.

Das Messer in der Mitte ansetzen und den Kuchen an einer Stelle bis zur Mitte einschneiden, dann den Kuchen gleichmäßig weiterdrehen und wiederum von der Mitte bis zum Rand schneiden, sodass gleichgroße Stücke entstehen, ist eine andere Möglichkeit. Aber sie sind - wenigstens mathematisch gesehen - beide falsch!

So geht Kuchenschneiden richtig

Wie ihr es besser macht, zeigt Vlogger Brady Haran auf seinem englischsprachigen YouTube-Kanal Numberphile. Wetten, dass ihr einen Kuchen noch nie so angeschnitten habt? Haran fängt im Video etwa bei 2.10 Minuten an, zu schneiden.

Statt also den Kuchen wie gewohnt in Dreiecke zu schneiden, teilt ihr ihn einmal längs und einmal quer und schneidet ihn dann jeweils links und rechts der Mitte noch einmal längs durch. So ergeben sich gleichförmige, schmale Schnitte, die ihr einfach entnehmen könnt. Die verbleibenden Hälften anschließend wieder zusammenschieben und den Vorgang wiederholen.

Warum sollte man Kuchen so schneiden?

Der Vorteil: Der Kuchen kann immer wieder zusammengeschoben werden und trocknet nicht aus, wenn ihr die Reste nach dem Kaffeetrinken in den Kühlschrank stellt. Außerdem werden die Stücke gleichgroß und sind wesentlich handlicher. Funktioniert natürlich nicht bei jeder Art von Kuchen. Sehr weiche, cremige Torten lassen sich zum Beispiel nur schwer schieben und verlieren im schlimmsten Fall ein bisschen Deko. Am besten auf eine rutschige Unterlage stellen und breite Stücke schneiden, die nicht in sich zusammenfallen können.

Die Wissenschaft des Kuchenschneidens

Dass dieses ungewöhnliche Verfahren nicht einfach aus der Luft gegriffen ist, sondern tatsächlich auf wissenschaftlichen Berechnungen basiert, beweist ein Brief aus dem Jahre 1906, der damals beim Wissenschaftsmagazin „Natur“ einging. Und der Autor ist nicht einfach irgendwer: Der britische Naturforscher und Schriftsteller Sir Francis Galton erklärt darin, wie man einen runden Kuchen nach wissenschaftlichen Grundsätzen richtig schneidet.

Der Cousin von Charles Darwin war für seine Vielseitigkeit bekannt und beschäftigte sich neben der Vererbungslehre, der Meteorologie und der experimentellen Psychologie eben auch mit der Wissenschaft des Kuchenschneidens. Wiederentdeckt hat diese kuriose Empfehlung übrigens der britische Mathematiker Alex Bellos, Autor des Buches „The Grapes of Math“.

Sollte es also jemand wagen, euch für eure innovative und höchst korrekte Art, den Kuchen zu schneiden, zu kritisieren, könnt ihr ruhigen Gewissens sagen, dass diese Technik auf soliden wissenschaftlichen Füßen steht, und dann extra viel Schlagsahne aufsprühen ...

Hier gibt es übrigens viele leckere Kuchenrezepte.

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