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Hefe selber machen: So könnt ihr wilde Hefe ansetzen

In vielen Supermärkten ist Hefe aktuell ausverkauft. Wir verraten, wie wir trotzdem nicht auf Brot und Co. verzichten müssen – indem wir einfach unsere Hefe selber machen!

Hefe selber machen: Diese Zutaten benötigt ihr

Hefe kann man in flüssiger Form selber herstellen, als sogenanntes Hefewasser (auch als "wilde Hefe" bekannt). Dafür benötigt ihr nur drei Zutaten:

  • 500 ml lauwarmes Wasser
  • 30 g Zucker (ca. 1 EL)
  • 2 getrocknete Datteln (ungeschwefelt)

Außerdem braucht ihr eine schmale, hohe Flasche, die mindestens einen halben Liter Flüssigkeit fasst und mit einem Schraub- oder Bügelverschluss ausgestattet ist. Sie muss unbedingt sauber sein und darf keine vorherigen Flüssigkeitsreste enthalten.

Anstelle der Datteln könnt ihr auch andere Trockenfrüchte verwenden, wie zum Beispiel getrocknete Aprikosen, Rosinen oder Feigen. Wichtig ist, dass sie eine Schale haben und ungeschwefelt sind. Die Angabe dazu findet ihr auf der Verpackung: Ungeeignet sind Früchte, die Sulfite enthalten oder die als "geschwefelt" gekennzeichnet sind.

Zum Süßen könnt ihr beispielsweise auch Honig, Kokosblüten- oder braunen Zucker verwenden, Zuckeralternativen wie Stevia, Xylit oder Erythrit eignen sich hingegen nicht.

Hefe selber machen: So geht’s

  1. Das lauwarme Wasser und den Zucker in das Gefäß geben, mit dem Deckel verschließen und gut durchschütteln, sodass sich der Zucker auflöst.
  2. Die Datteln hinzufügen und die Flasche an einem warmen Ort (am besten bei 25 °C bis 30 °C Raumtemperatur) acht Tage lang stehen lassen.
  3. Das Hefewasser zweimal täglich (morgens und abends) kräftig durchschütteln. Der Grund dafür: Bewegte und kleine Oberflächen schimmeln nicht und durch das Schütteln wird die Hefe aktiviert.
  4. Anschließend den Deckel vorsichtig öffnen, damit die entstandenen Gase entweichen können (Achtung, das Wasser kann schnell überschäumen) und das Gefäß wieder verschließen.
  5. Nach etwa einer Woche ist das Hefewasser fertig und aktiv. Die Dauer ist unter anderem abhängig von der Temperatur. Wenn das Wasser nach Hefe riecht, sich getrübt hat und viele Blasen aufgestiegen sind, ist es bereit für den Einsatz.

Im Kühlschrank hält sich das Hefewasser bis zu zwei Monate. Wenn es Schimmel ansetzt oder verdorben riecht, solltet ihr es nicht mehr verwenden!

So verwendet ihr die wilde Hefe

Ihr fragt euch, wie ihr die selbst gemachte Hefe nun in einem Rezept verwenden könnt? Ganz einfach: Ihr ersetzt einfach die angegebene Menge Flüssigkeit (Wasser oder Milch) 1:1 durch das Hefewasser – in unserem Grundrezept für Hefeteig wären das beispielsweise 250 Milliliter, bei unserem Pizzateig sind es 200 Milliliter. Dann könnt ihr den Teig wie gewohnt zubereiten. Ihr müsst jedoch beachten, dass der Teig mehr Zeit benötigt, um aufzugehen, weil die Hefe weniger Triebkraft besitzt. Am besten bereitet ihr ihn bereits am Vortag zu, sodass er über Nacht gehen kann. 

Hefewasser auffrischen und vermehren

Wenn das Hefewasser zur Neige geht, könnt ihr es ganz leicht auffrischen. Dafür solltet ihr einen Rest des Wassers (circa 100 Milliliter) aufbewahren, die Datteln austauschen, erneut Zucker hinzufügen und die Flasche mit frischem Wasser auffüllen. Schüttelt das Gefäß wie oben beschrieben jeden Tag zweimal. Dieses Mal dauert der Gärprozess nicht so lange, da ein Teil des Wassers bereits fermentiert ist: Nach etwa vier Tagen könnt ihr die selbst gemachte Hefe verwenden.

Die Vorteile selbst gemachter Hefe

Abgesehen davon, dass es sich um ein natürliches Produkt handelt, ist wilde Hefe in der Regel auch bekömmlicher als industriell gefertigte und führt nicht so schnell zu Verstopfungen oder Blähungen. Außerdem besitzt das Hefewasser einen hohen Vitamin-B-Gehalt, der sich positiv auf die Darmflora auswirkt. Da aber nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, dass bei dem Herstellungsprozess unerwünschte Mikroorganismen entstehen, sollten Schwangere und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem vorsichtshalber keine Hefe selber machen.

Hefe mit Kartoffeln selber machen

Als Alternative zu Hefewasser könnt ihr auch mithilfe von Kartoffeln Hefe selber machen. Dafür benötigt ihr 2 Kartoffeln, 1 TL Zucker und 1 TL helles Bier. So geht's:

  1. Die beiden Kartoffeln kochen, pellen und abkühlen lassen. Dann reibt ihr sie durch eine feine Reibe.
  2. Die durchgeriebenen Kartoffeln vermengt ihr mit dem Zucker und dem Bier. Gebt die Masse in ein verschließbares Glas und dreht den Deckel fest zu. 
  3. Die Kartoffelhefe muss für drei bis vier Tage an einem warmen Ort stehen, damit eine Gärung entsteht. Anschließend könnt ihr die Masse für 1 Kilogramm Mehl als Hefe-Ersatz verwenden.

Bei uns findet ihr leckere Rezepte, wie zum Beispiel für einen Hefezopf oder Sauerteig. Oder erinnert ihr euch noch an den Hermann-Teig? Außerdem erklären wir, wie ihr Hefeteig einfrieren und Brot backen könnt.

kr

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