Spinat aufwärmen: Darf man das?

Das Gerücht hält sich hartnäckig: Spinat aufwärmen ist ungesund und sollte besser vermieden werden. Doch was ist dran an der Behauptung? Hier erfahrt ihr es.

Warum sollte man keinen Spinat aufwärmen?

Der Mythos, dass man Spinat nicht aufwärmen darf, stammt aus früheren Zeiten, in denen es keine Kühlschränke in den Haushalten gab. Tatsächlich kann das Aufwärmen aber auch heutzutage noch zu gesundheitlichen Beschwerden wie Übelkeit oder Durchfall führen, wenn man das Gemüse nicht richtig aufbewahrt.

Der Grund dafür liegt an dem im Spinat enthaltenen Nitrat. Der Nährstoff ist in erster Linie harmlos für unseren Körper, er kann sogar verdauungsfördernd und blutdrucksenkend wirken. Wird Spinat aber bei Zimmertemperatur gelagert, können sich Bakterien bilden und das Nitrat wird in Nitrit umgewandelt.

Nitrit ist wiederum gesundheitsgefährdend, es gilt in Verbindung mit bestimmten Proteinen als krebserregend und ist insbesondere für Babys gefährlich, da es zu Blausucht führen kann. Kleinkinder sollten deshalb keinen aufgewärmten Spinat essen. Für Erwachsene ist das Gesundheitsrisiko jedoch äußerst gering, solange die richtige Zubereitung und Aufbewahrung eingehalten wird.

Spinat aufwärmen: Das müsst ihr beachten

Um die Stoffwechselprozesse zu unterbinden, die Nitrat in Nitrit umwandeln, sollte Spinat nicht allzu lange warmgehalten werden. Am besten kühlt man das Gemüse nach dem Kochen in einem Wasserbad herunter und stellt es abgedeckt in den Kühlschrank. Bei kalten Temperaturen vermehren sich Bakterien nämlich langsamer und es entstehen nur geringe Mengen Nitrit, die für erwachsene Menschen ungefährlich sind. Im Kühlschrank sollte Spinat nicht länger als zwei Tage gelagert werden – falls ihr keine direkte Verwendung für ihn habt, könnt ihr ihn besser sofort einfrieren.

Wenn ihr den gekochten Spinat aufwärmen wollt, solltet ihr ihn auf mindestens 70 Grad Celsius erhitzen. So stellt ihr sicher, dass alle Keime abgetötet werden. Gefrorenen Spinat könnt ihr auch direkt im Topf erwärmen, sodass er gar nicht auftauen muss. Außerdem sollte das Gemüse kein zweites Mal aufgewärmt werden.

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Ein weiterer Tipp: Vitamin C bremst die Bildung von Nitrit, deshalb könnt ihr den Spinat mit Zitronensaft beträufeln oder beispielsweise ein Glas Orangensaft zum Essen trinken.

Wenn ihr euch an diese Grundregeln haltet, steht dem Spinatgenuss nichts im Weg – die Hinweise gelten übrigens auch für andere nitratreiche Gemüsesorten wie Mangold, Rucola oder Grünkohl. Bei uns findet ihr leckere Spinat-Rezepte und wir erklären, wie ihr Spinat kochen könnt.

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