Granatapfel Rezepte

Granatapfel-Rezepte: Saison und Lagerung

Der Winter ist die klassische Granatapfelzeit. Die ersten Früchte kommen schon Ende Juli aus Ägypten, aus Israel und Zypern zu uns. Bis in den Januar hinein werden sie in Spanien, Süditalien und dem Hinterland der türkischen Ägäis geerntet. Wie schön so ein Granatapfel ist! In den Obst- und Gemüseläden liegt die Frucht zu dekorativen Bergen geschichtet aus, ochsenblutrot, gelblich oder purpurfarben leuchtet sie schon von Weitem.

Der Kenner prüft als Erstes, ob die kleine, anmutig aufsitzende harte Krone auch unbeschädigt ist. Damit wirklich nur reife Attraktionen ins Körbchen wandern, sollten diese beim Anklopfen außerdem metallisch klingen. Dann geschwind alle formvollendeten Früchte einpacken und ab damit ins Gemüsefach des Kühlschranks. Solchermaßen kühl gelagert überstehen sie viele Wochen. Wir ihr einen Granatapfel öffnen könnt, ohne eine Sauerei zu veranstalten, verraten wir euch in einem separaten Artikel.

Granatapfel als Tischdeko: Ein Hingucker

Punica granatum heißt der Granatapfelbaum. Er gehört zur Familie der Myrtengewächse. Seine Frucht wird lateinisch Malum Granatum genannt. Melagrana nennen ihn die Italiener. Die Spanier loben ihren Granada. Genau! Die Stadt Granada trägt den wunderbaren Apfel in ihrem Wappen. Die Frucht, die einst aus Persien zu uns kam, wird längst rund ums Mittelmeer angebaut. So ein Baum kann bis zu fünf Meter hoch werden. Er hat lackgrüne Blätter, und vor der Fruchtreife steht er orangerot in Blüte. Nur vollreife Früchte werden geerntet. Sein fester Panzer fordert allerdings den ganzen Eroberer: Was macht man bloß damit? Will man den Saft nicht einfach nur aussaugen, dann ritzt man am besten seine Haut wie die einer Orange und schält ihn. Oder man halbiert den roten Knaller.

Hunderte feucht glänzender Fruchtkügelchen lagern gleich Halbedelsteinen in kleinen weißen Hautkammern. Ausgelöst verfeinern sie Salate, Kuchen, Desserts, Käse, Fleischgerichte und noch viel mehr. Natürlich kann man sie auch einfach so essen. Die Türken machen aus den sauren Sorten Granatapfelsirup (Narek isi), den sie wie Essig verwenden. Der bei uns bekannte Grenadinesirup süßt Cocktails raffiniert und färbt sie appetitlich rot. Einfallsreiche Köchinnen setzen ihren Wintertafeln festliche Granatlichter auf, denn der Apfel ergibt auch eine herrliche Tischdekoration.

Granatapfel: Wertvoller Inhaltsstoff der Kosmetik

Früher färbte man mit seinem Saft und den Essenzen der Schale Orientteppiche. Auch Schreibtinte wurde daraus gekocht. In Griechenland galt er als verdauungsfördernde Heilfrucht, die im Übrigen auch schwere entzündliche Erkrankungen wie Arthritis lindern konnte. Manche Frauen schwören darauf, dass sein hoher Gehalt an Phytoöstrogen die Beschwerden während der Menopause lindere. Und die Granatapfel-Hautcreme des griechischen Kosmetikkultlabels Korres ist ein Renner, seit die Inhaltsstoffe der Frucht im Ruf stehen, besonders gut jene freien Radikale abzufangen, die für den Hautalterungsprozess verantwortlich sind. Mythen umgaben den Granatapfel schon immer.

In der Antike galt er als Symbol der Liebe, der Fruchtbarkeit und der Unsterblichkeit, aber auch der Macht und des Todes. Den Christen versinnbildlichte er die Kirche, die Gemeinschaft der Gläubigen – und das Priesterleben: außen hart, innen reichhaltig. Sandro Botticelli malte eine „Madonna della Melagrana“, und der englische Künstler Dante Gabriel Rossetti stellte die Fruchtbarkeitsgöttin Proserpina mit geöffnetem Granatapfel in der Hand dar. Ist er womöglich die Paradiesfrucht? Darüber streiten die Forscher. Doch es ist sehr wahrscheinlich, dass Eva dereinst Adam nicht mit einem sauren Boskop, sondern einem süßen Granatapfel verführte.