Von wegen kompliziert - vegan kann auch schnell

Vegan und schnell - geht das überhaupt? Aber ja: Neue Rezeptbücher von veganen Kochprofis beweisen es. Wir stellen vier vor.

Josita Hartanto: "Vegan schnell schnell"

Auf dem Sprung: Josita Hartanto vor dem Tor der ältesten Berliner Feuerwache. "Vegan schnell schnell. Genial einfach - einfach genial" (Verlag: NeunZehn, 2014, 19,95 Euro)

Schon das Cover ihres neuen Kochbuchs zeigt, was Sache ist: Josita Hartanto auf Rollschuhen. Mit "Vegan schnell schnell" will die sympathischen Restaurant-Chefin ("Lucky Leek" in Berlin) beweisen, dass vegan kochen schnell geht und vegane Gerichte nicht aufwändig sein müssen. "In meinem Kochbuch sind Rezepte für einen gehobenen Anspruch. Es sind Gerichte, zu denen man auch mal Gäste einladen kann - ohne dafür drei Stunden in der Küche zu stehen", erklärt sie. Und das Versprechen hält sie. Ihre Gerichte, wie Linsen-Kokosreis mit Mango-Tempura oder Maronenknödel mit Rote-Bete-Sauce sind ausgefallen und kreativ - und trotzdem von jedem zu schaffen. Oft sind es Kleinigkeiten, die ihre Rezepte zu etwas Besonderem machen. Gemüse wie Brokkoli brät sie zum Beispiel, statt es zu kochen. Der Brokkoli ist dadurch bissfest, behält seine Farbe - und schmeckt besser. Schönes Extra: Bei vielen Rezepten liefert Josita Hartanto einen Deko-Tipp mit. Zeitangaben bei den einzelnen Rezepten gibt es nicht, aber sie sagt, die meisten davon seien in maximal 30 Minuten fertig, länger als 45 Minuten dauere keines.

Unser Fazit: einfache Zubereitung, anspruchsvolles Ergebnis. Besser geht es nicht!

Josita Hartantos Tipps für die schnelle, vegane Küche

5 Rezepte von Josita Hartanto

Aus der veganen Küche von Josita Hartanto

Vegan und schnell: Diese aktuellen Kochbücher können wir ebenfalls empfehlen

Brigitte Ablinger: "Einfach vegan. Lebendige Nahrung, wohlschmeckend & alltagstauglich" (Freya Verlag 2015; 16,90 Euro)

"Einfach Vegan. Lebendige Nahrung, wohlschmeckend & alltagstauglich": Das Buch wird seinem Titel wirklich gerecht. Hier findet man lauter Rezepte, die niemanden überfordern dürften. Das merkt man schon an der Menge der Zutaten, die benötigt wird: zwischen vier und zehn pro Rezept. Die Basis der über 100 Rezepte sind saisonal frische Gemüse, Kräuter und Früchte. Die österreichische Autorin Brigitte Ablinger hat sie ersonnen und vorab von Familie und Freunden auf Herz und Nieren testen lassen. Alle Rezepte sind für zwei Personen, und zu jedem gibt es einen kurzen Tipp oder eine Warenkunde. Selbst an ein kleines Glossar wurde gedacht, denn nicht jeder weiß, was Österreicher unter "Schwammerl", "Karfiol" oder "Einbrenn" verstehen.

Unser Fazit: Ideal für Kocheinsteiger und Menschen, die wenig Zeit haben, aber Wert auf eine frische Küche legen.

Martin Kintrup: "Vegan für Faule" (GU-Verlag, 2014; 14,99 Euro)

"Vegan für Faule": Bei Martin Kintrup findet man die schnellsten Rezepte - aber auch die meisten Convenience-Produkte. Damit es schnell geht, verwendet der Autor Suppengemüse oder geschnittene Zwiebeln aus der Tiefkühltruhe, Rote-Bete-Scheiben aus dem Glas oder fertige vegane Grillwürstchen. Der Autor verzichtet auf schwer zu bekommende Zutaten und bietet eine große Bandbreite an Gerichten. Als Kategorien gibt es unter anderem Frühstück, Heimatküche, Mediterranes, Grillen, Desserts & Gebäck. Toll: Kintrup achtet explizit auf eine ausreichende Eiweißversorgung mit viel Getreide, Nüssen und Hülsenfrüchten in seinen Rezepten.

Unser Fazit: Für Kocheinsteiger, die sich an gelegentlichen Convenience-Produkten nicht stören, ist das Buch ideal.

Surdham Göb: "Vegan Daily. Vegane Küche für jeden Tag" (AT-Verlag, 2014; 24,90 Euro)

"Vegan Daily. Vegane Küche für jeden Tag": Wer Josita Hartantos Rezepte mag, ist auch bei Surdham Göb gut aufgehoben. Er hat lange Jahre als Chefkoch in veganen Restaurants gearbeitet. Die Rezepte in seinem Kochbuch teilt er in vier Kategorien ein, wovon die Rezepte der ersten beiden Kategorien maximal 35 Minuten dauern. Ganz ehrlich: Von diesen schnellen Rezepten gibt es im Buch nicht wirklich viele, die meisten brauchen länger. Aber er sieht sein Buch auch als Anregung, so frisch wie möglich zu kochen. Abkürzungen gehen immer, findet er, wie zum Beispiel Bohnen aus der Dose zu nehmen, statt sie frisch zu kochen. Ungewöhnlich ist, dass sich in seinen Rezepten keine Zwiebel und kein Knoblauch finden. Seiner Ansicht nach ist beides zu intensiv und übertüncht den Grundgeschmack der Speisen. Bei Surdham Göb lernt man, wie man vegane Bratensoße zubereitet, und wie man pflanzliche Milch, Brot, Brötchen und sogar Blätterteig selbst macht.

Unser Fazit: ein Rezeptbuch für alle, die richtig kochen wollen und bereit sind, dafür auch mal etwas mehr Zeit aufzuwenden.

Monika Herbst, Susanne Gerlach

Wer hier schreibt:

Monika Herbst
Themen in diesem Artikel
Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.