VG-Wort Pixel

Zierkürbis Nur Deko oder auch essbar?

Zierkürbis: Essbar oder giftig?
© Miriam Doerr Martin Frommherz / Shutterstock
Zierkürbisse sind lange haltbar und erleuchten den tristen Herbst mit ihren bunten Farben – aber sind sie nicht nur schön, sondern auch essbar? Wir klären auf.

Inhaltsverzeichnis

Wenn es Herbst wird, lieben wir es alle: Bunte kleine Zierkürbisse in Gestecken, vor Hauseingängen und als Dekoration auf dem Tisch. Man bekommt sie in allerlei Formen und Farben. Doch kann man den Zierkürbis anschließend auch essen oder bleiben Zierkürbisse ein ausschließlicher Augenschmaus? In diesem Artikel beantworten wie diese Frage und stellen verschiedene Sorten vor.

Kann man einen Zierkürbis essen?

Reine Zierkürbisse sind nicht zum Verzehr geeignet, da sie giftige Cucurbitacine enthalten. Diese Bitterstoffe können schon in kleinen Mengen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen und in hohen Mengen sogar tödlich sein. Ob ein Kürbis giftig ist, lässt sich im Zweifel durch eine Geschmacksprobe überprüfen: Schmeckt der Zierkürbis bitter, sollte man ihn auf keinen Fall essen. Auch beim Aufschneiden eines reinen Zierkürbisses wird schnell erkenntlich, dass das Fruchtfleisch viel geringer ausgeprägt ist als das eines Hokkaidos oder Butternutkürbisses. In Speisekürbissen wurden die Bitterstoffe weggezüchtet, damit der Verzehr der Früchte keine Beschwerden auslöst.

Wie erkennt man einen Zierkürbis?

Im Aussehen unterscheidet sich der Zierkürbis im Gegensatz zu bekannten Speisekürbissen, wie Hokkaido, Butternut und Co., in seiner Größe, Form und Festigkeit. Zierkürbisse sind eher klein, bunt und erscheinen in allen möglichen Formen. Zudem ist ihre Schale deutlich härter als die von Speisekürbissen.

Was sind Zierkürbisse?

Der Name ist Programm: Zierkürbisse sind im Gegensatz zu Speisekürbissen nicht wegen ihres Geschmacks beliebt, sondern wegen ihrer verschiedenen Formen, der kleinen Größe und wegen ihrer bunten Schale, wodurch die Früchte ein beliebtes Deko-Element für den Herbst sind. Botanisch zählen Zierkürbisse ebenso wie die Speisekürbisse zu den Gartenkürbissen (Cucurbita pepo). Einen Zierkürbis eindeutig von einem Speisekürbis abzugrenzen, ist teilweise schwierig. Denn einige zum Verzehr geeignete Kürbissorten werden ebenfalls zum Dekorieren genutzt. Reine Zierkürbisse zeichnen sich jedoch durch eine harte Schale aus und sind deutlich kleiner als bekannte Speisekürbisse. Zudem trocknen Zierkürbisse schnell aus, wodurch sie lange haltbar sind.

Beliebte Sorten von Zierkürbissen

  • Autumn Wing
  • Bischofsmütze
  • Flat Striped
  • Kronenkürbis
  • Mini Ball
  • UFO-Kürbis
  • Pear Bicolor
  • Bizarrer Krallenkürbis

Essbare Zierkürbisse

Da Speisekürbisse ebenfalls gern als Deko verwendet werden, findet man im Handel einige Kürbissorten, die als sogenannte "essbare Zierkürbisse“ verkauft werden. Darunter fallen beispielsweise die essbaren Patisson-Kürbisse, Turban-Kürbisse, Mini-Gartenkürbisse und Halloweenkürbisse. Patisson-Kürbisse sind meist diskusförmig, können aber auch eine Glockenform haben und sind wegen ihren unterschiedlichen Farben von Weiß über Orange bis Grün oder Gelb sehr beliebt. Junge Patisson-Kürbisse können mit Schale gegessen werden und haben ein feines Aroma. Länger gereifte Exemplare sind lange haltbar und dienen damit als perfekter Herbstschmuck.

Patisson-Kürbis: Diese Sorten sind für Deko-Zwecke geeignet

  • Patission Custard White: UFO-/kreiselförmiger cremefarbener Kürbis
  • Gestreifte Kaisermütze: weißer Kürbis mit grünen Streifen
  • Gelber Englischer Custard: eidottergelber Kürbis

Turban-Kürbis: Diese Sorten sind für Deko-Zwecke geeignet

Turban-Kürbisse, besser bekannt als Bischofsmützen, sind durch ihre turbanähnliche Form sehr dekorativ. Es gibt die orangenen Früchte mit weiß grünen Sprenkeln drauf oder mit Warzen.

  • Red Turban: orangerot mit weißen und grünen Sprenkeln
  • Essex Turban: tieforange mit Warzen

Die Mini-Gartenkürbisse zählen mit den Sorten Jack be Little, Baby Boo und Sweet Dumpling zu den Klassikern unter den dekorativen essbaren Zierkürbissen. Zu den Halloweenkürbissen zählen Sorten, die gut ausgehöhlt werden können. Die meist runden orangenen Kürbisse gibt es in verschiedenen Größen und Geschmäckern. Doch eines haben die Sorten Connecticut Field Pumpkin und Jack-o-Lantern gemeinsam: Sie machen sich perfekt als gruselige Halloween-Dekoration.

Hier findest du eine Anleitung, wie du zu Hause deinen eigenen Halloweenkürbis schnitzen kannst.

Zierkürbis anbauen – Das ist zu beachten

Beim Anbau von Zierkürbissen im eigenen Garten gilt es folgendes zu beachten: Wenn ihr zusätzlich zu Zierkürbissen auch Speisekürbisse anbaut, können diese durch Bestäubung von Insekten gekreuzt werden, wodurch die geernteten Speisekürbisse vermehrt Bitterstoffe enthalten können. Gleiches gilt beim gleichzeitigen Anbau von Zucchini. Denn auch sie gehören botanisch zur Gruppe der Gartenkürbisse und können leicht miteinander gekreuzt werden. Deswegen ist es empfehlenswert, keine Samen von Speisekürbissen und Zucchini in der Nähe von Zierkürbissen zu sammeln. Greift daher lieber auf sortenreines Saatgut zurück.

Der Anbau von Zierkürbissen unterscheidet sich ansonsten aber kaum von dem von Speisekürbissen. Wählt am besten einen sonnigen und geschützten Platz aus und verwendet humusreiche, gern auch mit Kompost gedüngte Erde. Wichtig ist regelmäßiges Gießen, vor allem, sobald die ersten Kürbisse zu sehen sind. Ansonsten sind Zierkürbisse sehr pflegeleicht und brauchen nur genügend Platz.

Aussähen könnt ihr die Samen der Zierkürbisse nach den Eisheiligen ab Mitte Mai. Vorkulturen können auch schon ab Anfang April gesät werden. Die Erntezeit richtet sich nach der jeweiligen Sorte. Da die Zierkürbisse aber nicht gegessen werden, ist der Reifegrad nicht so entscheidend. Zierkürbisse können ab Anfang September geerntet werden und mit der Ernte sollte auch nicht allzu lange gewartet werden, da der Zierkürbis bei Nässe schnell fault. 

Hier findet ihr noch mehr Infos zum Thema Kürbiszeit.

Videotipp: Spinnenmuffins für Halloween

Zu einer perfekten Halloween-Deko gehört neben ausgehöhlten Kürbissen auch das richtige dekorative Essen. Mit diesen Spinnenmuffins peppt ihr jede Halloween-Tafel auf.

Spinnen-Muffins für Halloween

Auf der Suche nach weiteren Rezept-Ideen für Halloween? Wir haben für euch die besten Halloween-Rezepte mit Gruselfaktor. Wie ihr Halloween-Deko basteln könnt, erklären wir hier und hier erfahrt ihr, wie ihr Halloween-Kostüme selber machen könnt. 

Brigitte

Mehr zum Thema