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Ambulante Pflege: Die Aufgaben im Überblick

Ambulante Pflege: Alte Dame mit Pflegerin
© Dmytro Zinkevych / Shutterstock
Pflegebedürftigkeit ist gerade im höheren Alter keine Seltenheit: Viele Senioren haben einen von der Pflegeversicherung anerkannten Pflegegrad und erhalten die gesetzlich vorgeschriebenen Pflegeleistungen für stationäre oder ambulante Pflege. Mit den Leistungen für die ambulante Pflege unterstützt die Pflegekasse Menschen, die zuhause gepflegt werden möchten. Welche Aufgaben gehören zur ambulanten Pflege und wie werden sie finanziert?

Was versteht man unter ambulanter Pflege?

Bei der ambulanten Pflege werden die Aufgaben häufig zum Teil, mitunter auch vollständig von Angehörigen oder Bekannten übernommen. Pflegedienste (auch: "mobile Pflege") können die Angehörigen unterstützen oder im Rahmen der professionellen ambulanten Pflege die Aufgaben komplett übernehmen.

Wie werden die Aufgaben der ambulanten Pflege finanziert?

Je nachdem, wie die häusliche Pflege gestaltet ist, sind von der Pflegeversicherung unterschiedliche Pflegeleistungen vorgesehen:

Pflegeform

Pflegeleistungen

Ambulante Pflege durch nicht-professionelle Pflegepersonen (z. B. Angehörige, Nachbarn)

Pflegegeld

Ambulante Pflege durch professionellen Pflegedienst

Pflegesachleistungen

Ambulante Kombinationspflege durch nicht-professionelle Pflegepersonen und professionellen Pflegedienst

Kombinationsleistungen

Anspruch auf diese Leistungen der Pflegeversicherung besteht erst ab Pflegegrad 2. Je höher der Pflegegrad, desto umfangreicher die Zuschüsse der Pflegekasse, allerdings bleibt in der Regel ein Eigenanteil:

Pflegegrad

Pflegegeld

Pflegesachleistungen

1

-

-

2

316 Euro

689 Euro

3

545 Euro

1.298 Euro

4

728 Euro

1.612 Euro

5

901 Euro

1.995 Euro

Wie die ambulante Pflege gestaltet ist und welche Aufgaben sie umfasst, hängt ebenfalls vom Grad der Pflegebedürftigkeit ab: Je mehr Hilfe der Pflegebedürftige benötigt, desto mehr Aufgaben müssen die privaten Pflegepersonen bzw. das professionelle Pflegepersonal übernehmen. Grundsätzlich liegen die Aufgaben der ambulanten Pflege in diesen fünf Bereichen.

Das sind die 5 Aufgaben der ambulanten Pflege

1. Aufgabe der ambulanten Pflege: Körperbezogene Pflegemaßnahmen

Je stärker der Pflegebedürftige in seiner Alltagskompetenz eingeschränkt ist, desto mehr unterstützt ihn die ambulante Pflege bei Aufgaben der Körperhygiene, beim Essen und Trinken und im Bereich Mobilität. Zum Beispiel fallen unter die körperbezogenen Pflegemaßnahmen:

  • Körperpflege: dem Pflegebedürftigen beim Baden oder Duschen, bei der Zahn- und Nagelpflege oder beim Toilettengang helfen
  • Essen und Trinken: Speisen für den Pflegebedürftigen zerkleinern und anreichen, Getränke einfüllen
  • Mobilität: dem Pflegebedürftigen beim Aufstehen aus dem Bett oder beim Hinlegen behilflich sein, ihn beim Treppensteigen unterstützen

2. Aufgabe der ambulanten Pflege: Pflegerische Betreuungsmaßnahmen

Neben den körperbezogenen Pflegemaßnahmen nimmt auch der pflegerische Aspekt unter den Aufgaben der ambulanten Pflege eine sehr wichtige Rolle ein. Die private Pflegeperson oder professionelle Pflegekraft unterstützt den Pflegebedürftigen dabei, seinen Alltag zu gestalten und zu bewältigen. Sie ermöglicht ihm durch Unterstützung bei der Freizeitgestaltung einen unterhaltsamen Zeitvertreib: zum Beispiel durch Spaziergänge, Ausflüge, Spiele oder Aktivitäten, die ihn aktivieren und/oder seine Rhetorik fördern. Auch seine sozialen Kontakte zu fördern gehört zu den Aufgaben der ambulanten Pflege.

Gut zu wissen: Im Rahmen der ambulanten Pflege können auch Aufgaben wie die Unterstützung des Pflegebedürftigen beim Briefeschreiben anfallen. Nicht bei allen Schreibaufgaben ist das jedoch so einfach: So muss der Pflegebedürftige beispielsweise eigenständig sein Testament erstellen

3. Aufgabe der ambulanten Pflege: Unterstützung im Haushalt

Die ambulante Pflege umfasst auch Aufgaben im hauswirtschaftlichen Bereich. So unterstützen die Pflegenden zum Beispiel bei alltäglichen Haushaltsaufgaben wie dem Putzen der Wohnung und dem Zubereiten der Mahlzeiten.

Falls die Unterstützung beim Kochen nicht von den Pflegeleistungen abgedeckt wird, kann eine professionelle Pflegekraft beim Vermitteln eines Hilfsdienstes wie "Essen auf Rädern" behilflich sein.

4. Aufgabe der ambulanten Pflege: Beratende Unterstützung

Die Beratung des Pflegebedürftigen und seiner Angehörigen ist eine wichtige Aufgabe der ambulanten Pflege durch professionelle Pflegekräfte. So kann die Pflegekraft beispielsweise in folgenden Bereichen unterstützen:

  • Organisation von Arztbesuchen
  • Beschaffung von Hilfsmitteln wie einer benötigten Gehhilfe oder eines Rollstuhls (Abrechnung über die Krankenkasse) und Pflegehilfsmitteln wie Bettunterlagen oder Desinfektionsmittel (Abrechnung über die Pflegekasse).
  • Organisation von Verpflegung wie "Essen auf Rädern": Der Menü-Bringdienst ist ein Angebot der Sozialstationen oder anderer sozialer Einrichtungen. Sie gewährleisten mit ihrem Angebot, dass der Pflegebedürftige regelmäßig abwechslungsreiche und ausgewogene Mahlzeiten zu sich nimmt.
  • Beantragung von Mitteln für die Anpassung des Wohnraums

5. Aufgabe der ambulanten Pflege: Häusliche Krankenpflege

Unter Umständen kann auch die häusliche Krankenpflege zu den Aufgaben der ambulanten Pflege gehören. Sie beinhaltet beispielsweise das Blutdruckmessen, den Verbandswechsel, die Wundversorgung und die Gabe von Medikamenten, auch per Injektion. Häusliche Krankenpflege wird nicht von allen ambulanten Pflegediensten angeboten, da die Aufgaben nur von medizinisch ausgebildetem Fachpersonal übernommen werden können: so etwa von ausgebildeten Krankenpflegern, Krankenschwestern oder staatlich anerkannten Pflegekräften. Bei den anderen Aufgaben der ambulanten Pflege hingegen ist nicht vorgeschrieben, wie der Pflegedienst aufgestellt sein muss, um entsprechende Leistungen anzubieten: Vielmehr sind neben ausgebildeten Pflegefachkräften beispielsweise auch Hauswirtschaftshilfen oder Pflegehelfer in der ambulanten Pflege angestellt und können Aufgaben wie die Hilfe im Haushalt und alltägliche Pflegemaßnahmen übernehmen. Die Kosten für die häusliche Krankenpflege werden nicht von der Pflege-, sondern von der Krankenversicherung getragen.

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