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Brustkrebsvorsorge: Methoden und Kosten

Brustkrebsvorsorge: Frau mit Ärztin bei Brustkrebsuntersuchung
© Gorodenkoff / Shutterstock
Bei mehr als 70.000 Frauen pro Jahr wird Brustkrebs diagnostiziert. Damit ist er die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Das Brustkrebsrisiko steigt mit dem Lebensalter, jedoch gibt es auch individuelle Risiken, von der Lebensweise bis zu Krebserkrankungen in der Familie. Je früher Brustkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Der Brustkrebsvorsorge kommt deshalb eine besonders wichtige Bedeutung zu.

Ab wann sollten Frauen zur Brustkrebsvorsorge und wie oft?

Die Brustkrebsvorsorge gehört zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV):

  • Bei Frauen ab 20 Jahren übernimmt die GKV einmal jährlich eine Untersuchung zur Krebsfrüherkennung beim Gynäkologen.
  • Bei Frauen ab 30 Jahren ist diese Untersuchung aufgrund des höheren Risikos umfangreicher.
  • Frauen zwischen 50 und 69 Jahren haben zusätzlich alle zwei Jahre Anspruch auf ein Mammographie-Screening – eine Röntgenuntersuchung zur Brustkrebsvorsorge.
  • Die jährliche Vorsorgeuntersuchung wird auch bei Frauen ab 70 Jahren von der GKV übernommen. Ob weitere Maßnahmen sinnvoll sind, beurteilt der Frauenarzt anhand weiterer Faktoren wie dem allgemeinen Gesundheitszustand.

Wenn das individuelle Erkrankungsrisiko erhöht ist, sollten die Untersuchungen engmaschiger sein. Haben oder hatten beispielsweise weibliche Verwandte Krebs, insbesondere Brust- oder Eierstockkrebs, geht man von einem doppelt bis viermal so hohen Erkrankungsrisiko aus. Auch, wenn schon einmal gutartige Veränderungen des Brustgewebes festgestellt wurden, ist eine genauere Beobachtung empfehlenswert. Der Frauenarzt erfragt derartige individuelle Risikofaktoren im Rahmen der Anamnese und entscheidet daraufhin, welche Maßnahmen zur Früherkennung von Brustkrebs wie oft durchgeführt werden sollten.

Wichtiger Teil der Brustkrebsvorsorge: Die Selbstuntersuchung

Einmal im Monat sollten Frauen ihre Brust gründlich betrachten und auf Knoten abtasten, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und abklären zu lassen. Allerdings ist es nicht ganz einfach, gesundes von krankhaft verändertem Brustgewebe zu unterscheiden: Auch eine gesunde Brust kann Verhärtungen und Knoten aufweisen, und je nach Phase des Zyklus verändert sie sich auch hormonell bedingt. Darum sollte die Selbstuntersuchung immer in der gleichen Phase erfolgen: Der beste Zeitpunkt ist unmittelbar nach der Periode, etwa zwischen dem 6. und 12. Tag des Zyklus. Das Abtasten kann man sich vom Gynäkologen oder bei einem speziellen Kurs für Brustkrebsvorsorge zeigen lassen.

Brustkrebsvorsorge: Was wird gemacht?

Grundsätzlich eignen sich bestimmte Methoden der Brustkrebsvorsorge eher für jüngere Frauen, andere für ältere. Welche Vorsorgeuntersuchungen zur Brustkrebsfrüherkennung im Einzelfall durchgeführt werden, entscheidet der Gynäkologe je nach Alter und individuellem Risiko der Frau.

Tastuntersuchung

Ein Anamnesegespräch und eine Tastuntersuchung sind die grundlegenden Maßnahmen der Brustkrebsvorsorge. Der Frauenarzt untersucht die Brust auf optische Auffälligkeiten, tastet sie ab und überprüft die Achselhöhlen auf eventuelle Schwellungen der Lymphknoten.

Ultraschall

Mithilfe von Ultraschallwellen wird die Struktur des Brustgewebes sichtbar gemacht. Anders als bei der Mammographie gibt es beim Ultraschall keine Strahlenexposition – das schont das Gewebe. Insbesondere bei jüngeren Frauen mit geringem Brustkrebsrisiko ist ein Ultraschall das Mittel der Wahl, wenn nach der Tastuntersuchung etwas abgeklärt werden soll. Das Ultraschallbild liefert sofort Ergebnisse. Allerdings sind die Bilder nicht so genau wie Röntgenbilder, zudem kann kein Übersichtsbild erstellt werden, das von weiteren Experten untersucht werden kann. Ein Ultraschall liefert also wichtige Zusatzinformationen, ist aber nicht als einziges Mittel der Früherkennung bzw. Diagnostik geeignet.

Mammographie

Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust. Auf den Röntgenbildern (Mammogrammen) sind von einem geübten Auge selbst kleinste Auffälligkeiten zu erkennen, sodass bereits die Vorstufe von Brustkrebs bzw. ein Tumor im sehr frühen Stadium entdeckt werden kann. Allerdings geht mit Röntgenuntersuchungen auch stets eine Strahlenbelastung einher, sodass Risiko und Nutzen gegeneinander abzuwägen sind. Hinzu kommt, dass Mammographien mitunter einen falschen Alarm auslösen bzw. zu unnötigen Behandlungen führen, was die betroffenen Frauen unnötig belastet.

In der Regel wird die Mammographie erst bei Frauen ab etwa 40 Jahren zur Abklärung eingesetzt, ab 50 Jahren im Rahmen des Mammographie-Screenings auch zur routinemäßigen Brustkrebsvorsorge. Bei jüngeren Frauen wird im Normalfall zunächst ein Ultraschall gemacht: Bei ihnen ist das Brustgewebe noch sehr dicht, so dass Unregelmäßigkeiten auf Röntgenbildern schlechter zu erkennen sind.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Wenn eine Mammographie keine klaren Ergebnisse liefert, jedoch weiterhin der Verdacht auf einen Tumor besteht, wird vor einer Biopsie unter Umständen noch eine MRT-Untersuchung gemacht. Für die routinemäßige Brustkrebsvorsorge wird die Magnetresonanztomographie nicht eingesetzt.

Was kostet die Brustkrebsvorsorge?

Wenn die Brustkrebsvorsorge sich auf die von der GKV vorgesehenen Untersuchungen beschränkt, entstehen für die Versicherte keine zusätzlichen Kosten. Besteht nach einer Untersuchung zur Früherkennung ein Verdacht auf Brustkrebs, sodass eine Mammographie zur Abklärung gemacht werden muss, zahlt diese ebenfalls die Krankenkasse. Eine MRT-Untersuchung wird nur von der GKV bezahlt, wenn eine Mammographie keine klaren Ergebnisse geliefert hat. Der Ultraschall gehört nicht zu den Leistungen der GKV, allerdings übernehmen manche Krankenkassen die Kosten als Zusatzleistung.

In vielen Frauenarztpraxen besteht die Möglichkeit, Maßnahmen der Brustkrebsvorsorge als sogenannte individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) in Anspruch zu nehmen, das heißt: Frauen können einen Ultraschall, eine Mammographie oder eine MRT-Untersuchung machen lassen, müssen die Leistung dann aber selbst bezahlen. Mit folgenden Kosten ist zu rechnen:

  • Ultraschall: rund 26 bis 60 Euro
  • Mammographie: etwa 110 Euro
  • MRT: rund 450 Euro

Gewappnet für den Fall der Fälle: Patientenverfügung verfassen

Die rechtzeitige und regelmäßige Brustkrebsvorsorge trägt viel dazu bei, dass eine mögliche Krebserkrankung frühzeitig entdeckt wird. Wer trotz aller Vorsichtsmaßnahmen schwer erkrankt oder sich für den Fall der Fälle absichern möchte, sollte in einer Patientenverfügung seine Wünsche zur medizinischen Behandlung festhalten. Das ist auch im Hinblick auf andere häufige Krankheiten wie Demenz oder Schlaganfall sinnvoll, und auch in jungen Jahren kann eine Patientenverfügung beispielsweise bei einem Unfall wichtig werden. Die schriftlich festgehaltenen Behandlungswünsche sind für Mediziner bindend und geben Angehörigen im Ernstfall eine Entscheidungshilfe an die Hand.v

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