Die Wechseljahre und ihre Beschwerden

Nicht für jede Frau sind die Wechseljahre mit Beschwerden verbunden. So oder so: Der Körper sendet Signale, die die Hormonumstellung ankündigen.

Was passiert im Körper?

Zwischen dem 45. und dem 70. Lebensjahr stellt sich der Körper der Frau auf das Alter ein – er wechselt von der vollen Geschlechtsreife ins Senium. In den Wechseljahren (Klimakterium) produzieren die Eierstöcke zunehmend weniger weibliche Geschlechtshormone, die Östrogene. Schuld daran ist der Mangel an Eibläschen, denn diese Follikel sind für die Östrogenproduktion verantwortlich. Während bei der Geburt noch mehrere Millionen Follikel in den Eierstöcken lagern, reduziert sich ihre Anzahl mit jedem Eisprung – bis schließlich keine Eibläschen mehr vorhanden sind. Die Regelblutung setzt immer seltener ein. Um das 50. Lebensjahr herum kommt es meist zur letzten Periode – der Menopause. Als Reaktion auf die verminderte Östrogenproduktion schüttet das Gehirn verstärkt Geschlechtshormone aus, die die Eierstöcke zur Hormonbildung anregen sollen. So steigt die Konzentration des follikelstimulierenden Hormons FSH um das Sechsfache an, während die Konzentration des Östrogens Estradiol um ein Sechstel zurückgeht. Durch dieses Missverhältnis kann es zu Beschwerden kommen.

Wie zeigt sich das?

Jede Frau durchlebt ihre Wechseljahre anders. Etwa ein Drittel hat gar keine Beschwerden, ein weiteres Drittel spürt einige Anzeichen, die sie allerdings nicht als behandlungsbedürftig empfindet. Das letzte Drittel ist durch die Begleiterscheinungen des Klimakteriums stark beeinträchtigt. Zu den typischen Symptomen zählen Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Zyklusstörungen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Libidoverlust, Stimmungsschwankungen, Scheidentrockenheit, Herzrasen, Gewichtszunahme, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Haarausfall und Gelenkschmerzen. Ob und in welcher Intensität diese Beschwerden auftreten, ist individuell verschieden.

Wie kann ich das verhindern?

Die Wechseljahre gehören zum natürlichen Alterungsprozess jeder Frau, deswegen können Sie ihnen nicht vorbeugen. Allerdings hilft eine gesunde Lebensführung, den möglichen Beschwerden entgegenzuwirken. Treiben Sie regelmäßig Sport, achten Sie auf eine ausgewogene, kalzium- und Vitamin-D-haltige Ernährung und gönnen Sie sich ausreichend Schlaf.

Hier finden Sie Infos zum Vorsorge-Check.

Was kann ich tun, wenn ich's schon habe?

Auch wenn Sie zu dem Drittel Frauen gehören, das unter Wechseljahresbeschwerden leidet, müssen Sie nicht kapitulieren. Bei Hitzewallungen sollten Sie nur noch Kleidung aus Naturfasern (Baumwolle, Wolle oder Seide) tragen – am besten nach dem Zwiebelprinzip, also mehrere dünne Schichten übereinander. Dies gilt auch für die Bettwäsche. So können Sie Temperaturschwankungen gut ausgleichen. Haben Sie Schlafstörungen, sollten Sie auf späte Mahlzeiten verzichten. Massieren Sie Ihre Füße und Unterschenkel etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen. Meditationsformen wie Hormon-Yoga fördern die Muskelentspannung. Auch ein heißes Glas Milch mit Honig kann Wunder wirken. Grundsätzlich sollten Sie versuchen, positiv zu bleiben und sich daran zu erinnern, dass die Wechseljahre vorübergehen werden. Steigern Sie Ihr Wohlbefinden durch regelmäßige Bewegung, meiden Sie Stress, verwöhnen Sie sich und widmen Sie Ihrem Liebesleben mehr Zeit. Unter Rücksprache mit Ihrem Arzt können auch physikalische und/oder psychische Therapien sinnvoll sein.

Text: Nicole Wehr
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