Die Fußfehlstellungen

Ob Großzehenballen, Spreiz-, Senk- oder Knickfuß: Im Alter tritt oft eine dieser Fußfehlstellungen auf. Schuld sind meist die falschen Schuhe.

Was passiert im Körper?

Mit den Jahren bekommen vor allem Frauen Probleme mit ihren Füßen. Die häufigste Erkrankung des Vorfußes ist der so genannte Hallux Valgus, der seitlich herausstehende Großzehenballen. Drei Viertel der Betroffenen sind weiblich – was meist auf falsches Schuhwerk zurückzuführen ist. Eine weitere häufige Fußfehlstellung ist der Spreizfuß: Das Quergewölbe des Vorfußes sinkt in sich zusammen, wodurch sich die Zehen aufspreizen und sich die Belastung in die Mitte des Vorfußes verlagert. Eine Folge des Spreizfußes kann der Senkfuß sein, bei dem auch das Längsgewölbe absinkt. Liegt dieses komplett auf dem Boden, spricht man von einem Plattfuß. Der Spreizfuß wiederum kann zu einem Knickfuß, einer übermäßigen Pronation, führen: Der Rückfuß sinkt stark ein, der Fußknöchel drückt sichtbar nach innen. Allgemein nimmt im Alter das Fettgewebe unter den Fersen ab und die Haut wird trockener.

Wie zeigt sich das?

Ein Hallux Valgus beginnt zunächst bei Belastung mit Schmerzen und Rötungen an der Außenseite des Ballens. Im fortgeschrittenen Stadium werden die Schmerzen im Mittelfuß unerträglich, so dass der Großzehenballen meist operativ entfernt werden muss. Bei einem Spreizfuß wird der Vorderfuß breiter. Wie beim Hallux Valgus liegt auch beim Spreizfuß eine schmerzhafte Last auf dem zweiten Mittelfußknochen. Ein Senkfuß liegt vor, wenn beim Fußabdruck die typische Längswölbung fehlt. Bei einem Knickfuß treten Schmerzen im Sprunggelenk und im unteren Rückenbereich auf. Diese stark unphysiologische Fehlstellung belastet die Sehnen und Bänder sehr. Generelle Beschwerden im Alter sind Schwielen, Hühneraugen und Schmerzen im Fußballen, in der Ferse oder in der Achillessehne.

Wie kann ich das verhindern?

Die häufigsten Risikofaktoren sind zum einen die in vielen stehenden und gehenden Berufen hohe Belastung der Füße und zum anderen die zu engen, hohen Schuhe, in denen wir oft stundenlang umherlaufen. Sie quetschen unsere Zehen mit fast dem gesamten Körpergewicht in unnatürlicher Form zusammen. Daher ist es wichtig, die Füße regelmäßig zu entlasten. Wechseln Sie also hohe und flache Schuhe und laufen sie öfter Barfuß, um ihre Muskulatur zu kräftigen. Gezielte Fußgymnastik kann zudem helfen. Auch Übergewicht kann zu Fuß- und Gelenkbeschwerden führen, da jedes Kilo mehr die Belastung der Füße erhöht. Achten Sie daher auf ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung.

Was kann ich tun, wenn ich's schon habe?

Grundsätzlich gilt: Kümmern Sie sich um Ihre Füße! Tragen Sie bequeme Schuhe, die ihren Füßen ausreichend Platz lassen, und trainieren Sie Ihre Fußmuskulatur durch regelmäßiges Barfußlaufen. Fehlstellungen wie Senk- oder Knickfuß können durch entsprechende Einlagesohlen ausgeglichen werden. Lassen Sie sich dazu von einem Orthopäden beraten. Bei einem Hallux Valgus hingegen hilft meist nur noch eine OP. Stellen Sie Veränderungen an Ihren Füßen fest, sollten Sie sich in jedem Fall untersuchen lassen, da eine Fußfehlstellung auch ein Warnzeichen für Krankheiten wie Arthritis oder Diabetes sein kann.

Text: Nicole Wehr
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