Fasten und Entgiften: Für neue Kraft und einen gesunden Körper

Heilfasten

Fasten reinigt Körper und Geist, hält gesund und jung. Das Entgiften kann in unserer Überflussgesellschaft viele Krankheiten lindern.

Kein Appetit bei Krankheit? Das hat einen Sinn!

Wer sich krank fühlt, hat meistens keinen Appetit - und trägt so auf einfache Weise dazu bei, wieder gesund zu werden. Freiwillig und bewusst aufs Essen zu verzichten, hilft Körper und Seele, sich zu reinigen und zu regenerieren, neue Kräfte zu sammeln und das eigene Gleichgewicht zurückzugewinnen.

Ein Nahrungsverzicht über längere Zeit kann sogar Krankheiten, vor allem chronische, lindern oder heilen. Zumindest kann der Rückgriff auf die inneren (Fett-)Reserven bei einer Fastenkur, das wissen Experten, die Behandlung wirkungsvoll unterstützen.
"Fasten ist eine Operation ohne Messer. Es schneidet das Überflüssige weg und schont das Gesunde", sagte schon Anfang des 20. Jahrhunderts der Heildiätetiker Erwin Hof, einer der Wegbereiter der modernen Fastentherapie.

Fasten aktiviert die Selbstheilungskräfte

Inzwischen haben zahlreiche wissenschaftliche Studien gezeigt, dass Fasten eine Vielzahl von Stoffwechselvorgängen und verschiedene Organsysteme positiv beeinflusst und die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert: Fett im Blut und in der Leber wird abgebaut, Fettdepots und Eiweißablagerungen schmelzen, überschüssiges Wasser und Salz werden ausgeschieden, Blutzuckerspiegel und Insulinproduktion sinken, das Blut fließt besser, der Magen-Darm-Trakt wird ruhig gestellt, die Darmflora saniert, das Immunsystem entlastet, der Hormonhaushalt reguliert, und entzündliche Prozesse werden vermindert.

Nahrungsverzicht hilft bei ganz verschiedenen Beschwerden

Übergewicht, Bluthochdruck, Stress, erhöhte Blutfett- und Harnsäurewerte, alles Risikofaktoren für Zivilisationserkrankungen, werden gesenkt.

Entsprechend lang ist die Liste der Beschwerden, die sich durch Nahrungsverzicht behandeln lassen: Herz- und Gefäßerkrankungen, Diabetes Typ 2, Rheuma und Arthrose, Fibromyalgie, chronische Rücken-, Kopfschmerzen und Migräne, Magen-Darm-Erkrankungen, Neurodermitis und Schuppenflechte, Allergien, Beschwerden in den Wechseljahren, eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte, depressive Verstimmungen und Erschöpfung.

Sogar bei Krebserkrankungen können kurze Fastenperioden die Wirkung und Verträglichkeit einer Chemotherapie verbessern. Das haben Untersuchungen von Professor Valter Longo, Gerontologe und Zellbiologe an der Universität von Südkalifornien in Los Angeles, gezeigt.

Während gesunde Zellen beim Fasten in einer Art Ruhezustand geschützt sind, können Krebszellen sich nicht auf einen Nährstoffmangel umstellen, sie können nicht mehr wachsen und reagieren deshalb empfindlicher auf Zellgifte. Voraussetzung ist, dass Betroffene eine so gute Konstitution haben, dass sie ohne Gefahr auf Nahrung verzichten können.

"Wenn im Körper etwas aus dem Lot geraten ist, lohnt es sich, drei, vier Tage zu fasten."

Das sagt Dr. Françoise Wilhelmi de Toledo, Medizinische Direktorin der Kliniken Buchinger in Überlingen und Marbella. "Oft verschwinden Beschwerden dadurch. Viele Untersuchungen und medikamentöse Behandlungen ließen sich so vermeiden. Das nenne ich 'Fastenreflex'. Bleiben die Symptome unverändert, kann das ein Zeichen dafür sein, dass eine ernstere Erkrankung ausgeschlossen werden muss."

Fasten als Therapie bei Krankheiten

Wird eine Krankheit diagnostiziert, die durch Fasten positiv zu beeinflussen ist, rät Françoise Wilhelmi de Toledo, möglichst gleich eine zwei-, dreiwöchige Fastenkur in einer Spezialklinik zu machen. "Je länger eine Erkrankung bereits medikamentös behandelt wurde, desto schwieriger wird es, den Organismus und das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen." Oft ist es nötig, jährlich zwei, drei Wochen zu fasten und dabei neue Lebensgewohnheiten zu erwerben.

Wichtig ist die gute Betreuung durch einen erfahrenen Fastenarzt. "Blutdruck und Blutzucker müssen regelmäßig kontrolliert werden. Vor allem aber muss die Gabe der Medikamente angepasst werden. Beim Fasten ist schnell eine gefährliche Überdosierung möglich", sagt Dr. Eva Lischka, Vorsitzende der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e.V. (ÄGHE).

Eine engmaschige Kontrolle empfiehlt auch Professor Andrea Morgner-Miehlke, Ärztliche Direktorin des Lans Medicum Hamburg und Vorstandsmitglied der Internationalen Gesellschaft der Mayr-Ärzte. Allerdings schließt sie auch für Kranke ambulantes Fasten, sogar berufsbegleitend, nicht aus: eine Woche Vorbereitung, zwei Wochen fasten, eine Woche Regeneration und Aufbau. "Der Stoffwechsel kann sich über diesen langen Zeitraum schonend umstellen", sagt die Internistin und Gastroenterologin. "Außerdem ist der Nachhaltigkeitseffekt größer. Weil im normalen Alltag gefastet wird, ist es hinterher einfacher, eine gesündere Ernährung beizubehalten." Wichtig ist jedoch, dass man sich auch beim ambulanten Fasten genügend Schonung gönnt.

Fasten als Verjüngungskur

Für Gesunde ist es kein Problem, ambulant zu fasten, allein oder in einer von einer Fastenleiterin begleiteten Gruppe. Viele genießen aber die Auszeit in einer Fastenklinik, die spirituelle Erfahrung abseits des Alltags in unserer mit Genüssen und Reizen übervollen Welt. "Fasten ist ein Zurückfinden zu den Biorhythmen des Menschen", erklärt Françoise Wilhelmi de Toledo. "Wer regelmäßig Nahrungspausen einlegt, bleibt leistungsfähiger und beugt Alterungsprozessen vor."

Dabei kann man einmal im Jahr länger oder regelmäßig einen Tag in der Woche fasten oder öfter mal, wenn man wenig Appetit verspürt, auf eine Mahlzeit, zum Beispiel das Abendessen, verzichten. Entscheidend ist es, die chronische Überernährung zu durchbrechen und wieder mal Hunger aufkommen zu lassen. "Die beste Verjüngungskur ist, 14 Stunden über Nacht nüchtern zu bleiben", sagt Andrea Morgner-Miehlke. "Letztendlich ist alles eine Sache des Maßes. Alle, die weniger essen, sind gesünder und leben länger."

Fasten und Entgiften: Die wichtigsten Fakten im Überblick:

Fasten bedeutet, für begrenzte Zeit freiwillig auf feste Nahrung und Genussmittel zu verzichten. Dabei sollten maximal 500 Kalorien am Tag und mindestens 2,5 Liter kalorienfreie Flüssigkeit aufgenommen werden. Wichtig ist, die Ausscheidungsvorgänge über Darm, Leber, Nieren, Lungen und Haut zu fördern.

Bewegung, begleitende therapeutische Maßnahmen und Ruhe sind wichtig. Nach dem Fasten folgt ein schonender Aufbau der Kost. Die beiden bekanntesten Fasten-Methoden sind das Heilfasten nach Dr. Otto Buchinger und die F.-X.-Mayr-Therapie. Kuren, bei denen mehr als 500 Kalorien aufgenommen werden (z. B. "Basenfasten"), gelten als "kalorische Restriktion".

Heilfasten nach Dr. Otto Buchinger: Ganzheitliche Methode mit professioneller Betreuung, bei der es neben Wasser und Tee je einen Viertelliter Gemüsebrühe und Obst- oder Gemüsesäfte sowie optional 30 Gramm Honig gibt. Infos: "Buchinger Heilfasten. Die Original-Methode" von Françoise Wilhelmi de Toledo (168 S., 19,95 Euro, Trias 2010), www.buchinger.com

F.-X.-Mayr-Therapie: Ganzheitliche Methode zur Darmsanierung nach Dr. Franz-Xaver Mayr. Je nach physischer Konstitution wird entschieden, ob und in welchem zeitlichen Ablauf ein strenges Teefasten, eine Basisernährung mit dem Fokus der Kauschulung und/oder eine milde Ableitungsdiät miteinander kombiniert werden. Infos: "Die F.-X.-Mayr-Kur und danach gesünder leben" von Erich Rauch (114 S., 17,99 Euro, Trias, 5. Aufl. 2011), www.fxmayr.com , www.lanserhof.com

Weitere Infos und Adressen von Fastenmedizinern unter www.aeghe.de

Text: Monika Murphy-Witt Ein Artikel aus der BRIGITTE WOMAN

Wer hier schreibt:

Monika Murphy-Witt
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