Wechseljahresbeschwerden: Das könnt ihr dagegen tun!

Hitzewallungen, Schlafstörungen, alles nervt: Wechseljahresbeschwerden können ganz schön anstrengend sein. Wie ihr die Balance wieder findet.

Wechseljahresbeschwerden: Was ist das eigentlich?

Zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr beginnen die Eierstöcke im Normalfall, die Hormonproduktion zu drosseln: Es kommt nun nicht mehr in jedem Zyklus ein Eisprung, dadurch kommt die Regelblutung mal früher, mal später, mal stärker, mal schwächer. Oft treten in dieser Zeit auch Zwischenblutungen auf.

Zehn bis 15 Jahre lang lässt die Gebärfähigkeit mehr und mehr nach, bis die Frau schließlich keine Kinder mehr bekommen kann - diesen Zeitraum bezeichnet man als Wechseljahre oder auch Menopause.

Mediziner verwenden für die Wechseljahre auch den Begriff Klimakterium, das bedeutet soviel wie "Wendepunkt". Wechseljahre sind keine Krankheit, jedoch gehen mit den hormonellen Veränderungen häufig Beschwerden einher, die für die Betroffenen lästig und unangenehm sind.

Wer bekommt Wechseljahresbeschwerden?

Jede Frau kommt irgendwann in die Wechseljahre. Jede Vierte hat keine Beschwerden, der Rest leidet mehr oder weniger stark unter den hormonellen Veränderungen des Körpers und ihren Folgen. Wen es trifft und warum, ist bisher wenig erforscht. Fest steht aber, dass das Ausmaß der Beschwerden familiär veranlagt ist.

Welche Symptome sollten mich aufhorchen lassen?

Fast jede zweite Frau leidet in den Wechseljahren unter und Schweißausbrüchen. Sie treten vor allem an Gesicht, Hals und Oberkörper auf und werden oft von Herzklopfen und Herzrasen begleitet. Viele Frauen können nachts nur schwer einschlafen und wachen wegen nächtlicher Schweißausbrüche häufig auf. Vermutlich sind Schlafstörungen der Grund dafür, dass Frauen in den Wechseljahren sich oft erschöpft fühlen.

Da der Körper nicht mehr so viel Östrogen produziert, werden die Schleimhäute der Scheide schlechter durchblutet und trocknen aus. Die Folgen: Die Scheidenschleimhaut brennt und juckt, und manchmal tut es weh beim Sex - das Problem Scheidentrockenheit tritt übrigens bei drei von zehn Frauen auf. Auch das Gewebe der Harnblase und des Beckenbodens wird nicht mehr so gut durchblutet und erschlafft - Blasenprobleme in Form von Blasenentzündungen, Harnwegsbeschwerden und Inkontinenz sind die Folge.

Viele Frauen erleben in den Wechseljahren außerdem heftige Stimmungsschwankungen: Sie fühlen sich reizbar und aggressiv, nervös und schnell erschöpft oder auch sehr niedergeschlagen. Das liegt vor allem an einem Östrogenmangel und der Bildung des Hormons Progesteron.

Wie stellt der Arzt fest, ob ich betroffen bin?

Wenn die Beschwerden beginnen, wissen Frauen im entsprechenden Alter die Ursache gewöhnlich selbst zu deuten. Bleibt die Menstruation aus, prüft der Arzt zunächst, ob die Frau schwanger ist. Eine Blutuntersuchung hilft, zu bestimmen, in welcher Phase der Wechseljahre die Frau sich befindet.

Wie kann man Wechseljahresbeschwerden behandeln?

Für Frauen, die massive Beschwerden haben, kommt eine Hormonersatztherapie (HET) in Frage. Gewöhnlich erhalten die Frauen eine Kombinationstherapie mit Östrogen und zusätzlich an mindestens zehn Tagen im Monat Gestagen. Eine reine Östrogentherapie ist nur dann anzuraten, wenn der Frau bereits die Gebärmutter entfernt wurde - andernfalls steigt das Risiko für Gebärmutterkörperkrebs.

Meist werden die Hormone (Östrogene) in Tablettenform verabreicht. Aber auch eine Hormonbehandlung mit Pflastern, Zäpfchen, Gels, Sprays oder Spritzen ist möglich. Die Hormontherapie kann das ganze Spektrum der Wechseljahrsbeschwerden beseitigen oder zumindest lindern; vor allem für Hitzewallungen und Schweißausbrüche ist die Wirksamkeit gut belegt.

Wirkung und Nebenwirkung der Hormonersatztherapie

Eine Wirkung tritt nach vier bis acht Wochen auf, häufig kommt es zu Blutungen, die der Regel ähneln, und die Brust spannt oder schwillt an. Hoffnungen, dass die Hormontherapie vor Herzerkrankungen, Osteoporose und Demenz schützen könne, wurden durch neue Studien enttäuscht. Vielmehr legt der aktuelle Forschungsstand nahe, dass die Hormontherapie gravierende Nebenwirkungen haben kann: Sie lässt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Thrombosen, Brustkrebs und Schlaganfälle steigen.

Sinnvoll ist eine Hormonersatztherapie vor allem für Frauen, deren Lebensqualität sehr unter starken Beschwerden leidet, und wenn die Wechseljahre nach einer Entfernung der Eierstöcke vorzeitig einsetzen und es zu einem rapiden Hormonabfall kommt. Die Etappe, in der sich der Körper auf die veränderte hormonelle Situation eingestellt hat, nennt sich übrigens Postmenopause.

Gibt es auch sanfte Heilmethoden?

Grundsätzlich kann man einfach abwarten, bis die Beschwerden von selbst abklingen - dies dauert aber mehrere Jahre. Auch eine Änderung des Lebensstils, etwa mehr Sport, bringt Erleichterung. Daneben bietet die alternative Medizin verschiedenste Mittel und Verfahren geeignet, vor allem leichtere Wechseljahresbeschwerden zu lindern - der Nutzen ist jedoch in vielen Fällen umstritten.

So hilft Baldrian bei Schlafstörungen, Melisse entspannt und Johanniskraut wirkt stimmungsaufhellend. Traubensilberkerze hat sich nachweislich vor allem bei Hitzewallungen bewährt, kann aber die Leber schädigen. Pflanzliche Mittel wirken jedoch erst, wenn sie mehrere Wochen kontinuierlich eingenommen werden.

Soja und Rotklee enthalten östrogenartige Substanzen; die Wirksamkeit dieser Präparate ist zwar wissenschaftlich nicht belegt, viele Frauen sind aber davon überzeugt, dass sie ihnen helfen.

Die Aromatherapie empfiehlt Bergamotte gegen Stimmungsschwankungen, Lavendel zur Entspannung und Zypresse gegen Hitzewallungen. In der Homöopathie kommen Sepia, Lachesis und Graphites gegen Hitzewallungen und Pulsatilla gegen Stimmungsschwankungen zum Einsatz. Autogenes Training, Qi Gong und Meditation können Frauen helfen, die innere Balance wieder zu finden.

Wie kann ich mich schützen?

Die Wechseljahre lassen sich nicht verhindern - das zu akzeptieren, ist der bestmögliche Schutz. Denn je entspannter Frauen den Wechseljahren entgegensehen, desto weniger Beschwerden haben sie, das ist bewiesen. Frauen, die gesund leben, sich regelmäßig bewegen, genug schlafen und sich ausgewogen ernähren, haben weniger Probleme beim Übergang zum neuen Lebensabschnitt.

Wo kann ich weiterlesen, wenn ich mehr Informationen haben möchte? Viele gute Infos gibt es auf der Website www.hormontherapie-wechseljahre.de. Eine sehr informative Broschüre bietet das staatliche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zum Download an.

Text: Angelika Unger

Wer hier schreibt:

Angelika Unger

Unsere Empfehlungen

Anzeige
Singles aufgepasst. Einen Partner finden? So geht's!
Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.

Diesen Inhalt per E-Mail versenden

Wechseljahresbeschwerden
Wechseljahresbeschwerden: Das könnt ihr dagegen tun!

Hitzewallungen, Schlafstörungen, alles nervt: Wechseljahresbeschwerden können ganz schön anstrengend sein. Wie ihr die Balance wieder findet.

Du kannst mehrere E-Mail-Adressen mit Komma getrennt eingeben

E-Mail wurde versendet
Deine Mail konnte leider nicht versendet werden