"Der Brustaufbau bleibt immer eine individuelle Entscheidung"

Dr. Antje Wetzel, Gynäkologin und Brustkrebs-Spezialistin, über die Voraussetzungen und Risken eines Brustaufbaus nach einer Krebs-Operation.

Die wichtigste Voraussetzung für die Rekonstruktion oder Korrektur der Brust nach einer Krebs-Operation ist: Die Patientin muss es selbst wollen. Schließlich sind die ganz normalen OP-Risiken damit verbunden und es ist auch denkbar, dass ihr das Ergebnis hinterher nicht so gefällt, wie sie das gehofft hat. Sie übernimmt also eine Menge Verantwortung mit dieser Entscheidung.

Natürlich gibt es Frauen, die zögern, die zunächst nicht genau wissen, was sie wollen. Denen lässt man dann Bedenkzeit, bringt sie vielleicht in Kontakt mit anderen, die bereits einen solchen kosmetischen Eingriff erlebt haben. Es ist ein Unterschied, ob nach einer Amputation eine neue Brust aus Eigengewebe, mit oder ohne Implantate aufgebaut werden muss, oder ob zum Beispiel eine Asymmetrie mit Hilfe von Silikon-Kissen ausgeglichen wird. Sollte dabei auch die Korrektur der zweiten, gesunden Brust nötig sein, muss dies in der Regel selbst bezahlt werden.

Weitere Voraussetzungen für eine solche OP sind: Es muss aus medizinischer Sicht möglich sein. Dann müssen alle Folgen der Strahlentherapie abgeklungen sein und die Patientin muss relativ gesund sein. Trifft dies alles zu, kann ich in vielen Fällen zu einer solchen Verschönerung durchaus raten. Es ist und bleibt immer eine individuelle Entscheidung, ich übernehme als Ärztin den beratenden Part.

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