Erste-Hilfe-Maßnahmen an den Feiertagen

Weihnachten ist wunderbar. Aber was, wenn es plötzlich zwickt und schmerzt. Unsere Erste-Hilfe-Maßnahmen für die Feiertage.

Endlich sind sie da, die Feiertage. Gemütliche Stunden mit Familie und Freunden, Tafelrunden mit weihnachtlichen Genüssen und freie Zeit für Unternehmungen. Da können wir weder Kopfschmerzen noch Bauchweh gebrauchen. Und eine beginnende Erkältung schon gar nicht. Gut, dass es Hausmittel gibt, die solche Beschwerden schnell lindern - ohne dass die nächste Apotheke oder ein Arzt mit Notdienst gesucht wer- den müssen. Damit weder Sodbrennen noch Fieber die Stimmung verderben, hier die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen:

Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall Kekse, Schokolade, Braten - reichhaltiges Essen kann die Verdauung durcheinanderbringen und Bauchschmerzen verursachen. Ein Leibwickel fördert die Durchblutung der Bauchorgane, er wirkt entkrampfend und entgiftend. Dafür ein schmales langes Tuch mit frisch gekochtem Kamillentee oder heißem Wasser tränken, gut auswringen, etwas abkühlen lassen und um die unbekleidete Leibmitte wickeln. Ein Badetuch ausbreiten und sich auf den Rücken hineinlegen. Auf den Bauch kommt eine heiße Wärmflasche, die mit einem zweiten Badetuch abgedeckt wird. Dabei das Tuch rechts und links so einschlagen, dass sie nicht verrutschen kann.

Eine zweite Wärmflasche kommt an die Füße. Zum Schluss wird der Kranke mit einer warmen Decke zugedeckt und sollte eine halbe Stunde ruhen. Außerdem Tee aus Fenchel-, Anis- oder Kümmelsamen trinken - zwei Gläser in kleinen Schlucken. Bei Verstopfung morgens nüchtern ein Glas Wasser mit einem Esslöffel Obstessig trinken. Dann einen Esslöffel Leinsamen, über Nacht in einem Viertelliter lauwarmem Wasser eingeweicht, essen und dazu das Leinsamenwasser trinken. Wichtig: Zusätzlich ist mindestens ein weiteres großes Glas stilles Wasser nötig. Ein bewährtes Hausmittel bei Durchfall ist Haferschleim, kräftig mit Maggi gewürzt. Auch getrocknete Heidelbeeren, die man löffelweise zu sich nimmt, können "stopfend" wirken. Ein Fall für den Arzt: Bei unerträglichen Schmerzen, kolikartigen Krämpfen oder blutigem Durchfall ist es besser, einen Arzt zu rufen. Ist die ganze Familie von Durchfall und Brechreiz betroffen, kann das auf eine Lebensmittelvergiftung hinweisen.

Sodbrennen

Fettes, übermäßiges Essen kann zu brennendem Aufstoßen führen. Dann hilft es, langsam einen Brei aus fünf Esslöffel geriebenen Mandeln und etwas lauwarmer Milch zu sich zu nehmen. Das kann die überschüssige Säure im Magen neutralisieren. Bewährt hat sich auch eine Kräutertee-Mischung, die zu gleichen Teilen aus Kümmel und Odermennig, einer gerbstoffhaltigen Heilpflanze, besteht. Dazu einen Esslöffel dieser Mischung mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen, durchseihen und lauwarm in kleinen Schlucken trinken. Wer zu Sodbrennen neigt, kann in einem Glas Wasser einen Teelöffel Heilerde (Apotheke) verrühren und das vorbeugend vor dem Essen trinken.

Erkältung, Fieber

Die Nase läuft, die Glieder schmerzen, der Kopf ist heiß: Eine Erkältung, womöglich mit leichtem Fieber, kann die Feiertagsaktivitäten stark beeinträchtigen. Ein ansteigendes Fußbad bei ersten Erkältungsanzeichen kann die Beschwerden eindämmen: dazu die Füße knöcheltief in etwa 35 Grad warmes Wasser tauchen. Eventuell den Saft einer halben Zitrone dazugeben. Dann ganz langsam heißes Wasser zugießen, bis eine Temperatur von etwa 40 Grad erreicht ist. Nach etwa zehn Minuten die Füße abtrocknen und möglichst in dicken Socken warm halten. Wenn sich eine Erkältung ankündigt, können Nasenspülungen mit einer Salzlösung Viren und Bakterien noch ausschwemmen.

Die Schleimhäute werden dadurch gut befeuchtet und sind so besser gegen Angriffe von Krankheitserregern geschützt. Dafür eine Nasendusche (Apotheke, Drogerie) mit handwarmem Salzwasser füllen und das Ansatzstück an ein Nasenloch setzen. Die Lösung läuft in das eine Nasenloch hinein und aus dem anderen wieder heraus. Ist die Erkältung nicht mehr aufzuhalten, ist es wichtig, viel zu trinken, am besten Kräutertee oder auch frisch gepressten Zitronensaft in heißem Wasser. Spezieller Erkältungstee, zum Beispiel mit Holunder, Linden- und Mädesüßblüten (Apotheke), wirkt schweißtreibend und fiebersenkend. Wohltuend bei einem grippalen Infekt ist ein Erkältungsbad mit Zusätzen, die ätherische Öle wie Eukalyptus-, Thymian-, Kiefernnadel- und Pfefferminzöl enthalten. Bei einer Temperatur von 35 bis 38 Grad sollte man jedoch nicht länger als zehn bis höchstens 15 Minuten in der Wanne bleiben und sich anschließend, warm eingewickelt, ausruhen.

Bei Fieber sollte nicht gebadet werden, das belastet den Kreislauf zu stark. Hat sich bereits Fieber eingestellt, helfen Wadenwickel, die Temperatur zu senken. Dafür ein Leinentuch in kaltes Wasser tauchen, auswringen und straff um die Unterschenkel wickeln. Ein Handtuch und eine Wolldecke drüberlegen. Nach jeweils fünf Minuten den Wickel noch zweimal erneuern. Ein Fall für den Arzt: Klingt eine Erkältung nach einer Woche nicht von allein ab, stellen sich zusätzlich Husten und Atembeschwerden ein, sollte der Hausarzt aufgesucht werden.

Ohrenschmerzen

Sind Zugluft oder eine Erkältung die Ursache, tut Wärme immer gut. Eine Zwiebel klein schneiden, die Zwiebelwürfel in einer Pfanne ohne Fett kurz andünsten, heiß in ein Stofftaschentuch geben und das Tuch zum Päckchen einschlagen.Das warme Zwiebelpäckchen auf das Ohr legen, mit etwas Watte abdecken und mit einem Wollschal oder einer Mütze fixiert eine Stunde wirken lassen. Ein Fall für den Arzt: Halten die Schmerzen tagelang an, kommt sogar noch Fieber dazu, sollten Sie nach den Feiertagen sofort zum Haus- oder HNO-Arzt. Es könnte sich um eine Mittelohrentzündung handeln. Das gilt auch, wenn Sekret aus dem Gehörgang austritt oder sich hinter dem Ohr eine Rötung oder Schwellung bildet.

Kopfschmerzen

Schlechte Luft, Stress oder ein Glas Wein zu viel: Kopfschmerzen können an den Feiertagen viele Ursachen haben. Am besten sind erst mal ein Spaziergang an der frischen Luft und ein großes Glas Wasser. Manchmal löst sich so ein leichtes Brummen im Schädel schon rasch wieder auf. Auch einen leichten Kälteschock empfinden viele Kopfschmerzgeplagte als angenehm und entlastend. Dafür zerstoßene Eiswürfel in eine Plastiktüte geben und diese kurz - höchstens eine Minute lang - auf die Stirn, die Schläfen und in den Nacken legen. Nach drei Minuten Pause wiederholen. Das regt die Durchblutung an, und der Schmerz lässt nach.

Sind die Kopfschmerzen ein Zeichen für Stress und Erschöpfung, ist eine Ruhepause nötig. Ein Lavendel-Entspannungsbad (Apotheke, Drogerie) hilft, zur Ruhe zu kommen. Eine "Heiße Sieben" sorgt für guten Schlaf: Dafür zehn Tabletten Magnesium phosphoricum D6, Schüßler-Salz Nr. 7, in einem Glas heißem Wasser auflösen und abends schluckweise trinken.

Verstauchung

Der Verdauungsspaziergang tut gut, doch auf eisglatten Wegen und Bürgersteigen rutscht man schnell aus. Wer sich einen Fuß verstaucht, sollte sich an die so genannte PECH-Regel halten: • Pause machen, den Fuß ruhig stellen und das Gelenk so lange schonen, bis die Beschwerden deutlich nachlassen. • Eis auflegen. Das Gelenk mit einem Eisbeutel, Kältespray oder kalten Kompressen kühlen.

• C(K)ompression durch das Anlegen eines festen Verbandes. Die Wirkung der Kompresse lässt sich mit Lavendel- oder Kamillenöl unterstützen: zehn Tropfen des ätherischen Öls auf einen Wattebausch geben, auf die betroffene Stelle legen und fest mit einem Verband umwickeln. Die Kompresse kann auch mit Arnika-Essenz (Apotheke) getränkt werden. • Hochlagern, wenn möglich über Herzhöhe. Ein Fall für den Arzt: Ist es auch nach diesen Maßnahmen unmöglich, mit dem betroffenen Bein aufzutreten, oder verstärken sich die Beschwerden, sollte unbedingt ein Arzt den Fuß untersuchen.

Zahnschmerzen

Au Backe - Zahnschmerzen sind mehr als unangenehm. Als Hausmittel hat sich das Kauen einer Gewürznelke bewährt. Die darin enthaltenen ätherischen Öle wirken antibakteriell und schmerzstillend. Ist eine Plombe herausgefallen, die betroffene Stelle mit Nelkenöl betupfen. Auf keinen Fall die Plombe selbst mit Sekundenkleber wieder einsetzen - der Kleber kann die Schleimhäute verätzen. Nach den Feiertagen sollte der Zahnarzt die Füllung dann so schnell wie möglich erneuern. Wer den Geschmack von Nelken nicht mag, kann probieren, die Zahnschmerzen mit Akupressur zu lindern. Dazu mit dem Nagel des Zeigefingers 30 Sekunden lang den Akupressur-Punkt "Du 26 Rhenzong" massieren; er befindet sich im oberen Drittel der schmalen Linie zwischen Nase und Oberlippe. Gegen geschwollenes und entzündetes Zahnfleisch hilft das Lutschen von Salbei-Eiswürfeln: Dafür einen Esslöffel frische oder getrocknete Salbeiblätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen, abseihen und in Eiswürfelbehältern einfrieren. Den Kräuter-Eiswürfel im Mund schmelzen lassen. Das hilft auch gegen Halsschmerzen.

Text: Sandra Schulte Credit: fotolia, istockphoto

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