Patientenverfügung zum Ausdrucken: So geht’s

In einer Patientenverfügung kannst du schriftlich festlegen, ob du bestimmte medizinische Maßnahmen wünschst oder untersagst, falls du einmal nicht mehr entscheidungsfähig sein solltest. Patientenverfügungen zum Ausdrucken findet man kostenlos im Internet – jedoch solltest du nicht die erstbeste nehmen. Denn im schlimmsten Fall ist sie fehlerhaft und damit wirkungslos. Worauf du bei einer Patientenverfügung zum Ausdrucken achten solltest.

Patientenverfügung zum Ausdrucken: Das solltest du beachten

Die Patientenverfügung gehört zusammen mit der Vorsorgevollmacht und der Betreuungsverfügung zu den wichtigsten Vorsorgedokumenten. Während du in der Vorsorgevollmacht und der Betreuungsverfügung Personen bestimmst, die für dich Entscheidungen treffen dürfen, wenn du selbst dazu nicht mehr in der Lage bist, legst du in einer Patientenverfügung deine Wünsche zur medizinischen Behandlung fest.

Dass man damit nicht bis ins hohe Alter warten sollte, liegt nahe – schließlich kann man schon in jungen Jahren durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit pflege- oder betreuungsbedürftig werden. Wenn du dich dazu durchgerungen hast, das Thema anzugehen und eine Patientenverfügung aufzusetzen, ist eine wichtige Hürde schon geschafft. Allerdings stellt sich als nächstes die Frage, wie das Dokument überhaupt aussehen sollte. Einmal kurz gegoogelt und voilà: Eine Patientenverfügung zum Ausdrucken ist doch genau das, was du brauchst – oder? Leider ist es nicht ganz so einfach.

Patientenverfügungen zum Ausdrucken: Praktisch oder problematisch?

Was du in einer Patientenverfügung festlegst, ist bindend: für die behandelnden Ärzte, deine Bevollmächtigten und – falls du keine Vorsorgevollmacht verfasst hast – den gesetzlichen Betreuer. Sie ist im Ernstfall deine einzige Möglichkeit, dein Recht auf Selbstbestimmung auszuüben.

Genau dieser Anforderung werden aber viele Patientenverfügungen zum Ausdrucken nicht gerecht: Die „schwarzen Schafe“ unter ihnen enthalten ungenaue oder fehlerhafte Formulierungen und sind damit im schlimmsten Fall unwirksam. Und selbst wenn sie grundsätzlich gültig sind, erlauben es viele Patientenverfügungen zum Ausdrucken nicht, deine Wünsche ganz individuell festzulegen – starre Formulare oder Patientenverfügungen zum Ankreuzen bieten dafür schlichtweg nicht genug Spielraum.

Die Antwort auf die Frage, ob du eine Patientenverfügungen zum Ausdrucken verwenden oder lieber die Finger davon lassen solltest, lautet deshalb: Es kommt darauf an. Wenn du weißt, worauf du achten musst, spricht nichts dagegen, eine Patientenverfügung online zu erstellen und auszudrucken. Das Dokument muss nicht handschriftlich verfasst, sondern nur von dir unterschrieben werden, und ist auch ohne Rechtsanwalt oder Notar gültig. Diese Eigenschaften muss eine Patientenverfügung zum Ausdrucken mitbringen, damit sie im Ernstfall ihren Zweck erfüllt.

Die 3 wichtigsten Qualitätskriterien von Patientenverfügungen zum Ausdrucken

1. Die Patientenverfügung lässt sich individualisieren.

Kostenlose Muster und Formulare für Patientenverfügungen findest du im Internet zuhauf. Unterschrift drunter und fertig? Das solltest du auf keinen Fall machen. Achte darauf, dass es sich bei der Patientenverfügung zum Ausdrucken nicht um ein starres Dokument handelt, sondern dass deine Behandlungswünsche in einem modularisierten Prozess detailliert abgefragt werden. Nachdem du alle Fragen beantwortet hast, wird deine Patientenverfügung zum Ausdrucken generiert. Sobald du deine Unterschrift daruntergesetzt hast, ist das Dokument rechtsgültig.

2. Die Patientenverfügung wurde in Zusammenarbeit mit Ärzten entwickelt.

Ärzte sind immer wieder mit medizinischen Notfällen konfrontiert, in denen entweder gar keine Patientenverfügung vorliegt oder die Formulierungen im Dokument so ungenau sind, dass es nicht als Entscheidungsgrundlage zu gebrauchen ist. Sie wissen deshalb ganz genau, worauf es bei einer Patientenverfügung ankommt. Wenn Ärzte an der Entwicklung der Patientenverfügung zum Ausdrucken beteiligt waren, kannst du davon ausgehen, dass die Formulierungen praktisch anwendbar sind.

3. Die Patientenverfügung ist aktuell und BGH-konform.

Ein häufiges Problem bei Patientenverfügungen: Sie berücksichtigen nicht die aktuelle Rechtsprechung. Der Bundesgerichtshof hat kürzlich bestimmt, dass eine Patientenverfügung „nur dann unmittelbare Bindungswirkung entfaltet, wenn ihr konkrete Entscheidungen des Betroffenen über die Einwilligung oder Nichteinwilligung in bestimmte, noch nicht unmittelbar bevorstehende ärztliche Maßnahmen entnommen werden können.“

(Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz zu den BGH-Beschlüssen vom 6. Juli 2016, 8. Februar 2017 und 14. November 2018)

Im Klartext heißt das: Formulierungen wie „keine lebenserhaltenden Maßnahmen“ reichen nicht aus – sie müssen konkretisiert werden. Viele alte Patientenverfügungen zum Ausdrucken enthalten aber noch solche Floskeln. Gehe also sicher, dass es sich um eine neue Patientenverfügung handelt, die die BGH-Beschlüsse berücksichtigt. Bei einigen Anbietern von Patientenverfügungen zum Ausdrucken hast du die Möglichkeit, dich bei Rechtsänderungen benachrichtigen zu lassen. So kannst du sichergehen, dass deine medizinische Vorsorge stets auf dem neuesten Stand ist.

Patientenverfügung fertig? Ergänze sie mit einer Vorsorgevollmacht zum Ausdrucken

Im besten Fall kannst du bei einem Anbieter, der all diese Qualitätskriterien erfüllt, nicht nur eine Patientenverfügung erstellen, sondern auch eine Vorsorgevollmacht und eine Betreuungsverfügung. Denn im Ernstfall brauchen die Ärzte nicht nur deine Patientenverfügung, sondern auch einen Ansprechpartner, der dich gesetzlich vertritt. Wenn du vermeiden willst, dass ein dir unbekannter Betreuer eingesetzt wird, solltest du in der Vorsorgevollmacht und der Betreuungsverfügung Vertrauenspersonen benennen, an die Ärzte sich wenden können.

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