Gute Krimis: Die 25 spannendsten Krimis und Thriller

Im dritten Teil unserer Buch-Charts stellen wir die 25 besten Krimis und Thriller vor. Die liest man am besten gut eingemummelt auf dem Sofa.

1. Nele Neuhaus: Im Wald

Dass auch ein Ermittler, den man glaubt, in und auswendig zu kennen, ein Überraschungspaket sein kann, beweist Nele Neuhaus in ihrem achten Taunuskrimi. "Im Wald", der sich genauso flüssig liest wie seine Vorgänger, ist Bodensteins persönlichster Fall. Über 560 Seiten entsteht ein Bild von gegenseitigen Verstrickungen in seinem Heimatort Ruppertshain. Ein Unbekannter verbrennt in einem Wohnwagen, eine Frau wird in einem Hospiz getötet. Das Dorf schweigt, die Ermittlungen führen Bodenstein zurück in die 70er, als sein bester Freund verschwand.
Das Trauma der Kindheit kehrt zurück, er muss plötzlich in einer Geschichte, in die viele alte Bekannte verwickelt sind, unangenehme Fragen stellen. Und es gibt immer mehr Tote. Der Kommissar beginnt an vielem zu zweifeln, an Freundschaft, Liebe und letztendlich an seinem Job. Ob er ihn schmeißt oder nicht, ist eine der großen Fragen dieses Buches. Bodenstein-Fans werden allein deshalb dranbleiben - um zu erfahren, ob ihr geliebter Kommissar in den Sonnenuntergang entschwindet.

(560 S., 22 Euro, Ullstein; auch als Hörbuch)

2. Arne Dahl: Sieben minus eins

Zwei Serien gibt es bisher von Arne Dahl, beide atemberaubend gut. Denn so spannend der Schwede auch schreibt, immer geht es ihm mindestens ebenso sehr darum, die Schwachstellen unserer Gesellschaft unter die Lupe zu nehmen. Zehn Bände lang hat er international höchst erfolgreich mit der sympathischen "A-Gruppe"
 der Stockholmer Polizei das Leben in seiner Heimat seziert, dann kamen die Europol-Bücher, in denen das Böse sich kreuz und quer in Europa breitmachte.
Jetzt fängt Arne Dahl wieder mal ganz frisch an: "Sieben minus eins" hat ein neues Ermittlerteam, diesmal sind sie nur zu zweit, der raue Sam Berger und seine Kollegin Molly Blom. Es ist das raffinierteste Buch, dass Arne Dahl je geschrieben hat.
Von dem Vermisstenfall um ein verschwundenes Mädchen ausgehend, legt er eine düstere Spur bis in die Vergangenheit und die Erinnerungen seines Ermittlers. Denn es gibt etwas, das Berger mit diesem und anderen Verbrechen verbindet. Wenn wir am Ende erschöpft das Buch aus der Hand legen und sofort auf Entzug sind, bleibt ein Trost: Berger und Blom kommen wieder. Die neue Serie hat gerade erst begonnen. 

(Ü: Kerstin Schöps, 416 S., 17 Euro, Piper; auch als Hörbuch)

3. Joakim Zander: Der Bruder

Früher waren sie unzertrennlich: Yasmine und Fadi, Einwandererkinder aus dem Stockholmer Vorstadt-Ghetto Bergort. Aber jetzt lebt Yasmine in New York, und Fadi ist für den IS in Syrien. Schuldgefühle treiben Yasmine nach Bergort zurück, sie will Fadi finden und stößt auf eine seltsame Sicherheitsfirma, die die Vorort-Kids für ihre Interessen ausnutzt. Toll ist die Genauigkeit, mit der der Schwede Joakim Zander die Migranten-Szene in Schweden beschreibt. Allerdings überfrachtet er den Plot ein wenig. Dennoch ein spannendes und brandaktuelles Buch.

(Ü: Nina Hoyer, Ursel Allenstein, 464 S. 15 Euro, Rowohlt; auch als Hörbuch)

4. Gregor Weber: Asphaltseele

Es gibt Autoren, die so schreiben, dass man die Atmosphäre ihrer Geschichte schmecken kann. Diese zum Beispiel verströmt das Aroma von Bier, schlechtem Kaffee, Frikadellen und abgerockten Typen. So einer ist Kommissar Ruben Rubeck, wohnhaft und tätig im Frankfurter Bahnhofsviertel. Der gerät in eine Schießerei, bei der er eine kosovarische Unterweltgröße verletzt. Nicht Rubecks Schuld, trotzdem mag er danach niemandem mehr trauen. Und dann holt ihn seine Vergangenheit als Soldat ein. Gregor Weber baut seine Geschichte auf wie einen guten Rocksong, das furiose Finale ist inklusive.

(240 S., 15 Euro, Heyne; auch als Hörbuch)

5. Melanie Raabe: Die Wahrheit

Diese Frau ist eine Sensation. Jedenfalls für Krimi-Fans auf dem ganzen Planeten, denn Melanie Raabes Debüt "Die Falle" wurde in so ziemlich jede lesbare Sprache der westlichen Welt übersetzt, die Filmrechte hat sich noch vor Erscheinen des Buches ein großes amerikanisches Studio gesichert. Das alles passierte 2015, ein Jahr später muss die Tochter einer Akademikerin aus Jena und eines Mannes aus Benin mit dem Druck leben, den ein derart starker Erstling nun mal mit sich bringt. 
Aber die 35-Jährige, die in Köln lebt, hält ihm ganz gut stand. "Die Wahrheit" funktioniert nämlich durch eine ähnliche Dramaturgie wie "Die Falle": ein Mann und eine Frau in einem kammerspielartigen Katz-und-Maus-Spiel, ständige Wechsel in der Frage, wer von beiden Täter und wer Opfer ist, eine Hauptdarstellerin, an deren Verstand immer wieder Zweifel aufkommen. Diese Frau heißt Sarah Petersen, sie ist Ende 30, lebt mit ihrem Sohn in Hamburg, ist Lehrerin und alleinerziehend, denn ihr Mann Philipp wurde vor sieben Jahren in Kolumbien entführt. Allmählich findet Sarah sich mit seinem wahrscheinlichen Tod ab und ins Leben zurück, sie kocht wieder für Freunde und verliebt sich sehr vorsichtig.
Doch dann ruft plötzlich das Auswärtige Amt an: Ihr Mann lebt und ist frei. Als sie ihn am Flughafen abholt, stellt sie im Rummel um die Rückkehr des prominenten, aber scheuen Unternehmers fest: Das ist nicht Philipp. Doch das will keiner glauben. Der Fremde nistet sich bei ihr ein. Und treibt sie langsam in den Wahnsinn - erst recht, als er sie an ihr dunkelstes Geheimnis erinnert.
Raabe balanciert an den Abgründen ihrer Figuren entlang und schlägt dabei sehr gekonnt mehrere Haken. Ein (unblutiger) und doch extrem nervenstrapazierender Psychothriller.


(448 S., 16 Euro, btb; auch als Hörbuch)

6. Caroline Eriksson: Die Vermissten

Caroline Eriksson war einmal mit Mann und Kindern auf einem wunderschönen See in Schweden rudern. Sie fuhren zu einer Insel, ihre Familie ging an Land, sie wartete am Ufer. Da kam ihr ein Gedanke: Was, wenn die jetzt nicht zurückkommen? Genau das erlebt ihre Romanheldin Greta, denn deren Mann und Tochter verschwinden bei einem Landgang. Ein Rätsel - doch dann wird Greta selbst zur Verdächtigen. In 25 Länder hat Eriksson dieses Buch verkauft. Kein Wunder: Der Albtraum, durch den Greta stolpert, entwickelt einen unausweichlichen Sog.

(Ü: Wibke Kuhn, 272 S., 13 Euro, Penguin; auch als Hörbuch)

7. Mark Billingham: Die Schande der Lebenden

Selbsthilfegruppen sind so eine Sache: Man weiß alles und doch fast nichts voneinander. Ein tolles Setting für einen Mord. Fand auch Mark Billingham und erzählt von fünf Londoner Süchtigen,
 die sich einmal in der Woche austauschen. Dann wird ein Mitglied ermordet, und die Polizei kommt nicht voran, weil es zum Gruppenkodex gehört, über die Treffen zu schweigen. Billingham setzt spannungsmäßig ganz auf die Dynamik der Verdächtigungen, in die sich die fünf verstricken, denn natürlich hat jeder
ein eigenes Geheimnis. Einmal eingeweiht, legt man dieses Buch nicht mehr weg.

(Ü: Joachim Körber, 448 S., 20 Euro, Atrium; auch als Hörbuch)

8. Tim Erzberg: Hellgoland

Das wegen eines Sturms tagelang vom Festland abgeschnittene Helgoland ist die Kulisse für den ersten Fall der jungen Polizistin Anna Krüger. In ihrer Post findet sie einen abgetrennten Daumen. Wenig später schickt ihr jemand ein Einweckglas voll Blut. Aber wer treibt diese Spielchen mit Anna, die nur auf die Insel ihrer Kindheit zurückgekehrt ist, um ein Trauma zu überwinden? Tim Erzberg - übrigens das Pseudonym des Literaturagenten Thomas Montasser - hat ein düsteres, beklemmendes Kammerspiel geschaffen, das sehr lange rätselhaft bleibt.

(400 S., 16 Euro, HarperCollins; auch als Hörbuch)

9. Robert Wilson: Die Stunde der Entführer

Sechs Kinder und Jugendliche werden
in London entführt, binnen 32 Stunden. Alle haben reiche Eltern, die bereit sind, jede Forderung zu erfüllen. Nur: Sie erhalten keine. Hier kommt Charles Boxer ins Spiel, Spezialist für Entführungsfälle - und bei der Suche nach den Opfern wenig zimperlich. Auch wenn er damit sein eigenes Umfeld gefährdet ... Robert Wilson erzählt schnell und schnörkellos, trotzdem ist sein Ermittler kein Macho, sondern ein sensibler Mann mit einem Privatleben an der Grenze zur Katastrophe. Eine spannende Figur in einer elektrisierenden Geschichte.
(Ü: Kristian Lutze, 480 S., 17 Euro, Goldmann)


10. Rebecca James: Die Wahrheit über Alice

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"Ich war nicht auf Alice' Beerdigung": So beginnt dieses Buch. "Da hasste ich Alice schon und war froh, dass sie tot war. Denn Alice hatte mir das angetan, Alice hatte mein Leben zerstört..." Damit wissen wir schon ziemlich viel. Aber ein raffinierter Psycho-Thriller hält das aus, wenn gleich am Anfang verraten wird, dass der Bösewicht am Ende seine gerechte Strafe bekommt. Zumal sich hier im Rückblick ganz langsam das Grauen entfaltet. Was die Erzählerin für Seelenverwandtschaft hielt, wurde ein Albtraum: Alice, ihre beste Freundin, der Mensch, dem sie selbst ihr traurigstes Geheimnis anvertraut, entpuppt sich als Stalkerin. Und hört nicht auf, sie zu quälen, bis ihr Leben ein Scherbenhaufen ist. Ein Horror, den jede Frau sofort nachvollziehen kann. Weil wir das alle schon "in klein" erlebt haben: nur im Ansatz, oft in der Pubertät. Aber die Angst sitzt tief. Deswegen treffen dieses Thema und dieser Thriller voll den Nerv.

(Ü: Ulrike Wasel/Klaus Timmermann, 320 S, 16,95 Euro, Wunderlich)

11. Anne Holt: Gottes Zahl

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BESTSELLER-CHECK

Die Story: Fundamentalistische Splittergruppe tötet alle, die nicht in ihre fundamentalistische Splittergruppenwelt passen.

Die Figuren: Tote Bischöfin, toter Stricher, toter Bildhauer - und das Ermittler-Ehepaar Inger Johanne Vik und Ingvar Stubø (Holt-Fans kennen die beiden aus "In kalter Absicht" und "Was niemals geschah").

Die Autorin: Anne Holt, 51, lebte lange mit dem Bösen: Sie arbeitete als Polizeijuristin, Anwältin und Justizministerin. Dann schuf sie die spröde Kommissarin Hanne Wilhemsen - und landete ruckzuck auf allen Bestsellerlisten.

Da muss man durch: Verschwörungstheorien. Norwegischer Winter. Kräutertee.

Das hat man davon: Verfolgungswahn. Kalte Füße. Kaffeedurst. Was sich für diesen unfassbar spannenden Thriller alles lohnt.

Perfekt für: Alle Fans skandinavischer Krimis, die herrlich normale Ermittlerpaare lieben.

(Ü: Gabriele Haefs, 464 S., 19,95 Euro, Piper)

12. Nick McDonell: Ein hoher Preis

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Die Erwartungen sind hoch, wenn ein literarisches Wunderkind sich an einen Polit-Thriller macht. Nick McDonell, heute 26, hat mit seinem Debüt "Zwölf" 2002 sämtliche Kritiker vom Hocker gerissen und die Leser gleich mit. Damals hat der Amerikaner von seiner Kindheit in der New Yorker Oberschicht erzählt, und auch Teile seines neuen Romans spielen in der Welt des Autors: in Harvard, wo McDonell studiert hat. Dort wirbt die CIA mit Vorliebe Eliteagenten an, davon erzählt McDonell bitter und böse. Und davon, wie amerikanische Geheimdienste versuchen, Anschläge in Afrika unschuldigen Stammesfürsten in die Schuhe zu schieben. So zum Beispiel dem Somali Hatashil, dessen persönliche Integrität die Harvard-Professorin Susan Lowell in einem Buch preist, für das sie den Pulitzerpreis bekommt. Sie kämpft für die Wahrheit und den Ruf Hatashils - und ihren eigenen. McDonell gelingt ein manchmal etwas unterkühlter Blick hinter die Kulissen von Harvard. Und ein Krimiplot, der höchsten moralischen Ansprüchen genügt.

(Ü: Thomas Gunkel, 304 S., 22 Euro, Berlin Verlag)

13. Fran Ray: Die Saat

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Die Idee zu diesem Buch, sagt die Fran Ray, kam ihr in Australien, wo sie auf einer Farm zum ersten Mal mit genmanipuliertem Saatgut und Pestiziden in Kontakt gekommen ist. Daraus hat die deutsche Autorin (der Name ist ein Pseudonym, extra für den internationalen Markt erfunden) einen Öko-Thriller gestrickt, in dem nicht weniger als das Schicksal der Menschheit auf dem Spiel steht. Da wird ein Genforscher in Paris ermordet, in Uganda sterben viele Menschen an einer unbekannten Gehirnerkrankung - überhaupt: Viele Indizien sprechen dafür, dass die Welt vor der größten Umweltkatastrophe ihrer Geschichte steht. Und die haben wir skrupellosen Konzernen zu verdanken.

(512 S., 8,90 Euro, Bastei-Lübbe)

14. Heinrich Steinfest: Batmans Schönheit

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Dieses Buch können wir Ihnen nicht ans Herz legen, ohne Sie gleichzeitig zu warnen. Zwar hantiert Heinrich Steinfest mit gängigen Krimi-Zutaten - es gibt den (einarmigen) Privatdetektiv Cheng, der schon in drei anderen Steinfest-Krimis aufgetaucht ist, mysteriöse Morde an Schauspielern, einen Oberbösewicht mit Handlangern - aber am Ende bleiben Fragen offen, vermischen sich Buchwirklichkeit und Fiktion. "Batmans Schönheit" bereitet trotzdem großen Lesespaß. Dafür sorgen schräge Typen und noch schrägere Sprachbilder, Steinfests humorig-hintergründiger Ton und seine Ausflüge ins Alltagsphilosophische, in denen zum Beispiel die Bösartigkeit von Designermöbeln erörtert wird. Steinfest und sein Cheng erinnern manchmal an Wolf Haas und dessen Brenner - was ja nicht das Schlechteste ist.

(270 S., 8,95 Euro, Piper)

15. Håkan Nesser: Die Perspektive des Gärtners

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Wir bei der BRIGITTE halten Håkan Nesser für einen der besten lebenden Schriftsteller überhaupt. Sein neues Buch bestärkt uns nur in dieser Meinung. Es geht um den Schriftsteller Erik Steinbeck und seine Frau Winnie, deren vierjährige Tochter verschwindet. 15 Monate später ziehen Erik und Winnie nach New York, sich Winnie plötzlich sehr seltsam verhält - und verkündet, dass ihre Tochter noch lebe...

(Ü: Christel Hildebrandt, 320 S., 19,99 Euro, btb)

Das Hörbuch "Die Perspektive des Gärtners" gibt es auch auf unserer Download-Plattform.

16. Ken Bruen: Jack Taylor fährt zur Hölle

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Ja, Ken Bruen schreibt wunderbar. Aber er hat auch richtig Glück, dass er einen deutschen Übersetzer hat, der seine rotzige irische Whiskey-Philosophie so kongenial in unsere Sprache überträgt wie Harry Rowohlt - da haben sich zwei Seelenverwandte gefunden. Kostprobe gefällig? "Ich bin weit über mein Verfallsdatum hinaus und lebe auf gepumpte Zeit, wenig gepumpte Zeit. Mit mir hätte schon längst Schluss sein sollen. An vielen Tagen wünschte ich mir, es wäre Schluss." Das sagt Jack Taylor, Ex-Polizist und Gelegenheitsdetektiv im irischen Galway. Er wird beauftragt, das Schicksal einer Frau zu ergründen, die im berüchtigten, weil teilweise sadistischen Magdalenenorden gelebt hat. Also begibt sich der Säufer Jack Taylor zu den Dienerinnen des Herrn - und landet mitten in der Hölle.

(Ü: Harry Rowohlt, 304 S., 16 Euro, Atrium)

17. John Grisham: Das Gesetz

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Wer schreibt? Ein Anwalt aus Mississippi. Das war John Grisham nämlich, und sein erlernter Beruf ist die Grundlage seines Erfolges - er ist der erfolgreichste Autor für Justiz-Thriller aller Zeiten. Dass er aber auch anders kann, beweist er mit den sieben Kurzgeschichten in diesem Buch, die mitnichten alle Krimis sind.

Wer stirbt? Womöglich - wir wollen nicht zuviel verraten - der Maurergehilfe Bailey bei einem Arbeitsunfall, nach dem er dringend auf Blutspenden angewiesen ist. Vielleicht auch Raymond, der wegen Mordes im Todestrakt sitzt und am Abend seiner Hinrichtung nur noch auf ein Wunder hoffen darf. Ganz sicher Adrian, der Aids hat und in den 80ern zum Sterben in seine kleine Heimatstadt im Süden zurückkehrt.

Wer ermittelt? Ach, spielt diesmal keine Rolle. Grisham erzählt warmherzig von den Menschen in seiner Heimat, ihren Ängsten, Fehlern und Hoffungen. Ein bisschen Krimi steckt drin. Aber auch viel Liebe.

(Ü: Kristiana Dorn-Ruhl, Bea Reiter, Imke Walsh-Araya, 384 S., 19,99 Euro, Heyne)

Das Hörbuch "Das Gesetz" gibt es auch auf unserer Download-Plattform.

18. Elizabeth George: Wer dem Tode geweiht

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Wer schreibt? Elizabeth George, 61, ist Amerikanerin, so steht es im Pass. Aber ihr Herz schlägt britisch - ihre Lynley/Havers-Romane sind englischer als Minzsauce und Chips mit Essiggeschmack. Dieses ist der mittlerweile 16. Fall des beliebten Londoner Ermittler-Duos, das der Autorin Weltruhm bescherte.

Wer ist tot? Angelehnt an einen wahren Fall: ein kleiner Junge, der von drei Teenagern entführt udn ermordet wird. Und Jemima Hastings, eine junge Frau aus Hampshire, die auf einem Friedhof im Norden Londons gefunden wird. In diesem Krimi steckt eine geballte Ladung Sozialkritik, wie so oft in den vergangenen Jahren bei Elizabeth George.

Wer ermittelt? Eine Legende kehrt zurück: Inspektor Lynley stürtz sich nach dem Tod seiner Frau wieder ins Arbeitsleben, ist aber von seinem Verlust immer noch gezeichnet. Mit dabei: seine kongeniale Partnerin Barbara Havers.

(Ü: Charlotte Breuer, Norbert Möllemann, 832 S., 24,90 Euro, Blanvalet)

19. Peter James: Und morgen bist du tot

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Wer schreibt? Peter James, 62, wohnhaft in der Nähe von Brighton, England. Sohn der ehemaligen königlichen Handschuhmacherin. Schrieb in den 70ern erfolgreiche Horrorbücher, fand aber seine Fans zu abgedreht und wechselte ins Krimifach.

Wer ist tot? Zunächst einmal drei Jugendliche, die auf dem Grund des Ärmelkanals entdeckt werden. Ihnen fehlen die wichtigen Organe, das verwirrt die Polizei, auch, dass niemand sie vermisst. Ihre Spur führt nach Osteuropa. Wer vielleicht stirbt: Caitlin, ein 15-jähriges Mädchen, das verzweifelt auf eine Spender-Leber wartet.

Wer ermittelt? Wie immer bei Peter James: Roy James, Leiter der Mordkommission in Brighton. Ein hervorragender Polizist und Mensch, auf dem immer noch ein Schatten liegt - das spurlose Verschwinden seiner Frau Sandy vor zehn Jahren.

(Ü: Susanne Goga-Klinkenberg, 528 S., 18,95 Euro, Scherz)

Das Hörbuch "Und morgen bist du tot" gibt es auch auf unserer Download-Plattform.

20. Garry Disher: Rostmond

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Das Beste an den Romanen von Garry Disher: Den größten Scheiß bauen die Verbrecher, aber auch die Ermittler sind nicht ohne Fehl. Und so gibt es kein Schwarz und kein Weiß, sondern eine sehr realistische Geschichte, die immer auch eine Zustandsbeschreibung der australischen Gesellschaft ist. Dishers Kommissar Hal Challis und sein Team ermitteln in der Kleinstadt Waterloo in der Nähe von Melbourne. Dort ist der Kaplan einer Privatschule brutal zusammen geschlagen und eine junge Frau ermordet worden. Ausgerechnet während der Schoolies Week, in der Horden von jungen Schulabgängern ihren Abschluss feiern. Völlig zu Recht hat Disher schon zweimal den Deutschen Krimipreis bekommen.

(Ü: Peter Torberg, 346 S., 19,90 Euro, Unionsverlag)

21. Jussi Adler-Olsen: Schändung

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Die Story: Ein 20 Jahre zurückliegender Doppel-Mord beschäftigt die Polizei in Kopenhagen. Der damals verknackte Täter scheint ein Bauernopfer gewesen zu sein. Die Suche nach der Wahrheit die Kopenhagener Polizei in den Spitzen der dänischen Gesellschaft. Es gibt angenehmere Orte zum ermitteln.

Die Figuren: Der Sonderermittler Carl Mørck, eigensinnig und allergisch gegen Autoritäten. Sein schräger Assistent Assad. Und ihre Gegenspieler, drei sadistische Mitglieder der dänischen High Society.

Stargast: die Obdachlose Kimmie - einst eine Freundin der Verdächtigen, heute deren größte Bedrohung. Erinnert an Lisbeth Salander.

Der Autor: Jussi Adler-Olsen, 60, gilt als dänischer Stieg Larsson. Das ist ein bisschen ungerecht, der Mann hat schließlich seinen eigenen Stil. Ganz so erfolgreich ist er auch nicht. Aber wer ist das schon.

Da müssen wir durch: Hier treiben Sadisten ihr Unwesen. Und Adler-Olsen beschreibt, was Sadisten so machen. Manchmal ganz schön heftig.

Das haben wir davon: Einen moralischen Thriller der Extraklasse.

Perfekt für: Unerschrockene. Und Leute, die sich gern erschrecken.

(Ü: Hannes Thiess, 460 S., 14,90 Euro, dtv premium)

Das Hörbuch "Schändung" gibt es auch auf unserer Download-Plattform.

22. Meg Gardiner: Buße

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Jo Beckett, die Heldin Meg Gardiners, ist forensische Psychologin. Uns liegt das Protokoll der ersten Seelen-Autopsie des Opfers in ihrem neuen Fall vor:

Diensthabende Forensikerin: Jo Beckett

Todesfall: Tasia McFarland, 42, erfolgreicher Popstar, Exfrau des aktuellen US-Präsidenten Thomas McFarland

Todesursache: Schuss aus einem Colt aus nächster Nähe in den Hals. Unklar sind die Umstände. Weder ein Unfall, Selbsttötung oder Fremdverschulden können nach erstem Ermittlungsstand ausgeschlossen werden.

Tatzeitpunkt: Der Beginn eines Auftritts des Opfers. Der Colt war ein Requisit der Bühnenshow.

Ort: Baseballstadion von San Francisco.

Zeugen: Etwa 50.000.

Vorerkrankungen: Das Opfer war seit gut 20 Jahren manisch-depressiv und deswegen dauerhaft in Behandlung.

Sonstige Bemerkungen: Das Opfer fühlte sich bedroht. Ihm nahe stehende Menschen berichten, dass das Opfer das Gefühl gehabt habe, "der Staat" würde ihm nach dem Leben trachten.

Weiterführende Ermittlungen werden von Jo Beckett, forensische Psychologin, und Officer Amy Tang, SFPD, angestellt.

(Ü: Friedrich Mader, 496 S., 19,99 Euro, Heyne)

23. Arnaldur Indriðason: Frevelopfer

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Das hier ist ein Krimi, der einfach nur ein Krimi ist, und nicht außerdem: Gesellschaftsanalyse, Soziogramm einer Ermittlergruppe oder Porträt eines Kommissars auf Sinnsuche. Arnaldur Indriðason Ermittlerin Elinborg macht nichts weiter als: ermitteln! Sie hat damit auch genug zu tun, denn sie muss den Mord an einem Mann aufklären, der jungen Frauen K.o.-Tropfen in den Drink kippt, um sie dann zu vergewaltigen. Der Fall ist rätselhaft, denn es gibt keine Zeugen, kaum Spuren, und die Opfer können sich an nichts erinnern. Kommissarin Elinborg folgt also ihrem Instinkt und puzzelt sich die Wahrheit zusammen. Die Geschichte besticht durch ihr perfektes Timing, inhaltlich ist sie lösungsorientiert: Der Ausgang ist nicht, wie so oft, einfach nur ein notwendiges Übel, sondern eine echte Auflösung.

(Ü: Coletta Bürling, 381 S., 18,99 Euro, Lübbe)

24. Joe Hill: Teufelszeug

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Okay, Kinder möchten sich von ihren Eltern abgrenzen, schon klar. Joseph Hillstrom King hat sich ein Pseudonym zugelegt, bestehend aus Teilen seiner beiden Vornamen. Aber sonst? Der Sohn von Stephen King wohnt immer noch in derselben Gegend von New Hampshire wie sein berühmter Vater, er übt den gleichen Beruf aus. Und wenn er so weitermacht, könnte der 38-Jährige mit seinen surrealen, lakonisch und humorvoll geschriebenen Horrorromanen auch ähnlich erfolgreich werden. In "Teufelszeug" verliert Ig Perrish, reich geboren und weitgehend sorgenfrei, seine große Liebe: Merrin wird bestialisch ermordet. Er selbst gerät unter Verdacht. Eines Morgens wacht er mit zwei Teufelshörnern auf, die ihm unheimliche Fähigkeiten verleihen. Und seinen Rachdurst wecken... So klingt das Buch: "Die Vorstellung, dass er sterben würde, war von einem Gefühl der Erleichterung begleitet, als würde er auftauchen und Luft holen, nachdem er zu lange unter Wasser geblieben war. Als Kind wäre Ig einmal fast ertrunken, und er litt unter Asthma. Er kannte das Gefühl zu ersticken gut und wusste jeden Atemzug zu schätzen."

(Ü: Hannes Riffel, 544 S., 19,95 Euro, Heyne)

25. Ann Rosman: Die Tochter des Leuchtturmmeisters

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Die Autorin: Ann Rosman, 37, lebt auf der etwas versnobten, aber wunderschönen Insel Marstrand vor Göteborg. Segeln ist ihre Leidenschaft, gern auch in den noch kälteren Norden. Das hat sie gemeinsam mit ihrer lebensnahen Figur Karin Adler.

Die Heldin: Karin Adler ermittelt für die Kripo Göteborg und wohnt seit der Trennung von ihrem Verlobten, der nie Milch eingekauft hat, auf ihrem Segelboot.

Die Leiche im Keller: Ein junger Mann, vor 45 Jahren liebevoll bestattet und luftdicht eingemauert, wird bei Bauarbeiten im Vorratskeller des Leuchtturms von Hamneskär gefunden. Und beschert Karin einen Fall, bei dem sie viel Boot fahren kann und Betrügerinnen, Schmugglern und alten Nazis eine Menge Ärger bereitet. Sie entwirrt das Geheimnis um die Familie des Leuchtturmmeisters mit Verstand und Einfühlungsvermögen - bei wichtigen Zeugen trinkt sie ihren Kaffee notfalls auch schwarz.

(Ü: Gisela Kosubek, Rütten & Loening, 349 S., 19,95 Euro)

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