Anne-Sophie Mutter: "Von Natur aus bin ich eigentlich faul"

Anne-Sophie Mutter kennt ihre Konzerttermine bis ins Jahr 2013. Trotzdem gelingt es der Stargeigerin über ihr Leben frei zu bestimmen.

Wenn sie spielt, legen die Engel im Himmel ihre Harfen zur Seite, sagen die einen, andere nennen sie die Teufelsgeigerin. Im Münchener "Hotel Palace" sitzt Anne-Sophie Mutter, 45, jedoch äußerst irdisch beim Frühstück mit einer Freundin. Als sie später in einem Jugendstilsessel eines Hotelzimmers fotografiert wird, schaut sie erst lange zu Boden, um im nächsten Moment schallend loszulachen. "Ich komme mir vor wie auf einem Thron", sagt sie. Ein Thron liegt ihr nicht, ein Berggipfel schon eher. Sie wirkt herzlich, sprüht vor Lebendigkeit. Nur Fragen nach ihrem Privatleben würden sie "hibbelig" machen, kündigt sie an. Ähnlich wie schon vor über 30 Jahren, als das Mädchen aus dem badischen Städtchen Wehr, das Karajan zum "Geigenwunder" erklärte, den Reportern unmissverständlich klarmachte, sie habe "nüt zu verzella", gebe aber gern ein Stück auf ihrer Geige zum Besten.

Anne Sophie Mutter zitiert gern John Lennon

BRIGITTE-woman.de: Sie sind nicht nur die weltbeste Geigenvirtuosin, sondern auch Mutter. Aber die Stargeigerin auf dem Elternabend ihrer Kinder - das kann ich mir nicht vorstellen.

Anne-Sophie Mutter: Och doch, ab und zu schon. Wenn es um so bedeutsame Probleme wie "Was schmiere ich meinem Kind aufs Pausenbrot" geht. Ich reiß mich aber nicht drum, lieber gehe ich zum Lehrer direkt in die Sprechstunde.

BRIGITTE-woman.de: Oft sind Sie wahrscheinlich sowieso unterwegs. Verplant über Jahre hinweg. Wissen Sie heute schon, was Sie 2012 in Tokio spielen werden?

Anne-Sophie Mutter: Ja, auch 2013 kenne ich schon Konzerttermine. Aber so ein vorhersehbares Leben hat auch Vorteile. Weil ich besonders wichtige Perioden im Leben mit meinen Kindern früh berücksichtigen kann. Große Familienfeste zum Beispiel verpasse ich nie. Dafür leider schon mal kurzfristige Termine wie eine Tanzveranstaltung meiner Tochter. Aber so, wie es ist, ist unser Leben für meine Kinder und mich ziemlich normal.

BRIGITTE-woman.de: Sie zitieren gern John Lennon, der einmal sagte: "Leben passiert, während ich Pläne mache." Haben Sie Angst, etwas zu verpassen?

Anne-Sophie Mutter: Ich bin nicht ängstlich, aber der Satz beinhaltet beides: Zufall und Planung. Nur wenig ist wirklich planbar. Aber Planung ist unbedingt notwendig, um Ziele zu gestalten. Ohne auf Ziele hinzuarbeiten, könnte ich nicht leben. Ohne die vielen überraschenden Momente meines Lebens jedoch wäre ich kein kompletter Mensch und auch nicht in der Lage, spontan auf der Bühne zu reagieren. Beim Spielen kommt die Inspiration des Moments hinzu.

BRIGITTE-woman.de: Aber muss man in einem durchorganisierten Leben wie Ihrem nicht auch Raum für Zufälle einplanen?

Anne-Sophie Mutter: Zufälle passieren, die kann man nicht planen. Wie Begegnungen mit Komponisten, durch die ich künstlerisch weiterkomme. Auch meine privaten Begegnungen, mein erster Mann Detlef Wunderlich, meine Kinder - immer zufällig. Oder werden Kinder geplant?

BRIGITTE-woman.de: Meine nicht...

Anne-Sophie Mutter: Meine auch nicht. Letzten Endes sind sie doch immer ein Gottesgeschenk.

Anne-Sophie Mutter: "Allein bin ich selten"

BRIGITTE-woman.de: Tut's Ihnen nicht leid, wenn Sie nicht zu Hause sind und trösten können, wenn Ihre Kinder mit schlechten Noten aus der Schule kommen?

Anne-Sophie Mutter: Sie kommen nicht mit schlechten Noten heim, alles im grünen Bereich. Von zu Hause weggehen und konzertieren ist für mich trotzdem immer schwierig, klar. Ich hatte die Hoffnung, dass Kinder im Teenageralter ihre Mutter weniger bräuchten. Meine Tochter ist jetzt 17, mein Sohn 14 - und genau das Gegenteil ist der Fall. Je anspruchsvoller und komplexer das Leben eines jungen Menschen ist, umso wichtiger sind die Gespräche. Ich reise ein- bis zweimal im Jahr für zwei Wochen nach Amerika und Fernost. Dann bin ich wieder monatelang zu Hause. Für die Europatourneen ist es günstig, dass ich in der Mitte Europas wohne und entweder mit dem ersten Flieger nach dem Konzert zurückfliegen kann oder eben nachts mit dem Auto die drei, vier oder fünf Stunden noch zurück nach München komme.

BRIGITTE-woman.de: Hört sich trotzdem nach Nomadenleben und einsamen Stunden an...

Anne-Sophie Mutter: Ich bin froh, dass meine Kinder oft mit mir gereist sind und früh große Teile der Welt kennen gelernt haben. Sie sind dadurch sehr weltoffen und mit einem großen Respekt für andere Kulturen aufgewachsen. Überall auf der Welt haben wir Freunde. Eine Art außerfamiliäre Familie. Allein bin ich selten. Auch jetzt nicht, wo meine Kinder nur noch selten mitreisen. Aus meinen Musiker-Kollegen, mit denen ich auf der Bühne stehe, werden Freunde, und mit Freunden bin ich gern unterwegs. Glauben Sie mir, ich bin glücklich mit dem Leben, für das ich mich mit sechs Jahren entschieden habe.

BRIGITTE-woman.de: Unglaublich, Sie wussten schon bei der Einschulung ganz genau, was Sie tun wollten im Leben?

Anne-Sophie Mutter: Ich wusste, ich wollte Geigerin werden.

BRIGITTE-woman.de: Solistin sogar. War es wirklich der eigene Wunsch?

Anne-Sophie Mutter: Ja, meine Eltern haben mich nicht unter Druck gesetzt. Ich bin die erste Musikerin in meiner Familie. Aber meine Brüder und ich sind in einer sehr musischen Umgebung aufgewachsen. Mit regelmäßiger Beschallung von klassischer Musik und Jazz. Das hat wohl eine Saite - mit ai - in mir berührt, so dass ich mir zum fünften Geburtstag Geigenunterricht wünschte - und ihn ein halbes Jahr später auch bekam.

BRIGITTE-woman.de: Sie sollen Ihre Geige sogar abends mit ins Bett genommen haben.

Anne-Sophie Mutter: Na ja, eine Weile lag sie im Geigenkasten neben dem Bett.

BRIGITTE-woman.de: Ihre Musik gilt als ungestüm und drängend. Sind Sie ihr ähnlich?

Anne-Sophie Mutter: Ich bin nicht meine Musik, sondern ich versuche, unter die Haut des Komponisten zu schlüpfen und aus fünf Zeilen auf dem Papier eine musikalische Aussage herauszuholen. Aber ich bin ein sehr leidenschaftlicher Mensch. Dazu gehören Ungeduld und Schnelligkeit. Leidenschaft kann aber auch sehr leise und sehr behutsam sein.

BRIGITTE-woman.de: Ihr Spiel im Konzert "In tempus praesens", das Sofia Gubaidulina für Sie geschrieben hat, wirkt sehr innig.

Anne-Sophie Mutter: Das hat auch mit ihrer politischen Vergangenheit zu tun. Frau Gubaidulina gehörte ja zu den verbotenen Komponisten zu Zeiten der Sowjetunion, durfte über Jahrzehnte das Land nicht verlassen und wurde auch nicht aufgeführt. Ich bewundere ihre Musik zutiefst, weil sie diese Symbiose zwischen Form und Emotion schafft. Wie jeder große Komponist versucht die Komponistin, eine Tonsprache zu finden, die einzigartig ist. Das ist oft technisch schwierig auf der Geige umzusetzen. Aber ich liebe Herausforderungen. Vielleicht hängt das mit meiner Bergsteigernatur zusammen. Ich bin früher sehr gern und oft in die Berge gegangen.

BRIGITTE-woman.de: Jetzt nicht mehr?

Anne-Sophie Mutter: Meine Kinder sind keine begeisterten Bergsteiger, leider. Die spielen Tennis, tanzen, joggen. Deshalb haben sich meine sportlichen Aktivitäten mehr auf das Laufen hin verändert.

BRIGITTE-woman.de: Und wer läuft dann wem davon?

Anne-Sophie Mutter: Ich renn meinen Kindern davon oder sie mir und ich hinterher. Aber egal ob Joggen oder Bergsteigen oder Musikmachen - die Herausforderung des Neuen und Unbekannten hat mich immer fasziniert.

BRIGITTE-woman.de: Der Reiz ist das eine, an einer Sache dranbleiben, etwas erlernen und üben das andere. "Kunst ist schön, aber macht viel Arbeit", sagte Karl Valentin.

Anne-Sophie Mutter: Leidenschaft macht alles möglich. Ich sehe das auch bei meinem Sohn. Der könnte, wenn ich den nicht vom Tennisplatz schleppen würde, den ganzen Tag Tennis spielen. Das Gleiche beim Tanzen meiner Tochter. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, weil ich weiß, wie wunderbar es sich anfühlt, wenn man mit seiner großen Leidenschaft Zeit verbringt und sich in dieser Leidenschaft völlig verliert.

BRIGITTE-woman.de: Eine Leidenschaft, die aber viel Disziplin verlangt.

Anne-Sophie Mutter: Und Hingabe und Mühe. Aber wenn man sich für eine Sache interessiert, dann sind Mühe und Anstrengung Beiprodukte. In der Musik habe ich das Üben nie als mühevoll angesehen.

BRIGITTE-woman.de: Aber muss man sehr organisiert und strukturiert sein, um als alleinerziehende Mutter Familie und Konzertbetrieb unter einen Hut zu bekommen?

Anne-Sophie Mutter: Ich bin von Natur aus eigentlich faul. Aber mein Leben bewegt sich zwischen den beiden Polen einer extrem großen Belastung und dem großen Vergnügen, überhaupt nichts tun. Oder wenigstens den Wunsch zu hegen, gar nichts zu tun.

BRIGITTE-woman.de: Gar nichts tun ist gar nicht so einfach?

Anne-Sophie Mutter: "Kinder sind das einzig Wichtige im Leben"

Anne-Sophie Mutter: Aber ich nehme es mir immer ganz fest vor. Alle zehn Jahre ein Sabbatical, dieses Jahr sechs Monate lang. Ich liebe es, mein Leben aus der Vogelperspektive zu betrachten und zu überdenken, ob die gegenwärtige Planung das ist, was ich mir wünsche, oder ob ich etwas daran verändern muss. Weil ich nicht Sklave meiner Pläne sein möchte, denn das führt über kurz oder lang nicht nur zur künstlerischen Unfreiheit, sondern auch zur Unproduktivität.

BRIGITTE-woman.de: Sie fühlen sich also nicht gefangen in Ihren Plänen?

Anne-Sophie Mutter: Keinesfalls, ich bin absolut in dieser Illusion gefangen, dass ich ein freier Mensch bin...

BRIGITTE-woman.de: ...der sich diszipliniert seine Freiheiten schafft.

Anne-Sophie Mutter: Ja, ja das hoffe ich! (Sie lacht schallend.)

BRIGITTE-woman.de: Heißt das, Sie sagen ein Konzert ab, weil die Tochter Schnupfen hat?

Anne-Sophie Mutter: Wegen Schnupfen weniger, aber bei Fieber sieht das schon wieder anders aus.

BRIGITTE-woman.de: "Die Musik ist eine Droge - die Kinder sind das Leben" - das ist ein Zitat von Ihnen.

Anne-Sophie Mutter: Mein Gott, das klingt jetzt sehr ungesund. Aber ich glaube, alles, was man mit großer Begeisterung betreibt, birgt Suchtgefahr. Deshalb ist es großartig, wenn man zu den eigenen Träumen etwas anderes zur Seite gestellt bekommt. Kinder nämlich, die das einzig Wichtige im Leben sind, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Und deshalb sind sie mein Leben, und die Musik ist ein zusätzliches Plus. Mein Weltbild hat sich völlig gewandelt, und ich glaube, dass ich durch meine Kinder erst zu einem brauchbaren Menschen geworden bin.

BRIGITTE-woman.de: Wie meinen Sie denn das, bitte?

Anne-Sophie Mutter: Kinder zu behüten und auf einen Weg zu bringen, der ihnen die Welt öffnet und der sie offen macht für die Welt, ist eine spannende und irrsinnig anstrengen de, aber sehr sinnvolle Lebensaufgabe. Mit Kindern lernt man, dass wir Teil eines ewigen Kreislaufs sind. Das zu erkennen hat mir sehr über die Tragödie des frühen Todes meines ersten Mannes hinweggeholfen. Nun sehe ich meinen Sohn, der eine ungeheure Ähnlichkeit mit seinem Vater hat, und ich sehe, wie sein Leben in ihm weitergeht.

BRIGITTE-woman.de: Hat die Musik Sie damals getröstet?

Anne-Sophie Mutter: Ich spielte ein Benefizkonzert für eine Kirche, und es wurde zum Gottesdienst für meinen Mann. Ich hatte der Kirche mein Wort gegeben - wie hätte ich da absagen können? Die Musik ist eine wunderbare Sprache, die vieles überbrückt: in dem, der musiziert, aber auch in dem, der zuhört.

BRIGITTE-woman.de: Wie sieht denn der Alltag im Mutter-Haus in München aus?

Anne-Sophie Mutter: Kein Tag ist wie der andere, aber leider fängt jeder mit frühem Aufstehen an, was ich nie mochte, aber woran ich mich inzwischen gewöhnt habe. Ich bin auch ganz froh, dass ich vormittags ungestört üben kann.

BRIGITTE-woman.de: Und mittags wird gekocht?

Anne-Sophie Mutter: Ich koche meist nur am Wochenende. Eigentlich koche ich gern, ich kaufe auch gern ein. Dann habe ich drei Sachen auf meiner Liste und komme mit 30 nach Hause, weil sie so fabelhaft aussehen. Ich erinnere mich an eineinhalb Kilo Waldpfifferlinge, die ich ein, zwei, drei Stunden lang geschält habe. Der Haufen mit dem Abfall wurde immer größer und der Rest blieb gleich klein.

BRIGITTE-woman.de: Reicht es nicht, sie zu putzen?

Anne-Sophie Mutter: Bürsten kann man auch etwas, aber man muss schälen, vor allem den Strunk. Geschmeckt haben die Pilze großartig...

Anne-Sophie Mutter: "Musik höre ich selten"

BRIGITTE-woman.de: Und wie entspannen Sie sich außerhalb der Küche?

Anne-Sophie Mutter: Mit allem Möglichen. Sport, Rumhängen, In-die-Stadt-gehen, Ins-Kino-gehen. Wenn ich allein bin, Wandern in den Bergen, Lesen auf dem Sofa oder Gärtnern. Ich bin eine leidenschaftliche Einpflanzerin. Wachsen müssen die Pflanzen dann selbst. Englische Rosen, die liebe ich.

BRIGITTE-woman.de: Hören Sie Musik?

Anne-Sophie Mutter: Ganz selten. Eigentlich nur auf Reisen, besonders wegen meiner Flugangst. Dann höre ich meistens Jazz, steck mir meinen Stöpsel vom iPod ins Ohr und höre alles von Madeleine Peyroux bis Ella Fitzgerald.

BRIGITTE-woman.de: Was verändert sich mit dem Älterwerden? Braucht man mehr eigene Spielräume, weil man mehr eigene Vorstellungen und Wünsche entwickelt?

Anne-Sophie Mutter: Ich glaube, ich habe schon genug eigene Vorstellungen und weiß ziemlich gut, was ich will. Mehr davon wäre wahrscheinlich absolut unerträglich für die Menschen in meiner Umgebung.

BRIGITTE-woman.de: Sie sagten mal, dass Sie mit 45 aufhören möchten. Das wäre letztes Jahr gewesen.

Anne-Sophie Mutter: Ich will das nicht an einem Tag festmachen. Es ist ein philosophisches Leitmotiv in meinem Leben, etwas nicht aus Gewohnheit zu tun. Sollten sich irgendwann meine künstlerischen Ansprüche nicht mehr umsetzen lassen, dann werde ich ohne große Vorankündigung etwas anderes tun. Pfifferlinge schälen oder vielleicht nur noch bürsten...

BRIGITTE-woman.de: Rosen pflanzen...

Anne-Sophie Mutter: Ich glaube, jedes Leben ist ein Work in Progress, ein ständiges Dazulernen. Ich habe wunderbare Freunde wie meine Lehrerin Aida Stukki, von der ich früh lernte, dass der Inhalt des Lebens auch im Austausch mit anderen Menschen besteht. Nicht nur: Heute spiele ich hier, morgen in Paris. Musik ist eine Sprache, die Menschen zusammenführt und Veränderungen möglich macht. Soziale Veränderungen. Ich unterrichte in meiner Stiftung, die weltweit jungen Nachwuchs fördert, oder spiele ein Benefizkonzert, um mit den Einnahmen ein Waisenhaus in Rumänien für 30 Mädchen aufzubauen, die sonst in der Prostitution landen würden.

BRIGITTE-woman.de: Was haben Sie für Ihr freies halbes Jahr geplant?

Anne-Sophie Mutter: Aufräumen. Meine Schränke und die meiner Kinder, dafür brauche ich bestimmt ein Vierteljahr. Und dann reisen. Mein Bruder hat einen runden Geburtstag. Ich will ihn und meine Kinder dazu verführen, mit mir nach Peru zu reisen.

BRIGITTE-woman.de: Weil Sie schon auf der ganzen Welt, aber noch nie in Peru waren?

Anne-Sophie Mutter: Genau, und weil Peru ein Jugendtraum von mir ist. Auf den Machu Picchu - ganz hoch. Und vielleicht sogar dort oben übernachten.

BRIGITTE-woman.de: Sonst noch Wünsche und Träume?

Anne-Sophie Mutter: Ja, aber die verrate ich nicht. Ein Stück Schokoladenkuchen macht mich auch schon happy.

Anne-Sophie Mutter

Anne-Sophie Mutter wurde 1963 im badischen Rheinfelden geboren. Herbert von Karajan nannte sie ein "Wunder", als sie ihm im Alter von 13 Jahren vorspielte, und engagierte sie als Geigensolistin für die Salzburger Festspiele 1977. Die erste Schallplatte mit den Berliner Philharmonikern, Mozarts "Violinkonzerte Nr. 3 und Nr. 5", wurde ein sensationeller Erfolg. Bald konzertierte sie in ganz Europa, in den USA und in Japan. Anne-Sophie Mutter engagiert sich in Benefizkonzerten für Hilfsprojekte in Rumänien sowie für die Förderung junger Streicher. Sie war in erster Ehe mit dem Rechtsanwalt Detlef Wunderlich verheiratet, der 1995 an Krebs starb. Von ihrem zweiten Mann, dem amerikanischen Dirigenten, Komponisten und Jazzpianisten André Previn, trennte sie sich vor zwei Jahren. Mit ihren Kindern, Arabella- Sophie, 17, und Richard, 14, lebt sie in München. Gerade ist Anne-Sophie Mutters "Mendelssohn-Projekt" erschienen, mit dem Gewandhausorchester Leipzig interpretiert sie u. a. sein Violinkonzert e-Moll von 1845.

Interview: Marianne Mösle Fotos: Sammy Hart
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