Interview mit Anne Will: Über das Schweigen

Sie wird bezahlt fürs Reden, und das beherrscht sie gut. Aber kann Anne Will eigentlich auch mal nichts sagen? Ein Interview.

Zunächst fällt mir auf, dass sie mich nicht unterbricht. Dass sie meine Sätze nicht ungeduldig zu Ende führt, wenn ich mich verhaspele oder sie schon längst begriffen hat, was ich meine. Anne Will wirkt konzentriert und beherrscht. Vielleicht etwas zu beherrscht. Man hat das Gefühl, dass sie jede Sekunde genau weiß, was sie macht, was sie sagt. Und wann sie ihre Augen aufblitzen lässt, was sie bewundernswert gut kann, wodurch sie ihren Charme-Quotienten innerhalb weniger Sekunden in die Höhe treibt. So routiniert, wie sie antwortet, könnten wir auch in einer Live-Sendung sitzen, das wäre kein großer Unterschied. Nur manchmal lacht sie plötzlich los, laut und fröhlich, und dann habe ich das Gefühl, dass sie die kontrollierte Anne Will einen Moment vor die Tür geschickt hat. Diese Momente in unserem Gespräch sind nicht so häufig, aber mit Sicherheit die schönsten.

BRIGITTE-woman.de: Sie haben heute wahrscheinlich den ganzen Tag gesprochen, gemailt, gesimst, telefoniert. Haben Sie auch schon mit jemandem geschwiegen?

Anne Will: Ich habe sehr viel zugehört, zum Beispiel auf Konferenzen, und dabei geschwiegen. Und so viel telefoniert habe ich auch nicht. Ich bin nicht der Typ, der sonderlich viel telefoniert.

BRIGITTE-woman.de: Ernest Hemingway hat gesagt: "Man braucht zwei Jahre, um sprechen zu lernen, aber 50 Jahre, um schweigen zu lernen." Haben Sie gelernt zu schweigen?

Anne Will: Ich kann das gut. Aber ich unterscheide verschiedene Formen des Schweigens. Ich mag ein vertrautes, zugewandtes Schweigen mit jemandem, das kann sehr schön sein und große Nähe bedeuten. Aber schlimm ist natürlich ein vorwurfsvolles Schweigen, ein beleidigtes Schweigen, ein anklagendes Schweigen - das mag ich bestimmt nicht. Ich beherrsche es aber leider auch. (lacht)

BRIGITTE-woman.de: Wie ist es, wenn Sie vom Job nach Hause kommen: Fällt es Ihnen schwer, vom ganz normalen Alltagslärm in den Schweige-Modus umzuschalten?

Anne Will: Damit habe ich überhaupt kein Problem. Ich mag es, in Ruhe Tee zu trinken, Zeitung zu lesen oder einfach meinen Gedanken nachzuhängen. Ich gehe auch gern raus und jogge, sehr gleichmäßig, fast meditativ, ohne Musik im Ohr.

BRIGITTE-woman.de: Ihre Lebensgefährtin Miriam Meckel hat ein Buch geschrieben über "Das Glück der Unerreichbarkeit" - jenen paradiesischen Zustand, wenn man einmal nicht angemailt, angesimst, angerufen werden kann. Fühlten Sie sich bei der Lektüre ertappt? Weil auch Sie glauben, ständig vernetzt, verlinkt, verdrahtet sein zu müssen.

Anne Will: Ich habe mich an vielen Stellen wiedererkannt - leider. Ich ertappe mich dabei, dass ich um Mitternacht noch eine E-Mail an einen meiner Mitarbeiter schreibe. Dann frage ich mich: Zwinge ich ihn jetzt dazu, sofort zu antworten, setze ich ihn also völlig unnötig unter Druck?

BRIGITTE-woman.de: Und?

Anne Will: Ja, völlig unnötig.

"Wir Rheinländer reden überhaupt sehr viel"

Konzentriert, diszipliniert, routiniert: Es scheint, als ob Anne Will jede Minute ganz genau weiß, was sie sagt, was sie macht.

BRIGITTE-woman.de: Können Sie gut damit leben, mal ein paar Stunden nicht erreichbar zu sein?

Anne Will: Unterschiedlich. Wenn ich mit Freunden essen gehe, mache ich das Handy bewusst aus. Was ich aber seltsam finde: Es kommt mir schon vor, als wäre es eine große Tat, das Handy auszuschalten - so ein Quatsch. Es wäre doch viel besser, ich hätte es gar nicht erst dabeigehabt.

BRIGITTE-woman.de: In unserer Gesellschaft wird ständig gesprochen, gequasselt, gefaselt, gesmalltalkt. Schweigen wird häufig als bedrohlich empfunden. Warum ist das Reden eigentlich so wichtig?

Anne Will: Weil der Mensch das kann. Ich glaube nicht, dass irgendein Tier sich ähnlich facettenreich verständigen kann.

BRIGITTE-woman.de: Reden ist aber häufig nicht Verständigung, sondern Selbstdarstellung. Wie reagieren Sie, wenn im Zug wichtigtuerische Anzugträger die ganze Zeit über in ihr Handy brüllen?

Anne Will: Ich hole meinen MP3-Player heraus und höre Musik. Auf diese Weise schaffe ich mir meinen eigenen Laut-Raum.

BRIGITTE-woman.de: Auf Partys und Empfängen kommt es dagegen nicht so gut, wenn man sich abschottet oder das schweigende Mauerblümchen oder die stille Intellektuelle gibt. Mögen Sie es, auf solchen Events herumzuturnen?

Anne Will: Normalerweise ist mir die Ruhe wichtiger. Aber ab und zu macht mir das Quasseln Spaß, über Dinge zu reden, die null Bedeutung haben.

BRIGITTE-woman.de: Anne Will, die Quasselstrippe? Kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.

Anne Will: Doch!

BRIGITTE-woman.de: Sie wirken sehr kontrolliert, wie jemand, der seine Worte sehr genau abwägt.

Anne Will: Wenn ich in der Öffentlichkeit spreche, muss ich mir überlegen, was ich sage. Privat quassele ich gern los, Sie können es glauben oder nicht.

BRIGITTE-woman.de: Okay, ich glaube Ihnen. Worüber quasseln Sie denn so?

Anne Will: Über alles Mögliche. Darüber, was bei meinen Freunden gerade passiert oder was im Fußball los ist, über Filme, Fernsehen - unbedeutend, aber so quasselt man eben. Früher, als ich noch bei meinen Eltern wohnte, war ich echt nervig. Es gab nur ein Telefon, und ich habe stundenlang mit meinen Freundinnen telefoniert - damals mochte ich das noch.

BRIGITTE-woman.de: Wurde in Ihrer Familie viel geredet?

Anne Will: Wir Rheinländer reden überhaupt viel, aber sagen zum Teil wenig, es wird nicht unbedingt in die Tiefe gesprochen. Ich mag das aber. Es ist manchmal einfach schön, Witze zu machen, sich an einem guten Gag zu freuen.

BRIGITTE-woman.de: Also hat Sie das viele Reden von Kind auf geprägt?

Anne Will: Schon. Ich weiß, dass ich ständig auf meine Mutter eingeredet habe, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Am Ende jedes Satzes habe ich gesagt "ne, Mama?" - und zwar immer so lange, bis sie sich plötzlich umdrehte und sagte: "Anne, du nervst!" Dann war ich vielleicht für drei, vier Minuten still, und danach ging's wieder los.

BRIGITTE-woman.de: Sie haben einen Großvater väterlicherseits, der Totengräber war. Ein Mann, der im Dorf die Hochzeiten, Todesfälle und Veranstaltungen angekündigt hat - ein Nachrichtenmann also. Sie sind beruflich, wenn man so will, in seine Fußstapfen getreten.

Anne Will: Stimmt. Für mich war er aber vor allem wichtig, weil er so warmherzig und lustig war und ständig Späße machte. Das hat uns Kindern gefallen.

BRIGITTE-woman.de: Sie haben mal gesagt: "Ich kann um mein Leben reden." Das klingt nach Scheherazade aus "Tausendundeiner Nacht".

Anne Will: Na ja, ich meinte das ganz konkret bezogen auf meinen Job, zum Beispiel bei den "Tagesthemen". Wenn ein Film nicht vorlag, eine Schaltung nach Washington nicht stand, musste ich die Zeit überbrücken. Ich kann in solch einer kritischen Situation immer weiterreden.

BRIGITTE-woman.de: Wie ist es in Ihrer Talksendung: Wann schweigen Sie und lassen jemanden reden, wann fahren Sie ihm in die Parade? Sind Sie immer sicher, was das Beste ist?

Anne Will: Bin ich nicht. Dafür kenne ich viele meiner Gesprächspartner zu wenig. Ich verlasse mich auf mein Gefühl, mein Zeitempfinden. Wenn ich merke, da redet jemand einfach zu lange, kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen, muss ich dazwischengehen.

BRIGITTE-woman.de: Männer neigen nach meiner Erfahrung mehr als Frauen dazu, viel und lange zu reden, um sich Präsenz zu verschaffen, Dominanz zu zeigen.

Anne Will: Kann ich so nicht sagen. Ich denke, das ist eher eine Typfrage. Es gibt auch raumgreifend redende Frauen.

BRIGITTE-woman.de: Politiker nerven immer wieder mit Worthülsen und Versatzstücken. Wie brechen Sie das auf?

Anne Will: Das Beste ist, kurze und präzise Fragen zu stellen. Eine gute Taktik kann auch sein, dieselbe Frage mehrfach zu wiederholen, wenn die Antwort unbefriedigend ist. Aber ich gebe mich nicht der Illusion hin, aus einem Spitzenpolitiker plötzlich vollkommen neue Sätze herausholen zu können.

BRIGITTE-woman.de: Die Bundeskanzlerin ist besonders schwer aus der Reserve zu locken. Ihr Schweigen zu wichtigen Themen, etwa über längere Zeit zu der Zukunft von Opel, ist schon fast ein Topos.

Anne Will: Das Schweigen der Bundeskanzlerin ist eine vielschichtige Angelegenheit: Wenn sie zu lange wartet, erweist sie sich unter Umständen als nicht führungsstark und macht sich angreifbar. Andererseits kann es klug sein, bei bestimmten Themen erst einmal abzuwarten. Ich glaube, dass die Kanzlerin mit ihrem Stil mal gut, mal weniger gut liegt.

Ich hätte mir eine große Rede von Angela Merkel gewünscht.

BRIGITTE-woman.de: Wünschten Sie sich klarere Worte von der Kanzlerin?

Anne Will: Ich hätte mir in diesen Krisenzeiten eine wirklich große Rede von Angela Merkel gewünscht. Es gibt nicht mal einen Satz, an den man sich Tage und Wochen später erinnert. Mir fällt nur dieser ein: "2009 wird ein Jahr schlechter Nachrichten."

BRIGITTE-woman.de: Vor einiger Zeit hatten Sie die Kanzlerin in Ihrer Sendung zu Gast. Zunächst wirkte Merkel recht unsicher, später hat sie sich gefangen und gut gekontert. Ein Kollege hat hinterher über Sie geschrieben: "Süffisantes Lächeln, Selbstsicherheit bis zum Hochmut". Haben Sie sich darüber geärgert?

Anne Will: Nicht wirklich. Andere Kritiker haben die Sendung ganz anders bewertet und sie ausdrücklich gelobt. Mit der meistgesehenen politischen Talkshow im deutschen Fernsehen ist es ähnlich wie beim Fußball: Jeder hat dazu eine Meinung und tut die kund. Und das finde ich auch völlig in Ordnung.

BRIGITTE-woman.de: Müssen Sie sich in Ihrer Sendung eigentlich sehr am Riemen reißen, um nicht Ihre eigene Meinung zu einem Thema zu sagen?

Anne Will: Ich muss mich vor allem bremsen, nicht zu argumentieren, was ich sehr gern tue. Aber das ist nicht mein Part in der Sendung.

BRIGITTE-woman.de: Kann man als Moderatorin und Nachrichtenfrau auch mal vor laufender Kamera schweigen?

Anne Will: Schweigen ist für mich eines der stärksten Mittel im Fernsehen überhaupt. Ich habe das in den "Tagesthemen" oft gemacht, zum Beispiel nach Beiträgen, die sehr berührend, sehr emotional waren. So konnten die Zuschauer einen Moment innehalten, ihren Gedanken nachhängen.

Anne Will und BRIGITTE WOMAN-Autorin Franziska Wolffheim im Büro der Moderatorin.

BRIGITTE-woman.de: Empathie und Mitgefühl - kann man das lernen? Oder hat man diese Eigenschaften oder eben nicht?

Anne Will: Man kann es lernen, indem man seinem Gegenüber sehr genau zuhört. Wichtig ist, den anderen nicht zu treiben, indem man zwischendurch ständig beifällig "stimmt" oder "ja" sagt. Das hilft ihm nicht, seine Gedanken in Ruhe zu fassen.

BRIGITTE-woman.de: Ich neige leider auch dazu, zu nicken, "stimmt" zu sagen...

Anne Will: Es ist viel besser, einfach still zuzuhören. Ich habe das beim Radio gelernt, wo solche Zwischenbemerkungen wahnsinnig lästig sind, weil man sie später schlecht herausschneiden kann.

BRIGITTE-woman.de: Dazu fällt mir Heinrich Bölls wunderbare Erzählung "Doktor Murkes gesammeltes Schweigen" ein. Murke ist Radioreporter und schneidet aus Tonbändern die Schweigesequenzen heraus. Er flickt diese Sekunden dann zusammen und hört sie sich abends andächtig an.

Anne Will: Ich kenne die Erzählung. Und der Witz ist ja, dass Doktor Murke nicht einfach unbespielte Bänder nimmt...

BRIGITTE-woman.de: ...weil das nicht dasselbe ist. Er sucht bewusst das Schweigen, die Pausen zwischen den Wörtern, nicht die Leere.

Anne Will: Vielleicht ist ja auch mal ein Atmen und ein Seufzen dabei...

BRIGITTE-woman.de: ...eben! Die das Schweigen dann umso spannender machen. Zumindest für Doktor Murke. Wird das Schweigen eigentlich wichtiger für Sie, je älter Sie werden?

Anne Will: Sicherlich, ich brauche einfach mehr Ruhe. Früher habe ich Nächte durchgetanzt, bin am nächsten Tag entspannt ins Büro gegangen und abends wieder beim Bier versackt. Eine Zeit lang fand ich das cool, heute brauche ich es nicht mehr. Wahrscheinlich könnte ich es auch nicht mehr.

BRIGITTE-woman.de: Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Ihr Leben zu voll gepackt ist?

Anne Will: Eigentlich nicht. Mein Leben ist ausgefüllt, das stimmt. Aber ich bin nicht im brutalen Dauerstress. Ich versuche ganz bewusst, mich in der Vorbereitung zu meiner Sendung nicht total auszupowern.

BRIGITTE-woman.de: Sie sind jetzt 43. Fühlen Sie sich gelassen?

Anne Will: Ja, würde ich schon sagen.

BRIGITTE-woman.de: Wie war es vor zehn Jahren?

Anne Will: Ähnlich.

BRIGITTE-woman.de: Haben Sie sich diese Gelassenheit erarbeitet?

Anne Will: Ich glaube kaum. Grundsätzlich bin ich eher ein ruhiger Typ, ich bin nicht hysterisch oder hibbelig.

BRIGITTE-woman.de: Hatten Sie manchmal Ängste, dass Ihnen vor laufender Kamera die Stimme wegbleibt, Sie ins Stottern kommen, sich verfransen?

Anne Will: Nein. Ich weiß, dass ich mich auf mich verlassen kann. Wichtig ist es, in solchen Situationen die Kurve zu kriegen. Mir ist es in meiner Sendung allerdings schon passiert, dass ich jemanden mit falschem Namen angesprochen habe. Ich habe mich sofort korrigiert. Trotzdem macht man sich für kurze Zeit zum Horst - wie man bei uns zu Hause sagt.

BRIGITTE-woman.de: War es schlimm für Sie, als im letzten Jahr bei Ihnen in einem Beitrag missverständliche Zahlen über die finanzielle Lage Berlins genannt wurden und Sie sich dann in der nächsten Sendung entschuldigen mussten?

Anne Will: Nein. Auch im normalen Leben entschuldige ich mich, wenn ich einen Fehler mache.

Ich kann mich in schwierigen Situationen auf mich verlassen.

BRIGITTE-woman.de: Aber es hat trotzdem in Ihnen gewühlt, oder?

Anne Will: Es hätte gewühlt, wenn wir gleich danach noch einen Fehler gemacht hätten. Aber das ist uns zum Glück nicht passiert.

BRIGITTE-woman.de: Träumen Sie nachts manchmal davon zu versagen?

Anne Will: Es gibt einen Traum, der etwa einmal im Jahr immer wieder kommt: Ich träume, dass ich das Abitur noch mal machen muss. Ich komme in die Schule, und meine Klassenkameraden sagen: "Heute ist Deutschklausur." Ich antworte dann: "Wieso? Das hat mir keiner gesagt." Ich bin zu spät dran, nicht vorbereitet, alle anderen wissen Bescheid, nur ich nicht. Der Traum ist seltsam, weil mir das Abitur in Wirklichkeit keine Schwierigkeiten gemacht hat. Immerhin hat er sich im Laufe der Jahre etwas verändert und ist nicht mehr ganz so quälend. Ich sage mir jetzt im Traum: "Was soll der Quatsch? Ich habe doch das Abitur."

BRIGITTE-woman.de: Haben Sie eine Ahnung, was der Traum bedeutet?

Anne Will: Ich denke, er steht für eine Angst, die ich tatsächlich habe: zu einer Moderation zu spät zu kommen und nicht vorbereitet zu sein. Ich neige dazu, Dinge auf den letzten Drücker zu machen. Einmal bin ich tatsächlich zu spät in eine "Tagesthemen"-Moderation gekommen. Das war im Oktober 2001, an dem Tag hatten die USA und Großbritannien ihre Luftangriffe auf Afghanistan begonnen, und wir hatten mehrere Sondersendungen gemacht. Ich saß in meinem Büro, plötzlich kam mein Assistent herein, um mich zu holen. Ich lief ins Studio, völlig außer Atem, was die Zuschauer gemerkt haben. Ich hatte einfach nicht auf die Uhr geschaut.

BRIGITTE-woman.de: Vielleicht ist das Zu-spät-Kommen so etwas wie eine Mini-Rebellion, weil Sie sonst so diszipliniert sind. Oder zumindest so wirken.

Anne Will: Und dafür nehme ich dann in Kauf, schlecht zu träumen... (lacht) Ich habe mich in der Hinsicht allerdings schon gebessert: Vor Kurzem war ich ausnahmsweise sehr früh am Flughafen und fand das wahnsinnig angenehm.

BRIGITTE-woman.de: Das klingt jetzt fast schon, pardon, altersweise.

Anne Will: Ich musste das tatsächlich erst lernen: Wenn man zu früh kommt, gewinnt man Zeit. Das hätte ich früher nicht für möglich gehalten.

Anne Will

Plötzlich lacht sie los, laut und fröhlich. Und es scheint, als habe sie für einen Moment die kontrollierte Anne Will einfach vor die Tür geschickt.

wurde 1966 als Tochter eines Architekten in Köln geboren. Nach dem Abitur studierte sie Geschichte, Politik und Anglistik. Sie volontierte beim Sender Freies Berlin und moderierte dort von 1992 an die Talkshow "Mal ehrlich" und den "Sportpalast". 1999 führte sie als erste Frau durch die "Sportschau", von 2001 bis 2007 moderierte sie die "Tagesthemen". 2007 übernahm Anne Will von Sabine Christiansen die ARD-Polit-Talkshow am Sonntagabend. Die Journalistin bekam diverse Preise, unter anderem die Goldene Kamera und den Deutschen Fernsehpreis.

Interview: Franziska Wolffheim Fotos: Manuel Krug

Wer hier schreibt:

Franziska Wolffheim
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