Besser arbeiten: Freude statt Frust

Besser arbeiten und gern zur Arbeit gehen: Diese Strategien helfen dabei.

Manche wissen schon gar nicht mehr, wann sie sich zuletzt auf den ersten Arbeitstag nach dem Urlaub gefreut haben oder gespannt waren auf ein neues Projekt. Ab Mittwoch zählen sie die Tage bis zum Wochenende und vielleicht sagen sie sich sogar: Bis zur Rente stehe ich das noch durch. Dass die Begeisterung für den Job mit der Zeit nachlässt, ist normal. Wir müssen jetzt nicht mehr täglich das Rad neu erfinden, sondern können auf unsere Berufs- und Lebenserfahrung zurückgreifen. Vieles erledigen wir, ohne darüber nachzudenken. Das ist bequem, wir brauchen uns nicht mehr so anzustrengen. Und wundern uns irgendwann, dass wir so faul und lustlos geworden sind. Wenn es Ihnen auch so geht, ist es höchste Zeit, aktiv zu werden. Arbeitsjahre sind Lebensjahre und viel zu kostbar, um sie einfach auszusitzen! So wie wir für unser Äußeres etwas tun, uns gesund ernähren, Sport treiben, gute Kosmetika benutzen, können wir auch die Begeisterung für unseren Job wieder in Schwung bringen. Die besten Strategien:

Besser arbeiten: Das Positive sehen

Entscheidend ist, wie wir die Dinge sehen – nicht, wie sie wirklich sind. Stoppen Sie bei der Arbeit negative Gedanken wie "hoffentlich bin ich bald damit durch" oder "immer bleibt das an mir hängen". Jede Tätigkeit hat etwas Gutes, und sei es nur, dass wir Geduld oder Disziplin daran erproben. Konzentrieren Sie sich bei allem, was Sie tun, auf das, was es interessant für Sie macht. Dann sehen Sie bald auch wieder die schönen Seiten Ihres Jobs.

Besser arbeiten: Die Komfortzone verlassen

Menschen überschreiten ungern ihre selbst gesteckten Grenzen. Verständlich – wer begibt sich schon freiwillig in eine unsichere Situation, in der er sich blamieren könnte? Doch genau diese kleinen Risiken einzugehen, gibt einen anregenden Adrenalin-Schub. Leichte Nervosität oder Aufregung sind deutliche Anzeichen dafür, dass Sie sich gerade am Rande Ihrer Komfortzone befinden. Wagen Sie den Schritt darüber hinaus. Sie würden gern zum Jubiläum Ihrer langjährigen Kollegin eine Rede halten? Es reizt Sie, sich als Projektleiterin zu bewerben, für den Betriebsrat zu kandidieren? Tun Sie es!

Besser arbeiten: Neue Aufgaben suchen

Wenn Ihr Arbeitsplatz keine echte Herausforderung mehr bietet und Sie auch keine Möglichkeit sehen, ihn interessanter zu gestalten, suchen Sie sich neue Aufgaben. Was reizt Sie und könnte Ihre Arbeit ergänzen? Lernen Sie zum Beispiel ein neues Computerprogramm oder Business-Englisch, bringen Sie Ihr Fachwissen auf den neuesten Stand. Auch wenn die Firma nicht dafür bezahlt und Sie nicht mit einer Beförderung rechnen können – solche Investitionen lohnen sich. Sie lernen Neues in Ihrem Fach, knüpfen Kontakte, gewinnen an Selbstbewusstsein. Und Sie haben ein Kontrastprogramm zur Alltagsroutine.

Besser arbeiten: Wissen weitergeben

Großzügigkeit tut gut. Statt ihre Kenntnisse zu horten, können erfahrene Profis sie weitergeben an junge Kolleginnen und Kollegen, die Unterstützung verdienen und zu schätzen wissen. Manche Betriebe fördern diesen Austausch durch Mentoring-Programme. Sie können aber auch aus eigener Initiative Mentorin werden und zum Beispiel den Auszubildenden in ihrem Bereich als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen. Sie werden schnell feststellen, dass Sie auch etwas zurückbekommen: Die Fragen der Neulinge fordern Sie dazu heraus, sich mal wieder intensiv mit dem Basiswissen zu beschäftigen. Und Sie können von den Jungen lernen, Dinge, die Sie seit Jahren auf dieselbe Art tun, auch mal ganz anders anzugehen.

Besser arbeiten: Den Alltag feiern

Glücksmomente sind auch eine Sache der Planung: Nehmen Sie sich schon morgens ein paar schöne Dinge vor, die Sie dann über Ihren Arbeitstag verteilen. Etwa, dass Sie einen Blumenstrauß für Ihren Schreibtisch mitbringen oder in der Mittagspause ein Eis essen gehen. Und freuen Sie sich mit, wenn die Geburt eines Kindes, ein 50. Geburtstag oder 20 Jahre Jubiläum gefeiert werden.

Besser arbeiten: Immer weiter lernen

Je länger wir im Beruf sind, desto größer unser Fundus an Kenntnissen Erfahrung und Fähigkeiten. Wer sich aber darauf ausruht, langweilen sich auf Dauer und verliert leicht den Anschluss. Deshalb: Besuchen Sie mindestens zweimal im Jahr eine Fortbildung. Abonnieren Sie eine Fachzeitschrift und lesen Sie sie gründlich. Halten Sie sich auf dem Laufenden über aktuelle Sachbücher, die auch beruflich interessant für Sie sind und arbeiten Sie von Zeit zu Zeit eines durch.

Besser arbeiten: Den Besten nacheifern

Wenn beim Joggen oder Radfahren jemand vor Ihnen schneller ist als Sie, ziehen Sie doch unwillkürlich Ihr Tempo an, oder? Dieser Effekt lässt sich im Job nutzen: Suchen Sie sich eine Person, die auf Ihrem Gebiet richtig gut ist. Hängen Sie sich geistig dran, schauen Sie ihr so viel wie möglich ab und nehmen Sie sich vor: Das schaffe ich auch.

Besser arbeiten: Sich selbst stärken

Sobald wir über unsere Arbeit reden, hört heimlich jemand mit: Unser Unbewusstes – und das wirkt unmittelbar auf unsere Stimmung und unsere Körperreaktionen. Überlegen Sie sich also gut, was Sie sagen. Sätze wie "Ich bin ja so im Stress" "Diese Arbeit ist der reinste Horror", "Bin ich froh, wenn endlich Feierabend ist!" ziehen Sie erst richtig runter. Motivieren Sie sich selbst mit positive Aussagen wie: "Heute habe ich gut etwas weggeschafft" oder "Die Teamsitzung vorhin hat uns wirklich weitergebracht".

Besser arbeiten: Sich selbst überholen

Normalerweise ist Kooperation im Job die bessere Strategie als Kampf. Doch in diesem speziellen Fall bietet Konkurrenzverhalten nur Vorteile: Treten Sie gegen sich selbst an. Fordern Sie sich heraus, sagen Sie sich: Beim nächsten Mal mache ich das noch besser. Notieren Sie auch gleich, wie Sie das konkret hinbekommen wollen. Vielleicht in dem Sie sich auf einen bestimmtes Thema einer Konferenz intensiver vorbereiten oder für ein Projekt Ihr Netzwerk aktivieren. Aber Achtung: Es geht nicht um angestrengten Perfektionismus. Sehen Sie das Ganze als Spiel, in dem Sie nur gewinnen können.

Besser arbeiten: Kontraste setzen

Wiederholung ermüdet. Auf neue, positive Reize dagegen reagiert unser Gehirn mit Lustgefühlen. Deshalb ist es wichtig, die Arbeit abwechslungsreich zu gestalten: nach der Arbeit an Akten oder E-Mails nicht gleich wieder etwas schreiben, sondern zum Beispiel Telefonate erledigen. In der Freizeit entspannen Sie sich am besten mit einem Hobby, das zu Ihrer Arbeit einen Ausgleich schafft. Wer im Beruf überwiegend am Schreibtisch sitzt, braucht Bewegung. Sind Sie tagsüber ständig auf den Beinen, tut körperliche Entspannung gut.

Text: Dr. Eva Wlodarek, DiplompsychologinFoto: iStockphoto
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