Ich erkenne meinen Mann nicht wieder! Diese Tipps schaffen neue Nähe

Je länger du deinen Mann kennst, desto weniger erkennst du ihn wieder? Diese Tipps sorgen für neue Nähe in der Beziehung.

Die Kinder stehen auf eigenen Füßen, die beruflichen und privaten Pflichten sind nicht mehr so drückend – eigentlich könnte es schön sein, das Leben. Könnte – ist es aber manchmal nicht. Weil er sich verändert hat. Er ist bequem, launisch, wortkarg. Er ist nicht mehr der Mann, in den wir uns verliebt haben. Die Ursachen dafür sind sowohl körperlicher als auch seelischer Art. Während der männlichen Wechseljahre, der "Andropause" (von griechisch andro = Mann), zeigen sich bei Männern hormonelle Veränderungen, die sich auf sämtliche Lebensbereiche auswirken. Zum anderen haben sie auf Grund ihrer Erziehung mit dem Älterwerden – außer in punkto Falten – oft mehr Probleme als Frauen. Waren sie es bisher gewohnt, sich im Wettbewerb zu behaupten, merken sie nun, wie ihre Kräfte langsam nachlassen und ihnen Jüngere den Rang ablaufen.

Gleichzeitig sind sie weniger als Frauen in der Lage, über ihre Gefühle zu sprechen und sich damit zu entlasten. Die Folge: Verquere Verhaltensweisen, unter denen sie selbst, meist unbewusst, leiden. Vor allem aber wir, ihre Partnerinnen. Und genau das sind wir: die Partnerinnen. Nicht ihre Mama, nicht ihre Therapeutin. Behandeln Sie Ihren Mann nicht wie ein Kind oder einen Patienten, sondern als den, der er ist: den Mann, den Sie lieben. Und der nur einen kleinen Schubs in die richtige Richtung braucht, damit das Leben zu zweit wieder Spaß macht.

"Er ist bequem geworden"

Fast jeden Abend hockt er vor dem Fernseher oder vor seinem Computer. Ist nicht mal zu einem Spaziergang zu bewegen. "Zu Hause ist es doch so gemütlich", mit diesem Spruch kontert er jede gute Idee. Es passiert etwas, das Sie nie für möglich gehalten hätten: Sie langweilen sich und haben das Gefühl, das Leben rauscht an Ihnen vorbei. Und Sie haben keine Lust, alle schönen Dinge immer nur mit Freundinnen zu unternehmen.

  • Holen Sie Leben ins HausWenn er nicht raus will, dann laden Sie eben Gäste ein. Vielleicht merkt er, wie viel Spaß ihm der Kontakt mit anderen macht. Außerdem erhalten Sie dann auch Gegeneinladungen. Und die muss er wahrnehmen, wenn er nicht unhöflich sein will.
  • Stellen Sie ihn vor vollendete TatsachenBesorgen Sie die Karten fürs Kino, Konzert, Theater oder eine Autorenlesung – er wird sie kaum verfallen lassen. Fairerweise sollten Sie etwas wählen, das ihn auch interessiert.
  • Machen Sie ein TauschgeschäftAngenommen, er geht gern zum Fußball und mag es, wenn Sie mitkommen. Dann erpressen Sie ihn ruhig ein bisschen: "Ich komme mit, wenn du nächste Woche mit mir ins Kino gehst."

"Er ist so starrsinnig"

Nachzugeben oder sich zu arrangieren, ist nicht sein Ding. Stundenlang kann er sich darüber aufregen, dass das Hotelzimmer im Urlaub nicht haargenau so aussieht wie im Katalog vom Reisebüro. Wenn ihm etwas nicht passt, kann es vorkommen, dass er Sie mitten auf der Straße oder auf einem Fest stehen lässt.

  • Geben Sie den Kampf aufDer amerikanische Paartherapeut Aaron Beck pflegt Paare, die sich in seiner Praxis in den Haaren liegen, zu fragen: "Wollen Sie recht haben oder wollen Sie glücklich sein?" Im Streit mit einem uneinsichtigen Menschen gibt es nur Verlierer. Unterbrechen Sie den Machtkampf, steigen Sie einfach aus dem Ring aus. Soll er ruhig glauben, er hätte gewonnen.
  • Tun Sie, was Sie für richtig haltenSich auf keine Diskussion einzulassen, heißt keineswegs, dass Sie sich in für Sie wichtigen Dingen fügen. Tun Sie einfach stillschweigend, was Sie für notwendig halten.

"Er wird immer pessimistischer"

Über alles und jedes macht er sich Sorgen. Die Welt ist mit einem Grauschleier überzogen und ein einziges Jammertal. Damit befindet er sich zwar in guter Gesellschaft mit vielen Mitbürgern, was aber für Sie kein Trost ist. Wenn Sie ihm sagen, dass seine negative Grundstimmung Ihnen allmählich mächtig auf die Nerven geht, reagiert er gereizt.

  • Sprechen Sie mit ihm über seine SorgenVersuchen Sie nicht, ihm die negativen Gedanken auszureden. Dann fühlt er sich unverstanden und verkriecht sich erst recht in sein Schneckenhaus. Lassen Sie ihn reden, und hören Sie einfach gut zu. Schon das Aussprechen erleichtert ihn.
  • Locken Sie ihn zum ArztSollte seine negative Grundstimmung in eine Depression umschlagen, müssen Sie ihm klar machen, dass er einen Arzt aufsuchen sollte. Informieren Sie Ihren Hausarzt vorher, warum Sie möchten, dass Ihr Mann ihn aufsucht. Von selbst wird er seine depressive Verstimmung kaum ansprechen. Oft hilft schon ein sanftes Medikament, etwa Johanniskraut in hoher Dosierung oder ein anderes homöopathisches Mittel.

"Er wird immer dicker"

Sein Bauch quillt über den Hosenbund. Schön ist das nicht. Und schon gar nicht gesund. In seinem Alter muss ein Mann keinen Waschbrettbauch haben, aber auch keine Wampe.

  • Führen Sie ihn nicht in VersuchungDie meisten Männer sind Krümelmonster. Was herumliegt, wird gegessen. Also keine Schokolade auf Vorrat, und wenn, dann nur versteckt. Auch beim Kochen können Sie geschickt gegensteuern: Verpassen Sie ihm eine heimliche Diät. Keine fetten Soßen oder Desserts mit Schlagsahne.
  • Wecken Sie seinen sportlichen EhrgeizDie Holzhammer-Methode: Sie schwärmen ihm von schmalhüftigen jungen Männern vor. Die sanfte Tour: Sie legen im Wohnzimmer eine Fitnesszeitschrift für Männer aus. Wetten, dass er hineinsieht? Und vielleicht regt es ihn zum Sport an.

"Er hat dauernd schlechte Laune"

Offenbar sind ihm Charme und Leichtigkeit abhanden gekommen. Aus jeder Kleinigkeit macht er ein Drama. Wenn er mal ein paar Minuten auf Sie warten muss, muffelt er den ganzen Abend. Allmählich färbt die miese Stimmung schon auf Sie ab.

  • Entziehen Sie sichVermeiden Sie es, unmittelbar auf sein Verhalten einzugehen. Dadurch würde es ohnehin nur eskalieren. Gehen Sie einfach aus dem Zimmer und lassen Sie ihn allein wüten. Im Grunde seines Herzens weiß er, dass er sich unmöglich benimmt. Sprechen Sie sein Verhalten in einer friedlichen Phase an. Appellieren Sie an seine Selbstdisziplin.
  • Finden Sie Ablenkung für ihnSchlechte Laune ist immer ein Zeichen für Unzufriedenheit und innere Spannungen. Unterstützen Sie ihn dabei, auch in der Freizeit eine sinnvolle Aufgabe zu finden, auf die er seine Energie richten kann, z. B. ein Ehrenamt oder ein Hobby.
  • Weigern Sie sich, sein Blitzableiter zu seinFrauen sind immer leicht bereit, Entschuldigungen zu finden. Etwa: "Er meint das nicht so." Oder: "Er ist halt gerade in einer schwierigen Phase." Seien Sie nicht zu verständnisvoll. Dass Sie seine Frau sind, gibt ihm noch lange nicht das Recht, Sie schlecht zu behandeln.
Psychoprogramm: Dr. Eva WlodarekFoto: LoloStock/Shutterstock
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