8600 Meter hoch, 34000 kilo meter weit, 160 Meter tief

Die eine klettert bei Eiseskälte auf die höchsten Berge der Welt, die andere ist monatelang allein auf See unterwegs, die dritte nimmt in Kauf, dass ihr beim Tauchen die Lungen auf Zitronengröße zusammengepresst werden. Was bloß treibt diese drei Frauen dazu, sich solchen Extremen auszusetzen?

BRIGITTE WOMAN: Sie haben als einzige Frau der Welt neun Achttausender bestiegen - ohne künstlichen Sauerstoff. Warum sind Sie so hart mit sich?

Gerlinde Kaltenbrunner: Weil ich es aus eigener Kraft schaffen will. Wenn ich auf 8000 Meter Höhe künstlichen Sauerstoff einatme, ist es so, als wäre ich nur auf 6500 Metern. Ich möchte die dünne Luft wirklich in meinen Lungen spüren.

BRIGITTE WOMAN: Welche Strategien haben Sie in bedrohlichen Situationen?

Gerlinde Kaltenbrunner: Ich kann mich mental sehr gut manipulieren. Wenn ich bei minus 40 Grad im Schlafsack liege, denke ich nur an Wärme, und irgendwann steigt meine Körpertemperatur dann tatsächlich an. Wenn ich Angst habe, frage ich mich zuerst: Ist sie berechtigt? Durch das Rationalisieren verschwinden Ängste häufig schon. Wenn nicht, verdränge ich sie systematisch. Ich sage mir immer wieder, dass ich es schaffe, bis mich dieser Gedanke ganz ausfüllt.

BRIGITTE WOMAN: Hat das immer geholfen?

Gerlinde Kaltenbrunner: Nein, auf dem Annapurna im Himalaja, dem gefährlichsten der Achttausender, nicht. Über uns waren Gletschertürme, von denen immer wieder welche herunterbrechen. Ich war im stei- len Eis am Seil aufgestiegen, plötzlich krachte es, das Geräusch fuhr mir in die Knochen. Ich war wie gelähmt und dachte: Gleich bin ich dran, das war's. Glücklicherweise kam das Eis dann ein Stück rechts von mir runter.

BRIGITTE WOMAN: Sind Sie weitergeklettert?

Gerlinde Kaltenbrunner: Wir hatten heftige Diskussionen darüber. Ralf Dujmovits, mein Le- benspartner, mit dem ich meistens klettere, war dagegen, ich wollte weiter. Das Wetter war traumhaft, also bin ich allein aufgestiegen. Plötzlich sah ich, dass Ralf und Hirotaka, unser japanischer Freund, mit dem wir viele Touren machen, mir folgten. Sie wollten mich nicht allein lassen. Von dem Moment an war alles anders. Wäre etwas passiert, hätte ich sicher Schuldgefühle gehabt.

BRIGITTE WOMAN: Hat diese Erfahrung Ihre Einstellung verändert?

Gerlinde Kaltenbrunner: Auf jeden Fall. Früher konnte ich mir meine Angst nur schwer eingestehen, heute weiß ich, dass sie mir hilft, zu überleben.

BRIGITTE WOMAN: Haben Sie schon mal Menschen am Berg sterben sehen?

Gerlinde Kaltenbrunner: Ja, mehrfach. Es war immer wieder ein großer Schock, jedes Mal ist eine Grenze überschritten worden. Bei einer unserer Touren war Hirotaka in Lebensgefahr. Wir haben die ganze Nacht um sein Leben gekämpft. Als er in Sicherheit war, habe ich hemmungslos geweint. Es hat mich furchtbar mitgenommen, wie nahe Tod und Leben beieinander liegen.

BRIGITTE WOMAN: Was ist Ihr Antrieb? Nervenkitzel?

Gerlinde Kaltenbrunner: Oben am Gipfel bin ich wahnsinnig glücklich. Ich habe ein unendliches Freiheitsgefühl, bin dem Himmel sehr nahe. Oder auch, wenn wir auf 6000 oder 7000 Metern unser Zelt aufstellen und über die großartige Landschaft staunen. Das ist das pure Glück für mich.

BRIGITTE WOMAN: Fürchten Sie nicht, dass Sie den Bogen vielleicht überspannen?

Gerlinde Kaltenbrunner: Als auf dem Annapurna die Eislawine niedergegangen war, dachte ich schon: Wie oft steht Gott mir wohl noch bei? Ich versuche, keine Fehler zu machen, möchte das Schicksal nicht herausfordern.

BRIGITTE WOMAN: Aber ist es nicht eine Illusion zu glauben, jeder Tod am Berg gehe auf eigenes Verschulden zurück?

Gerlinde Kaltenbrunner: Sicher haben ein Teil der Unfälle mit objektiven Gefahren wie Eisschlag oder Lawinenabgängen zu tun. Trotzdem ist der Großteil der Unfälle an den Achttausendern auf subjektive Fehler zurückzuführen.

BRIGITTE WOMAN: Sie klettern meistens mit Ihrem Freund und Lebenspartner Ralf. Haben Sie um ihn mehr Angst als um sich selbst?

Gerlinde Kaltenbrunner: Ganz bestimmt. Vor zwei Jahren waren wir an der Südwand des Shisha Pangma, des einzigen Achttausenders in Tibet. Plötzlich kam ein faustgroßer Stein und traf Ralf am Bein, so dass wir die Tour abbrachen. Meine Angst hat sicher auch damit zu tun, dass er Vater ist. Zu Hause wartet sein 16-jähriger Sohn. Wenn wir losziehen, sagt der häufig zu uns: "Bitte, passt bloß auf." Diese Worte gehen nicht aus dem Kopf.

BRIGITTE WOMAN: Die Alternative wäre, das Klettern sein zu lassen. Das kann ich mir nicht vorstellen. Bergsteigen ist mein Leben. <frage name = "BRIGITTE WOMAN">Haben Sie immer schon einen Hang zum Extremen gehabt?

Gerlinde Kaltenbrunner: Schon als Kind habe ich mich meistens mehr getraut als andere Mädchen. Zum Besipiel bin ich schon früh Mountainbike gefahren, auch Downhill-Rennen den Berg runter. Meine Geschwister erklärten mich für verrückt, mir hat es Spaß gemacht.

BRIGITTE WOMAN: Hatten Sie irgendwann mal den Wunsch, eigene Kinder zu bekommen?

Gerlinde Kaltenbrunner: Ich wusste schon früh, dass ich das nicht möchte. Das hat wohl mit meiner eigenen Kindheit zu tun. Die Scheidung meiner Eltern - damals war ich 14 - habe ich als Katastrophe erlebt. Ich möchte nie in die Situation kommen, dass mein Partner und ich uns zu Lasten eines Kindes trennen.

BRIGITTE WOMAN: Sie sind jetzt 36. Haben Sie keine Angst davor, nicht mehr fit genug für Ihre Extrem-Touren zu sein?

Gerlinde Kaltenbrunner: Natürlich weiß ich, dass das Alter mich irgendwann ausbremst, aber im Moment denke ich nicht daran. Wenn es nicht mehr so geht wie jetzt, werde ich mir kleinere Ziele setzen. Ich könnte mir sogar vorstellen, wieder in meinem alten Beruf als Krankenschwester zu arbeiten.

BRIGITTE WOMAN: Klingt sehr gelassen.

Gerlinde Kaltenbrunner: Das bin ich auch, und es liegt sicher an meiner Lebenserfahrung. Auf dem Berg etwa kann ich Risiko besser einschätzen, und im normalen Leben schaue ich mir Menschen genauer an als früher; die Freundschaften, die ich heute schließe, gehen viel tiefer.

BRIGITTE WOMAN: Bestimmt gibt es auch Konkurrenzdruck: Welche Frau wird als erste alle 14 Achttausender der Welt bezwungen haben?

Gerlinde Kaltenbrunner: Die Spanierin Edurne Pasabán hat schon acht geschafft und folgt Ihnen dicht auf den Fersen. Ich halte den Druck eher für ein Männer-Ding. Druck erzeugt nur Fehler, und beim Bergsteigen kann das tödlich sein. Edurne und ich verstehen uns gut, wir wollen unseren letzten Gipfel vielleicht sogar zusammen besteigen. Am wichtigsten ist mir die Sicherheit und nicht, möglichst schnell alle Gipfel zu schaffen.

BRIGITTE WOMAN: Sie haben oft Ängste überwinden müssen. Werden Alltagsängste dadurch kleiner?

Gerlinde Kaltenbrunner: Nicht unbedingt. Ich habe zum Beispiel Angst vorm Zahnarzt, die wird mit den Jahren leider nicht weniger.


Gerlinde Kaltenbrunner, 36, gilt als weltweit erfolgreichste Bergsteigerin. Mit ihrem Lebenspartner Ralf Dujmovits lebt sie im Schwarzwald. Als erste Frau will sie alle 14 Achttausender dieser Welt besteigen - nur fünf fehlen noch. Ihr bisher höchster Gipfel war der Kangchendzönga im Himalaja - 8586 Meter. Mit Gerlinde Kaltenbrunner sprach BRIGITTE WOMAN-Autorin Franziska Wolffheim.

"Einhandsegeln ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Manchmal bin ich monatelang allein auf hoher See, um mich herum nur Wasser, Wind, ab und an Eisberge. Die körperliche Belastung ist schon brutal, aber schlimmer noch ist der psychische Druck. Denn wenn ich das Beste aus dem Boot herausholen will, darf ich mich nie entspannen. Die Gefahr, eine Böe zu verpassen oder eine Welle falsch zu nehmen und dadurch nicht optimal zu fahren, ist viel zu groß. Mehr als vier Stunden Schlaf pro Nacht werden es nie, eher weniger, meist aufgeteilt in 20-Minuten-Häppchen. Das ist erholsamer, als vier Stunden am Stück zu schlafen, sagt der Schlafforscher, der mich berät. Trotzdem fällt vor lauter Müdigkeit alles doppelt schwer. Warum ich mir das antue? Ich will einfach segeln, bin nirgendwo lieber als auf See. Sogar wenn ich freihabe, segle ich manchmal mit Freunden. Sosehr ich auch zwischendurch mit der See, dem Wind und mir selbst hadere: Ich brauche das Meer und ebenso diese emotionalen Hochs und Tiefs. Auf einem Einhandtörn spüre ich so richtig, wie klein und unwichtig ich bin, und merke, dass das vollkommen in Ordnung ist. Das gibt auch Kraft. Und wo sonst kann man die Natur so in ihrer Urgewalt erleben? Oder in ihrer unberührten Schönheit: Sonnenaufund -untergang auf See sind unvergleichlich schöne Momente. Viel Zeit zum Gucken bleibt bei einem Tempo von bis zu 60 Stundenkilometern freilich nicht.

Es klingt seltsam, aber wenn ich nach Wochen plötzlich ein anderes Schiff sichte, fühle ich mich tatsächlich so, als sei ich in einen Stau geraten. Ich vergesse da draußen einfach, dass es noch andere gibt außer mir, den Delfinen und den Vögeln. Deswegen ist es auch so merkwürdig, wenn nach einem langen Törn kurz vor der Ziellinie die Hubschrauber, Flugzeuge und Boote kommen. Monatelang sehe ich keinen anderen Menschen - und plötzlich sind da so viele! Nach der Vendée Globe 2001 (Nonstop-Regatta für Einhandsegler, die einmal um den Globus führt; Anm. der Redaktion) war das ein Schock. Plötzlich war ich nicht mehr nur die Seglerin Ellen MacArthur, sondern die 24-Jährige, die Zweite bei der Regatta geworden war. Nach drei Monaten Einsamkeit war das ein außergewöhnlicher, auch unheimlicher Empfang. Ich wollte gar nicht von Bord gehen. Nach meinem Weltrekord 2005 fiel mir das schon leichter - ich wusste ja, was auf mich zukommt. Manchmal fühle ich mich allein, einsam bin ich trotzdem nie. Durch Satellitentelefon und Computer habe ich Kontakt mit meiner Mannschaft an Land, meiner Familie, den Freunden. Ohne sie könnte ich das alles nicht schaffen. Und über die Web-Seite bekomme ich Mails von Menschen, die meinen Kurs im Internet verfolgen und mich ermutigen, besonders an schwierigen Tagen hilft das. Trotzdem bin ich im Ernstfall auf mich allein gestellt. Ich muss den Mast rauf, wenn oben etwas kaputt geht, und falls ich über Bord gehe, ist niemand da, um mich wieder an Deck zu ziehen. Was ich mit 40 oder 50 mache, weiß ich noch nicht. Viele Profisegler sind noch mit Ende 50 erfolgreich auf Regatten unterwegs, vielleicht nicht grade Hochsee und auch nicht Einhand, aber sie segeln. Und wenn es Hochseesegeln nicht mehr sein soll, dann gibt es viele Möglichkeiten, in der Nähe zum Meer zu bleiben. In der Schiffkonstruktion oder in der Organisation. Segeln ist eine Sportart, die man lange machen kann. Körperkraft ist wichtig, aber Erfahrung zählt mehr. Und wie gut du dich und dein Boot kennst."

Ellen MacArthur, 30, ist der Star unter den Extremseglern. Anfang 2005 umrundete die Engländerin mit ihrem Trimaran in 71 Tagen, 14 Stunden und 18 Minuten allein den Globus: Weltrekord! Während einer anderen Regatta fand sie sogar Zeit für einen E-Mail-Austausch mit BRIGITTE WOMAN-Mitarbeiterin Meike Bruhns.

Die Tiefe des Ozeans ist erst blau, dann tiefblau. Ab 120 Metern wird sie schwarz. Und sie ist still. So still, dass Tanya Streeter manchmal ihr eigenes Herz zu hören glaubt, wie es ganz langsam schlägt, 15-mal in der Minute. Nicht einmal Luftblasen blubbern. Freediver benutzen keine Sauerstoffgerät, sie tauchen nur. Tief. Sehr tief. "Es ist friedlich dort unten", sagt Tanya. So friedlich, dass sie es oft gar nicht so schlimm fände, zu bleiben. Vor allem, wenn eine Riesenqualle wie ein Alien neben ihrem Tauchseil schwebt oder eine Schule Delfine an ihr vorbeigleitet. Das Gefühl, dorthin zu gehören, ein Teil der Tiefe zu sein, ist einer der gefährlichsten Reize dieses Sports. Doch dann denkt sie an ihren Mann Paul, der 25 Meter unter der Oberfläche auf sie wartet. Wenn sie dann Nase an Nase auftauchen, wissen sie, dass Tanya, die wohl bekannteste Freediverin der Welt, es wieder einmal geschafft hat: dorthin zu tauchen, wo vor ihr noch niemals jemand war. Tanya Streeter, klein, blond, zierlich, fährt mit ihrem Wagen durch Austin, Texas. Sie sieht nicht aus wie eine Supersportlerin. Ist sie aber. "Siehst du den Wolkenkratzer dort?", fragt Tanya und zeigt im Vorbeifahren auf den Büroturm der Frost Bank, der hoch über der Austiner Innenstadt aufragt. "Der ist 154,50 Meter hoch. Ich war fünfeinhalb Meter tiefer. Unglaublich, oder?" Austin, eine Stadt ohne Küste, ist ein merkwürdiger Ort für eine Frau, die sich im Meer am wohlsten fühlt. Eine Dotcom-Firma hatte sie und ihren Mann hierher gelockt. Als die Firma Pleite ging, blieben die Streeters trotzdem. Heute gehören ihre Vormittage dem Sport: Joggen, Reiten, Gewichtheben, Atemübungen, Yoga - was ihrer Personal Trainerin Theresa halt so einfällt. Dreimal die Woche schwimmt sie frühmorgens im eiskalten Barton Springs Pool, einer zum Schwimmbad aufgestauten Quelle mitten in der Stadt. Den Nachmittag füllen oft Sponsorentermine - Red Bull, Yamamoto, der Schweizer Uhrenhersteller Tag Heuer, sie alle werben mit Tanya.

Abends hält sie Vorträge darüber, was Menschen erreichen können, wenn sie nur wirklich wollen. "Besonders Mediziner denken, dass das, was ich tue, physiologisch unmöglich ist. Das stimmt nicht. Jeder kann das. Man muss nur trainieren." Zeitungsüberschriften wie "Jeder Atemzug könnte ihr letzter sein" machen Tanya wütend. "Wäre es so gefährlich, würde ich das nie machen!" Zumal das Atemanhalten nicht das Problem ist. Das schafft Tanya sechseinhalb Minuten lang. "Trainingssache", sagt sie. Der Weltrekord liege bei neun Minuten für Männer, 7,10 für Frauen. Das wirkliche Problem ist der Druck. Die Lungen werden beim Tauchen auf die Größe einer Zitrone zusammengepresst, die Trommelfelle brennen, Venen und Arterien werden zusammengequetscht, das Blut zirkuliert nicht mehr. "Es ist, als säße ein Elefant auf dir", erzählt Tanya. "Aber wenn man einige Sicherheitsregeln beachtet, passiert nichts." Also hat sie stets 15 Sicherheitstaucher mit Pressluftflaschen auf verschiedenen Höhen stationiert, die sie im Notfall nach oben bringen könnten. Und natürlich ist sie an einer Tauchleine gesichert, damit sie nicht davontreiben kann, sollte sie das Bewusstsein verlieren. "Wenn ich dort unten sterben soll, dann soll es so sein", sagt Tanya. "Aber bis es so weit ist, werde ich dafür sorgen, dass ich wieder hochkomme." Schon als Kind auf der Karibikinsel Grand Cayman war sie ständig im Wasser: "Ich habe mich im Wasser immer beschützt gefühlt." Anfangs kam ihre Labradorhündin Tarka als Babysitterin mit, später tauchte mit Freunden um die Wette und holte Muscheln vom Grund. "Ich schwamm und tauchte wie ein Fisch, aber es war nichts Besonderes - Kinder, die in den Bergen aufwachsen, laufen ja auch perfekt Ski." Ihre Mutter, eine gebürtige Engländerin, schickte sie mit neun nach England aufs Internat. Mit 24 kam sie zusammen mit ihrem Mann auf die Caymans zurück. Paul, der Bauunternehmer, baute auf der Insel Häuser, sie arbeitete als Referentin für den Gouverneur, schwamm wieder im Meer und fragte sich, welchen Sinn das alles haben könnte. 1997 machte sie einen Kurs bei dem kubanischen Freed Pipin Ferreras mit. Bei ihrem ersten Versuch erreichte Tanya 30 Meter, ein Jahr später hatte sie bereits vier Weltrekorde gebrochen. "Ich entdeckte zum ersten Mal, dass ich Ungewöhnliches leisten kann", versucht Tanya ihre Liebe zur Tiefe zu erklären. Und: "Da unten spüre ich, wie viel Kraft ich habe und wie gut es tut, sich selbst zu vertrauen." In diesem Jahr dreht sie für den Discovery Channel Dokumentarfilme, über das Meer, die Wale und die Delfine. "Ich wusste nicht, dass ich das auch kann", sagt sie. Wie lange sie noch tauchen möchte? Tanya zuckt mit den Schultern. Erst mal will sie weiter Filme machen, "als Jacqueline Cousteau für die Meere kämpfen", wie sie es lachend nennt. Und dann steht ja auch noch ein neues Projekt an: In dem Haus, das ihnen ihr Mann Paul gerade in Austin baut, gibt es zwei Kinderzimmer.

Tanya Streeter, 33, ist die einzige Frau der Welt, die im Sport einen Männerrekord brach. Und zwar mehrfach. Zuletzt 2003. Da erreichte die Amerikanerin 122 Meter Tiefe in der Freediving-Tauchdisziplin "Variable Weight": Ohne Atemgerät geht's runter mit einem Schlitten am Tauchseil, hoch muss man es aus eigener Kraft schaffen. Ein Jahr zuvor kam sie auf 160 Meter in der Königsdisziplin "No Limits", bei der die Taucher mit einem Ballon wieder aufsteigen dürfen. Meike Bruhns besuchte Tanya Streeter zu Hause in Austin, Texas, und begleitete sie bei ihrem Training.

Texte: Franziska Wolffheim, Meike Bruhns

Wer hier schreibt:

Franziska Wolffheim
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