Männer-Typen: Wenn Männer älter werden

Viele Männer scheinen ihren eigenen Altersprozess gar nicht wahrzunehmen. Was es für verschiedene Männer-Typen gibt, erklären wir hier.

Unsere Männer-Tpyen: Der Gesundheitsapostel

(homo partoutsanus),

der als Pensionär noch immer in seinen Konfirmandenanzug passen möchte und dafür alles tut bzw. auf alles verzichtet. Er nervt mit Nährstofftabellen und Informationen über den Body Mass Index (seiner gleicht dem einer bulimischen Tofusprosse), beginnt seinen Tag mit Powerradeln und beendet ihn mit eingeweichten Biokörnern.

Der Stubenhocker

(homo casa-sedativus) tritt in zwei Unterarten auf:

a) als Sofarolle, die nach dem Ruhestand (gern vorzeitig) vor dem Fernseher einfach liegen bleibt und bis zum Tod das Haus nicht mehr verlässt. Wenn seine Frau es tut, ruft er ihr "Wo gehst du hin? Wann kommst du wieder? Was gibt's zu essen?" zu, um danach wieder ermattet in die Kissen zu sinken.

b) als Pottkieker (Topfgucker), der sich in alle Hausfrauenfragen einmischt und seine Frau darüber belehrt, wie man den Staubsaugerbeutel am besten einlegt oder wann die Bodenleisten wieder gewischt werden müssen.

Der "Mir-doch-scheiss egal-Typ"

(homo deformatus), ebenfalls in zwei Unterarten:

a) als graues Wesen, das noch immer Kette raucht, zu viel trinkt, zu fett isst. Einer, der für jede Treppenstufe zehn Minuten braucht und dabei schnauft wie eine alte Dampflok.

b) als orthopädische Baustelle, die im Alltag nicht besonders hilfreich ist, weil sie bei jeder Anfrage nach Kisten- oder Kofferschleppen auf ihren schlimmen Rücken verweist. Ausnahme: die Bierkiste, wenn seine Frau nicht da ist.

Auch der Hypochoner

(homo suffratus) kommt in zwei Varianten daher:

a) als laut jammernde, die bei jedem Zipperlein Ganzkörperkrebs im Endstadium vermutet, oder

b) als leise leidende, die aber hochaggressiv wird, wenn die Partnerin nicht spätestens beim zweiten "Du, mir geht's heut gar nicht gut" den Notarzt ruft.

Der spät, aber nicht zu spät berufene Student

(homo postbafoegus),

der jungen Studenten den Platz im Hörsaal wegnimmt, weil er bereits am Vorabend der Vorlesung sein Revier in der ersten Reihe mit einem alten Regenschirm blockiert. Man trifft ihn gehäuft in den Fakultäten der vergleichenden Literaturwissenschaften und der Kunstgeschichte an.

Der "Nachgeschröderte"

(homo semprebellus),

Kennzeichen: braunes Haar bis in die hohen Achtziger, der jedoch nie zugeben würde, dass diesem Wunder der Natur etwas nachgeholfen wurde. Dasselbe gilt für Botoxspritzen, Haarinseln und Fettabsaugen.

Der klassische Mid- oder Latelife-Krisler

(homo tuttoerectus),

der wirklich glaubt, auf seinen welkenden Körper seien noch junge Frauen scharf, auch wenn er nicht das weichzeichnende achtstellige Bankkonto dazu hat. Im Notfall betatscht er auch ältere, keinesfalls jedoch gleichaltrige Semester. Sollte er bei seiner eigenen Frau bleiben müssen, greift er zu Viagra, was dieser lästiger ist als gar kein Sex.

Der Schweiger

(homo silentissimus).

Geht ungern aus, hat ungern Gäste, redet ungern mit seiner Frau. Soll im Mittelmeerraum seltener sein als bei uns. Biologen vermuten, dass sich der HS bei fallenden Temperaturen stärker vermehrt. In der späten Phase muss die Frage erlaubt sein: Schläft er noch, oder stirbt er schon?

Der C-Wurf-Pappi

(homo padresenilus),

in Frankreich wegen seiner Haarfarbe Salz-und-Pfeffer-Vater genannt, der silber- oder kaum noch haarig seine kleinen Kinder aus dritter Ehe auf einem sündhaft teuren Fahrrad mit Designerkindersitz abholt, um mit ihnen nachzuholen, was er beim A- und B-Wurf versäumt hat.

Der in enges, rheumafreundliches Leder gekleidete Motorrad-Maniac

(homo malborus),

der in späten Jahren trotz ächzender Bandscheiben noch einmal volle Pulle Gas gibt und jenseits von Darmspiegelung und Prostataproblemen ein Stückchen Easy-Rider-Freiheit genießen will.

Der Trockenalterer

(homo bonopreservatus)

ist wie guter Käse oder guter Wein, er gewinnt mit den Jahren. Wer so einen Björn Engholm oder Franz Beckenbauer zu Hause hat, muss leider gut auf ihn aufpassen, denn die nächste Weihnachtsfeier kommt bestimmt, und auf diesen Typ Mann sind auch jüngere Frauen scharf, er ist selten und sehr begehrt.

Aber zum Glück gibt es ja auch noch den Normalo

(homo desideratus),

den jede von uns will und verdient: Er ist liebe- und humorvoll, gelassen und weise. Über seine und unsere körperlichen Unzulänglichkeiten sieht er charmant hinweg; er altert in Würde, und das dürfen wir an seiner Seite auch tun. Wohl der, die sich ein solches Exemplar gesichert hat.

Text: Evelyn Holst Illustrationen: Cornelia von Seidlein

Unsere Empfehlungen

Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.

Diesen Inhalt per E-Mail versenden

Männer-Typen: Wenn Männer älter werden

Viele Männer scheinen ihren eigenen Altersprozess gar nicht wahrzunehmen. Was es für verschiedene Männer-Typen gibt, erklären wir hier.

Du kannst mehrere E-Mail-Adressen mit Komma getrennt eingeben

Deine Mail wurde versendet
Deine Mail konnte leider nicht versendet werden