Freunde in der Fremde

Warum eigentlich schimpfen? Ein Kreta-Urlaub zeigt: Griechenland hat köstliches Essen, gemütliches Ambiente, viel Sonne und sehr nette Menschen. Kurzum: Es ist ein Ort, an dem man gerne länger bleiben würde.

Zum Abend hin ist der Wind stärker geworden. Nur hin und wieder dringt durch sein Rauschen leises Glöckchenklingeln: zahme Ziegen, die in den umliegenden Hügeln nach Futter suchen.

Smaro Mourtzanakis deckt den großen Holztisch vor ihrem Gästehaus.

Es gibt Brot, Oliven und Dakos, die kretische Bruschetta-Variante mit Feta. Smaro zündet Windlichter an, denn jetzt, gegen 21 Uhr, herrscht an diesem Spätsommerabend bereits tiefschwarze Dunkelheit, und die ersten Gäste aus den vier kleinen Ferienvillen werden sich gleich an den Tisch setzen.

Wie immer wird dann in einem munteren Mix aus Englisch und Französisch sowie einigen Brocken Deutsch oder Arabisch geredet und gescherzt, wird die politische Situation in Griechenland diskutiert, von der Wanderung geschwärmt, die man tagsüber unternommen hat und natürlich von dem wunderbar frischen Fisch, den die 42-jährige Smaro zubereitet hat.

Statt Fisch darf es auch mal Fleisch sein. Für die Zubereitung wird Olivenöl aus eigenem Anbau verwendet.

"Ich verwende für meine Rotbarben, die fangfrisch sind, Olivenöl aus eigenem Anbau. Denn wir nutzen hier sogar zum Braten Olivenöl", sagt Smaro und lacht.

"Außer mit Salz und Pfeffer würze ich nur mit frischem Thymian, Rosmarin und Oregano aus unserem Garten. Das ist einfach und schmeckt köstlich."

Seit 2008 führen die kleine Griechin und ihr Mann Marcos die Mourtzanakis Residenz im Norden Kretas. Sie liegt etwa 20 Kilometer vom Flughafen Iráklio entfernt, oberhalb des mittelalterlichen Dorfs Achlada.

Eingebettet zwischen Olivenbäumen und Berghang: die Mourtzanakis Residenz.

Die weiß getünchten kleinen Ferienvillen bieten einen wunderbaren Blick auf die nahe gelegenen Olivenhaine mit ihren zum Teil mehr als 500 Jahre alten Bäumen, das bergige Hinterland und das Mittelmeer. Es sind Paare und Singles, Familien mit kleinen Kindern und aktive Ältere, die nach Achlada kommen - Amerikaner wie Russen, Japaner wie Franzosen, Tschechen, Südafrikaner, Israelis, Marokkaner und Kanadier, Deutsche und Schweizer. Sie alle verbindet der Wunsch, Natur fernab vom Massentourismus zu erleben.

"An diesem Tag sind wir mit allen Gästen gemeinsam durch die Samaria-Schlucht gewandert", erzählt Marcos, als er das Foto zeigt.

Und Marcos und Smaro organisieren für ihre Gäste Touren in die weiter entfernt liegende Samaria-Schlucht. Sie geben Tipps, wie sich das Savvathiana-Kloster aus dem 17. Jahrhundert am besten über die steilen, serpentinenartigen Straßen erreichen lässt. Und sie wissen, welcher der ortsansässigen Olivenöl- und Weinproduzenten eine Führung anbietet.

"Wir möchten unseren Gästen einen Einblick in das echte kretische Alltagsleben geben", sagt Marcos, "in unsere Gebräuche, in unsere Kultur und unsere Art des Kochens."

Bevor Marcos und Smaro die Residenz im Rahmen ökotouristischer EU-Projekte in Achlada aufgebaut haben, lebten sie in Athen, wo Marcos als Marketing- und Verkaufs-Manager für eine internationale Werbeagentur arbeitete. Kreta kannten sie bis dahin nur als Touristen. Tatsächlich aber lebten beider Familien bis Ende des 19. Jahrhunderts auf der Insel.

Und dort sind sich Smaro und Marcos auch 1995 zum ersten Mal begegnet, genauer gesagt in Agia Pelagia, Achladas nahe gelegener Strand.

Liebe und Familie brachte sie zusammen: Marcos, Smaro und ihr neues Zuhause Achlada.

Ihre neue Heimat ist im Grunde genommen also ihre alte, ist Familien- und Liebesgeschichte in einem. "In Achlada haben wir unser Zuhause gefunden", sagt Marcos.

Als sich Smaro und Marcos entschieden, sich mit ihrem heute 11-jährigen Sohn Valery auf Kreta niederzulassen, wollten sie mit ihrer Residenz einen besonderen Ort schaffen: einen Ort der Begegnung für Menschen aus der ganzen Welt.

Deshalb steht fast immer die Tür zum Gästehaus offen. Hier wird gelesen, gegessen, getrunken, gespielt. Es wird im Internet gesurft, erzählt und beraten, begrüßt und verabschiedet.

"Als Gäste gekommen, als Freunde gegangen - das ist unsere Vision", sagt Marcos. "Und wenn sie sich später an uns und ihre Zeit hier erinnern, dann wären wir glücklich, wenn sie das mit einem Lächeln täten."

ACHLADA MOURTZANAKIS Residence

www.ecotourismgreece.com

Nebensaison Villa für 1-2 Personen ab 70 Euro/pro Tag Villa für 3-4 Personen ab 85 Euro/pro Tag (ohne Frühstück)

Hauptsaison Villa für 1-2 Personen ab 80 Euro/pro Tag Villa für 3-4 Personen ab 95 Euro/pro Tag (ohne Frühstück)

Zusätzliches Bett auf Anfrage Babybetten stehen kostenlos zur Verfügung

Mit Frühstück zzgl. 7 EUR p.P./pro Tag Mit Abendessen zzgl. 15 EUR p.P./pro Tag

Direkt im Internet buchen: ACHLADA MOURTZANAKIS Residence

Reise-Info für Kreta

Beste Reisezeit: Anfang April bis Ende Mai und Anfang September bis Mitte Oktober; Für Sonnenhungrige: Juni bis August (in diesen Monaten ist es aber sehr heiß auf der Insel);

Fluggesellschaften: Per Linie ist Kreta ganzjährig täglich mit Olympic Airlines und Aegean Airlines über Athen zu erreichen. Zwischen Ostern und Ende Oktober gibt es Charter- und "Billig"-Flüge von vielen Flughäfen in den deutschsprachigen Ländern nach Iráklio und Chaniá.

Direkte Fährverbindungen mit Italien gibt es nicht. Man muss zunächst nach Patras auf dem Peleponnes übersetzen und dann von Piräus nach Kreta. Täglich Fähren von Piräus nach Chaniá, Iráklio und Réthimno (1-12 Std)

Empfehlung: Auto mieten, entweder vor Ort oder direkt von Deutschland aus. Ein Kleinwagen kostet inklusive aller gefahrenen Kilometer, Vollkasko und Steuern ab ca. 28 EUR pro Tag.

Besonders günstige Angebote findet man im Internet unter: www.cretecarhire-eurocar.co.uk

Text: Gunthild Kupitz und Ewa Scherwinsky Fotos: Marcos Mourtzanakis, Jörg Etzel und Ewa Scherwinsky

Wer hier schreibt:

Gunthild Kupitz
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