Zypern: Zu Besuch bei Aphrodite

Die Sonne lockt das ganze Jahr nach Zypern. Und Aphrodite natürlich. Ein Luxusaufenthalt auf der Insel der Liebe.

Zypern rühmt sich, der Geburtsort einer Göttin zu sein - jener mächtigen Aphrodite, die nicht nur Woody Allen inspirierte. Ganz in der Nähe der Stelle, wo sie dem Meer entstiegen sein soll, ist eines der attraktivsten Hotels der Insel entstanden. Keine Frage: Aphrodite Hills wurde gebaut, um Golferträume zu erfüllen. Ein 18-Loch Platz umgibt das Hotel, das spektakulär im Westen Zyperns auf einem Plateau über dem Meer liegt. Eine 150 Meter tiefe Schlucht teilt das Gelände. Die Oliven- und Johannesbeerbäume sorgen dafür, dass der Golfplatz nicht steril wirkt.

Wer bisher nichts mit Golf anfangen konnte, bekommt hier eine Ahnung, warum der Sport für viele faszinierend ist. Vom Hotelzimmer aus sieht man die Spieler über die Wiese ziehen und beneidet sie um ihre Ruhe. Der Golf Course Marshall hat auf dem weitläufigen Gelände viel zu tun: Je mehr Entspannung der Platz ausstrahlt, desto anstrengender scheint sein Job zu sein. Golfer unterschiedlichster Nationalitäten, einzeln, in Paaren oder Gruppen, managt er, damit es auf den Hügeln im richtigen Tempo voran geht.

Aphrodite in den Bergen auf Zypern

Aphrodite Hills wurde in einer Gegend gebaut, die vom Tourismus erst relativ spät entdeckt wurde. Das Hotel keinen Strand direkt vor der Tür. Es gibt einen Shuttleservice zum ca. 20 Minuten entfernten hoteleigenen Beach. Das scheint zunächst etwas umständlich. Aber schon auf der Fahrt dorthin wird klar, warum es auch Vorteile bringt. Der kleine Bus fährt durch unbebautes Hinterland, auf kleinen Straßen durch Weinreben und Obstplantagen. Der Strand ist umgeben von Hügeln, kein Haus weit und breit.

Man hat das Gefühl, an einem der wenigen unerschlossenen Strände des Mittelmeeres zu sein, wäre da nicht die komfortable Beachbar. Eigentlich ist es ausreichend auf dem Liegestuhl zu entspannen, sich dem verregneten Deutschland fern zu fühlen und sich hin und wieder in den Schaum des Meeres zu begeben, aus dem die Göttin der Liebe und Schönheit entstiegen sein soll. Fast fragt man sich, warum man den Strand gegen ein Spa austauschen soll. Aber ein Hotel wie das Aphrodite Hills braucht mehrere Superlative. So hat es nicht nur den besten Golfplatz, sondern auch eines der spektakulärsten Spas der Insel zu bieten.

Es ist umgeben von einem Garten wie aus einem Mittelmeerbilderbuch. Das Gebäude des Spas legt nahe, welcher Geist hier wehen soll: die Badekultur der Antike. Zwar werden Anwendungen aus aller Welt angeboten. Die Mitarbeiter kommen unter anderem aus Thailaind, Indien und Australien. Und auch die 27 Behandlungsräume sind entsprechend dem Angebot im Stil des jeweiligen Landes gestaltet. Die Gäste können hier aus dem ganzen Angebot der Global Community der Spawelt schöpfen.

Aber nach Olivenhainen, Weinreben und kleinen zyprischen Gassen ist die Therme im römischen Stil doch am verführerischsten. Langsam arbeitet man sich voran, von einem Raum in den nächsten, während die Temperatur steigt, unterbrochen von kalten Duschen und Eisbädern. Zum Abschluss dann der Spamoment, der einen wieder zurück holt ins Hier und Jetzt: Ausruhen am kleinen Pool des Spas, der so hoch liegt, dass man das Gefühl hat, er gehe direkt ins Meer über.

Aphrodite Hills besteht nicht nur aus einem Fünfsterne-Hotel, sondern ist ein ganzes Resort. Wohnungen und Villen kann man hier mieten und das Angebot der Anlage nutzen. Wem ein paar Quadratmeter an der ganzjährigen Sonne viel Wert sind, der kann auch Immobilien kaufen. Wie im Rest von Zypern hofft man auf die Investitionsfreude sonnenhungriger Nordeuropäer. Während auf der Insel in den letzten Jahren leider oft eilig gebaut wurde, ist Aphrodite Hills trotz seiner Größe behutsam in die Landschaft integriert. Die Architektur ist angelehnt an die traditionellen zypriotischen Dörfer.

Im sogenannten Village gibt es Läden und Restaurants unterschiedlicher Preisklasse, die sowohl die Gäste des Hotels als auch der Ferienhäuser besuchen können. Wer wildes Nachtleben sucht, ist hier verkehrt. So wie überhaupt die Gegend um Paphos eher ruhig ist, die Partymeilen der Insel liegen woanders. Die Höhepunkte der Abendstunden sind hier gemählich: Restaurants und Bars, von denen aus man die Abendstimmung über dem Meer genießen kann.

Zyperns Westen - hier sollte man gewesen sein

Der Geburtsort der Aphrodite auf Zypern

Auch wenn es nur ein Felsen ist wie viele im Mittelmeer: Natürlich will man gesehen haben, wo die griechische Göttin Aphrodite aus dem Meer entstiegen ist, was ihr den Namen "die Schaumgeborene" gab. Liebende, die auf die Hilfe der Göttin hoffen, schwimmen Hand in Hand um den Felsen. Das soll ewige Liebe bringen. Auch für weniger verliebte Zypernurlauber lohnt sich ein Besuch: An diesem ruhigen Abschnitt der Küste liegen kleine einsame Kiesstrände.

Die Halbinsel Arkamas

Zwar wurde sie im Meer geboren, doch die Göttin wusste ein Süßwasserbad zu schätzen. Das nahm sie gewöhnlich auf der Halbinsel Arkamas in einem kleinen Teích zwischen Felsen unter dem Schatten eines Feigenbaumes. In einer Version der Legende soll Arkamas, Sohn des Theseus, sie dort erblickt und sich verliebt haben. In einer anderen Version wurde Adonis ihr Geliebter. Wenig verwunderlich, dass das Wasser dort Schönheit bringen soll, Baden darf man in dem Naturpool aber nicht. Dafür kann man vom Bad der Aphrodite aus weiter wandern in Richtung Kap Arnautí. Die Arkamas-Halbinsel ist als Naturschutzgebiet von Bauprojekten verschont geblieben und ist eine der schönsten Regionen der Insel, geschätzt von Wanderern, Läufern und Mountainbikern.

Paphos

Schon in der Antike war Paphos eine wohlhabende Hafenstadt, die Metropole Alexandria am gegenüberliegenden südlichen Ufer des Mittelmeeres war schließlich nicht weit entfernt. Heute geht es in der größten Stadt der Region eher gemächlich zu. Die Kitima, das Geschäftsviertel, liegt in der Oberstadt. In einem der Restaurants sollte man unbedingt eine Mese essen: 12 bis 20 kleine Speisen, so dass man bei einer einzigen Mahlzeit die ganze Palette der zyprischen Küche kennen lernt. Das touristische Leben spielt sich unten am Hafen ab. Hier ist auch das Ausgrabungsviertel Kato Paphos, das sich insbesondere wegen der gut erhaltenen Mosaike in den römischen Villen zu besuchen lohnt.

Nikosia - die letzte geteilte Stadt der Welt

Auch wenn Nikosia ca. zwei Autostunden entfernt von Paphos liegt, lohnt sich ein Tagesausflug dorthin. Die sogenannte Greenline zu überqueren, die den griechischsprachigen Teil vom türkischen trennt, ist zu Fuß unkompliziert. Schwieriger ist es, mit dem Mietauto in den Norden zu reisen, denn die meisten Versicherer kommen dort im Schadensfall nicht für die Kosten auf. Auf der anderen Seite fällt als erstes die Ruhe in den engen Straßen auf. Es dauert einen Moment, bis einem bewusst wird, warum es hier so viel entspannter ist. Es sind kaum Autos unterwegs, dafür spielen um so mehr Kindern in den Gassen. Dass die Menschen hier weniger wohlhabend sind, ist schnell zu erkennen.

Immer wieder stößt man auf Wachtürme und Warnschilder. Die Grenzübergänge wirken wie aus einer anderen Zeit. Wer die ehemalige Grenze innerhalb Berlins in Erinnerung hat, erinnert sich an deutsch-deutsche Zeiten. Selbst nach einem kurzen Besuch im Norden fühlt man sich zurück im südlichen Teil Nikosias zunächst etwas fremd in der überfüllten Fußgängerzone mit den üblichen Ladenketten. Am Sonntag ist die Stadt voller Asiatinnen: Aushilfen der vielen Hotels auf der Insel, die an ihrem einzigen freien Tag der Woche sich hier treffen.

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