Geheimnisse über Göttinnen

Schuhe für Göttinnen, Schmuck voller Poesie, Rosen für die Seele: Dinge zum Verführen und Verführt werden - von diesen Männern gemacht: Frauenversteher.

Manolo Blahnik: Schuhe

Manolo Blahnik

Ihr solltet Eure Frauen wie Göttinnen anhimmeln.

Wie kein anderer versteht es Manolo Blahnik, den Frauen Flügel zu verleihen: Seine sündhaft schönen Schuhe sind nicht nur federleichte filigrane Kunstwerke, sondern außerdem noch handschuhzart und wirklich bequem. "Männer!", beschwört er seine Geschlechtsgenossen eindringlich, "seid doch froh, wenn eure Frauen Schuhe lieben. Sie wollen euch damit gefallen. Ihr solltet sie wie Göttinnen anhimmeln."

Der Welt berühmtester Schuhmacher wurde 1943 auf den Kanarischen Inseln geboren, studierte Internationales Recht, Literatur und Sprachen in Paris, bevor er sich, dermaßen gebildet, bereits vor 40 Jahren aus purer Lust dem Entwerfen von Schuhen zuwandte. Noch heute zeichnet und formt er jeden seiner bald 300 Prototypen pro Saison eigenhändig. Das Einzige, was Blahnik noch öfter in der Hand hält als Schuhe, sind Bücher. Manolo Blahnik kennt die Seele der Frauen, und er liebt ihre Füße. Sein sensationelles Gespür für ihren gelungenen Auf tritt brachte die besten seiner Kollektionen ins Museum. Manolo Blahnik lebt in London. Der Designer ist felsenfest davon überzeugt, dass das Tragen seiner Schuhe den Hüftschwung verändert. "Genau das ist sexy!", findet er, "nicht der Schuh an sich." Recht hat er, der Herr Blahnik.

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Jacques Polge: Parfüm

Jaques Polge

Wenn eine Frau meinen Duft trägt, habe ich sie verführt.

"Wenn eine Frau meinen Duft trägt, habe ich sie verführt", sagt der studierte Philologe und erfolg - reiche Parfümeur aus der Provence. "Das macht mich stolz." Verlässt so ein Weib den Raum, bleibt wenigstens ihr Duft: Mairose, Jasmin und ein wenig Bitterorange aus Grasse, eine Prise Ylang Ylang von den Philippinen, Vanille aus Madagaskar und eine Handvoll kanadische Duftakazie, fertig ist Chanel No. 5. Na ja, nicht ganz, denn der entscheidende Rest bleibt ein Geheimnis. Das genaue Rezept wissen außer Jacques Polge nur sehr wenige.

Manche nennen Polge die "Nase von Chanel", denn seit 30 Jahren leitet er das Duftlabor des Unternehmens in Neuilly-sur-Seine. Dort kommt Chanel No. 5 in die Fläschchen. Jacques Polge nennt es "Contemporary Art of Parfum". Einer seiner Vorgänger, Ernest Beaux, kreierte es 1921 nach einer Idee von Coco Chanel. Seitdem lieben Mütter und Töchter den eleganten Duft gleichermaßen. Chanel No. 5 kennt keine Altersgrenzen, genauso wenig wie Jacques Polge, der fi ndet, dass eine 50-Jährige durchaus aufregender sein kann als eine 25-Jährige. Wie auch immer. Die Parfümlegende muss auf der Höhe der Zeit bleiben, und das ist vor allem eine Frage der Qualität und Technik. "Um eine Frau zu verführen, braucht man Strategien", sagt Jacques Polge, "und ein wenig Technik gehört natürlich auch dazu."

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Alberto Masotti: Dessous

Alberto Masotti

Man kann die Frauen nicht verstehen, man kann sie nur lieben.

Mama Ada sei Dank! Hätte die entschlossene Korsettnäherin die von ihr gestichelten schmucklosen steifen Damenpanzer vor 55 Jahren nicht genervt an den Nagel gehängt, könnten wir uns heute kaum durch diese hauchzarten Bustiers, Spitzenhemden und Seidenslips aus dem Hause La Perla wühlen. 1954 nämlich machte sich Ada Masotti mit ihrer "Casa delle meraviglie" selbstständig. "Haus der Wunder" – was für ein viel - versprechender Name für eine Nähstube intimer Wäsche im schönen Bologna. "Raus aus der Schmuddelecke die freche Wäsche!", fand Ada Masotti. Sie war die Avantgardistin unter den Korsettmacherinnen. Ein Beruf, der heute ja fast ausgestorben ist. Sohn Alberto fuhr bald mit seinem kleinen Fiat 500 und Koffern voller spitzenbesetzter Mieder und Büstenhalter über Land und wurde freudig empfangen. Aber nicht nur die Italienerinnen waren hingerissen von den intimen Kostbarkeiten, auch Alberto erlag dem Weiblichen. "Ich liebe das Rätselhafte, das weibliche Mysterium."

Alberto heiratete die Wäschedesignerin Olga und widmete sich fortan dem Familienunternehmen. Entschlossen, wie einst seine Mama, hatte er dafür eine Karriere als Chirurg aufgegeben. Aus dem "Haus der Wunder" wurde bald La Perla und das größte Luxusdessous-Unternehmen der Welt. Alberto Masotti, dem es darauf ankommt, dass die herrlichen Wäschestücke zuallererst den Frauen Vergnügen machen sollen und dann dem Betrachter, ist inzwischen 73 Jahre alt. "Man kann die Frauen nicht verstehen, man kann sie nur lieben", sagt er. Tochter Anna, 35, wird das Wäscheimperium einmal weiterführen. Von ihr dürfen wir vielleicht weitere Wunder erwarten.

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Georg Hornemann: Schmuck

Georg Hornemann

Frauen träumen von Zauber und Poesie.

Glamouröses silbernes Weinlaub. Feuerspeiende Diamanten und rote Saphirröschen. Bei Schmuck hört die Zurückhaltung auf. Her damit! Spätestens wer die eine oder andere Arbeit von Georg Horne mann in der Hand wiegt oder gar überstreift, ist dem Schmuckwerk verfallen – so unverschämt frech und umwerfend schön sind seine Arbeiten. Da segelt doch tatsächlich ein Smaragdfi sch auf einem überreich mit Diamanten bestückten Fingerring. Ringe zum Süchtigwerden, die schon mal ein Viertelpfund wiegen können. Armreifen, so streng und dabei an Zutaten so steinreich. Bei Georg Hornemann dürfen die Geschmeide gern etwas reichlicher ausfallen. "Je älter ich werde, desto frecher werde ich und vor allem lockerer." Na herrlich. Georg Hornemann wurde 1940 in Dessau geboren und siedelte 1958 in die Bundesrepublik über. An der Düsseldorfer Königsallee ist sein Atelier und auch seine Werkstatt. Während der Goldschmiedelehre in Dessau hatte Georg Hornemann die besten Bauhaus- Lehrer.

Von seiner Mutter kam die Liebe zur Natur. "Sie lehrte mich sehen." Beides prägt seine Arbeiten bis heute und brachte ihm alle möglichen Auszeichnungen ein: für die der Architektur entlehnten Formen; für die so naturalistischen, fast wie im Garten gepflückten edelsteinfunkelnden Ringe und Broschen. "Meine Kreationen sind voller Poesie und Zauber. Davon träumen Frauen."

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David Austin: Rosen

David Austin

Eine Rose kann man nicht beschreiben, nur fühlen.

"Eine Rose kann man nicht beschreiben, nur fühlen: wie eine Geliebte", sagt der englische Züchter und wartet auch mit 80 noch darauf, dass ihm endlich die perfekte Rose gelingt. Dabei sehen David Austins Rosen jetzt schon aus, als seien sie geradewegs einem Gemälde alter holländischer Meister entnommen. "Aaah, englische Rosen", denkt man und freut sich an den pudrigen Farben, den dicken Blütenköpfen und ihren lieblichen und würzigen Aromen. Wie schon die britische Schriftstellerin und Gartengestalterin Vita Sackville-West wollte David Austin den Duft in unsere Rosengärten zurückbringen.

Fast ganz verschwunden war der durch die zahlreichen modernen Züchtungen. In mehr als 40 Jahren als Rosenzüchter hat Austin nicht eher Ruhe gegeben, bis es ihm durch Kreuzung gelang, die Vorteile der modernen Rosen mit denen der alten Sorten zu verbinden. Jetzt blühen seine englischen Rosen überall auf der Welt, und das nicht nur mehrmals im Jahr, sie duften auch noch. Das mit Leidenschaft betriebene Familienunternehmen liegt in Albringhton, nördlich von London. Mittlerweile leitet David Austin Junior die Geschäfte. Der rüstige Senior streift aber nach wie vor prüfend durch die 300 Hektar Felder seiner Lieblinge.

Infos: zur Homepage von David Austin

Text: Inge Ahrens Fotos: Stephan Abry Produktion: Christa Naumann
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