Beauty-Behandlungen: Selbst machen oder zum Profi?

Bei Beauty-Behandlungen stellt sich die Frage: selbst machen oder doch zum Profi? Was in Sachen Haarefärben, Enthaarung, Hautreinigung und Pediküre das Beste ist.

Pediküre

Do it yourself: Zu Hause lässt sich vor allem Vorbeugearbeit erledigen. Damit Sohlen und Zehen nicht so schnell verhornen: "Am besten die Füße täglich eincremen - mit Produkten, die Fett und Feuchtigkeit enthalten", rät die Podologin und "Gehwol"-Expertin Inge Radojicic aus Ronneberg bei Hannover. Für sanften Schliff empfiehlt sie Hornhautfeilen und Peelings mit Bambuspartikeln oder Zuckerkristallen. "In Härtefällen können Sie eine Hornhaut reduzierende Creme - zum Beispiel mit Urea - auftragen."

Profi-Tipp: ein Fußbad mit ein bis zwei Esslöffel Natron. Das wirkt erfrischend und desodorierend. Inge Radojicic: "Das kann man zum Beispiel im Frühjahr täglich machen, als zwei- bis dreiwöchige Kur." Empfindlichen rät sie zur Vorsicht: "Je dünner die Haut, desto weniger Fußbäder sollte man generell machen, weil sie die Haut austrocknen."

Produkte: z. B. "Sensitive Fuß Hornhaut Reduziercreme" von Eubos, ca. 8 Euro; "Med Hornhaut-Creme" von Gehwol, ca. 8 Euro (Monatskur); "Regenerierende Fußcreme" von Hansaplast, ca. 7 Euro; "Velvet Smooth Intensiv Serum" von Scholl, ca. 8 Euro

Beim Profi: Podologinnen setzen gegen Hornhaut spezielle Fräser und Spezialpräparate ein. Obendrein kann man sich die Füße herrlich durchwalken lassen. Dauer: 30 bis 45 Minuten. Kosten: ab ca. 25 Euro.

Was tun? Gönnen Sie sich jetzt, am Anfang der Saison, eine Pediküre. Dann sind die Füße frühlingsfrisch, und die kommenden sechs bis acht Wochen können Sie selbst überbrücken. Bei gesundheitlichen Problemen (etwa Hühnerauge, Nagelverformungen) eine medizinisch geschulte Podologin aufsuchen.

Maniküre

Do it yourself: Das kleine Maniküre-ABC beherrscht wohl jede Frau. Der größte Schwachpunkt: die Nagelhaut. "Heutzutage verhornt sie immer mehr, weil sie zum Beispiel durchs viele Händewaschen austrocknet", erklärt Anke Spreeberg, Geschäftsführerin des Hamburger Kosmetikstudios Spreeberg.

Profi-Tipp: Nagelöl auftragen und für ein, zwei Minuten - etwa während des Zähneputzens - einziehen lassen, dann abspülen. Das nährt die Nägel und lässt sie gepflegt aussehen. "Beim Lackieren die Schichten zügig nacheinander auftragen und gar nicht erst groß trocknen lassen", empfiehlt Anke Spreeberg. "Aber sobald der Top-Coat glänzt, 15 bis 20 Minuten warten."

Produkte: "Nourishing Nail Oil" von Artdeco, ca. 9 Euro; "Granatapfel Nagelhaut-Entferner-Stift" von Weleda, ca. 10 Euro

Beim Profi: Im Kosmetikstudio erhalten die Nägel einen professionellen Feinschliff. Dauer: ca. 20 bis 30 Minuten. Kosten: ab ca. 25 Euro.

Was tun? Wenn die Nägel der einen Hand immer krumm und schiefer lackiert aussehen als die der anderen, lieber alle sechs Wochen zur Expertin gehen.

Fruchtsäure-Peeling

Do it yourself: Es gilt als das Schönheitsritual, um Alters- und Pigmentflecken verblassen zu lassen und das Hautbild zarter zu machen. Und es ist nichts für Anfänger - man sollte seine Haut sehr gut kennen, bevor man hochprozentige Fruchtsäure verwendet. Dann können Präparate auf der Basis von 8 bis 10 Prozent Fruchtsäure wie eine Kur zu Hause eingesetzt werden (Apotheke). "Milch-, Apfel- und Weinsäure wirken in oberen Schichten, Glycolsäure kann tiefer vordringen und die Kollagenbildung ankurbeln", erläutert die Hamburger Kosmetikerin Renate Donath vom RD-Kosmetikinstitut. Schätzt man seinen Hauttyp falsch ein, reagiert die Haut leicht gereizt. Bei sehr starkem Kribbeln Produkt sofort mit viel lauwarmem Wasser abnehmen. Nach der Anwendung etwa vier Wochen direkte Sonne meiden und Produkte mit einem hohen Lichtschutzfaktor (z. B. LSF 50) verwenden.

Produkte: "AHA Effects" von Dermasence, ca. 26 Euro; "High Peel" von Lierac, ca. 36 Euro; "Blemish + Age defense" von SkinCeuticals, ca. 75 Euro

Beim Profi: Hier gibt es je nach Hauttyp und -zustand Hochprozentiges - von 10 bis maximal 40 Prozent Fruchtsäure-Gehalt bei einem pH-Wert von 3 bis 3,5. Hautbrennen löscht ein neutralisierendes Gel, das den Teint wieder in Balance bringt. Dauer: ca. eine Stunde, Kosten: ca. 50 bis 120 Euro.

Was tun? Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte den Profi aufsuchen. Produkte für die Selbstbehandlung von der Apothekerin oder Kosmetikerin empfehlen lassen.

Ausreinigung

Do it yourself: Wenn die Hautunreinheiten nur oberflächlich sind, reicht es, zu Hause ein Frotteetuch in heißem Wasser zu tränken, es auszuwringen und über die T-Zone (Nase, Kinn und Stirn) zu tupfen. Die Wärme öffnet die Poren, so dass sich oberflächliche Mitesser leichter entfernen lassen (dazu Tissue benutzen). Intensiver: Gesichtsdampfbäder mit Pflanzenzusätzen verwenden, zum Beispiel Tabs mit antibakteriell wirkendem Teebaumöl, die sich in heißem Wasser auflösen.

Produkte: "Gesichtsdampfbad" von Dr. Hauschka, ca. 18 Euro; "Dream Team"-Steamer-Tab von Lush, ca. 4 Euro

Beim Profi: Manche Kosmetikerinnen machen noch Dampf mit dem Vapozon. Der hauchfein versprühte Wasserdampf ist ein guter Porenöffner und erleichtert das Großreinemachen. "Man kann die Haut auch mit warmen Kompressen plus einer alkalischen Packung (pH-Wert 9 bis 10) sanft aufweichen. Um die Haut wieder ins Gleichgewicht zu bringen, wird anschließend eine saure Packung, z. B. auf Fruchtsäure-Basis, aufgetragen", erklärt die Kosmetikerin Renate Donath. Dauer: ca. eine Stunde, Kosten: ca. 30 bis 60 Euro.

Was tun? 1:0 für die Kosmetikerin. Vor allem dann, wenn man mehr als nur ein Pickelchen in Gesicht hat. Die Prozedur bedarf einer Menge Know-how. Bei starker Akne zum Dermatologen gehen.

Selbstbräuner

Do it yourself: Sie haben keine Zeit für einen Strandurlaub, möchten aber danach aussehen? Selbstbräuner ist die Lösung. Wer den Streifenhörnchen-Look vermeiden will, hält sich an

Fünf klassische Profi-Tipps: 1. Am Vortag ein Peeling machen. 2. Direkt vor dem Selbstbräunen verhornte Stellen wie Fersen und Knie mit etwas Bodylotion eincremen - sie nehmen dann nicht so viel Farbe an. 3. Selbstbräuner-Überschüsse mit einem feuchten Tuch abtupfen. 4. Im Gesicht Brauen und Haaransatz aussparen und Übergänge sanft verwischen. 5. Sieht der Teint eher nach russischer Schokolade als nach Cappuccino aus: noch mal peelen, dann verblasst die Farbe.

Produkte: "Gelée Auto-Bronzante Hydratante" von Biotherm, ca. 26 Euro; "Douglas Sun Selbstbräunungsmilch Face & Body", ca. 13 Euro; "Sublime Bronze Selbstbräunungs-Milch" von L'Oréal Paris, ca. 12 Euro

Beim Profi: Besonders fix geht es in einer Bräunungsdusche. Dabei wird man in einer Kabine von Kopf bis Fuß mit Farbe eingenebelt. Dauert nur fünf Minuten, hält aber Tage vor. Beim Airbrush- oder Spray-Tanning wird die Bräunungssubstanz per Hand aus der Spritzpistole aufgesprüht. Kosten: ca. 15 bis 30 Euro.

Was tun? Selbstbräuner für zu Hause sind auch für Einsteiger gut geeignet. Je öfter man sie anwendet, desto besser kennt man neuralgische Stellen, an denen leicht zu viel Produkt landet (zum Beispiel die Ohren!). Airbrush ist besonders präzise und eignet sich zu besonderen Gelegenheiten wie zum Beispiel Hochzeiten - allerdings muss man sich dazu vor Fremden frei machen.

Haarentfernung

Do it yourself: Rasieren, epilieren oder waxen? Bestimmt haben Sie schon eine Lieblingsmethode - welche für Sie die beste ist, merken Sie ohnehin schnell an der Haut: Fühlt sie sich trocken oder rau an, ist es die falsche Methode. Neu am Epiliermarkt: Geräte mit Peelingeffekt und Mini-Epilierer für die Bikinizone. Seit Kurzem kann man zu Hause auch mit IPL-Blitzlichtlampen (IPL: Intensed Pulsed Light) - dunklen - Härchen längerfristig den Garaus machen (bei rotem, hellem oder grauem Haar ist IPL schwierig). Dabei werden Lichtimpulse ausgestrahlt, die das Haarwachstum in einen Schlafmodus versetzen. Die Prozedur muss jedoch alle paar Wochen wiederholt werden. Gut, wenn sich das Licht je nach Hautton (je heller, desto besser) und Haarfarbe dosieren lässt. Neu: ein IPL-Allrounder mit drei verschiedenen Aufsätzen, die man nonstop über die Haut gleiten lassen kann - für Beine, Bikinizone und Gesicht.

Produkte: "Venus & Olaz" von Gilette, ca. 13 Euro (Nassrasierer mit Peeling-Effekt); "Silk-épil 7 SkinSpa" (Epilierer mit integrierter Peelingbürste) von Braun, ca. 190 Euro; "Lumea Bikini SC2008" von Philips (IPL-Allrounder), ca. 500 Euro

Beim Profi: Studios machen alles, vom Waxen bis zu IPL-Treatments. Dermatologen arbeiten auch mit dem Laser. Die Behandlungen sind stärker, aber auch teurer.

Was tun? Haarentfernung lässt sich prima zu Hause machen. Waxing-Vorteil beim Profi: Es geht schnell - und ist meist weniger schmerzhaft, weil der flache Winkel stimmt, mit dem der Wachsstreifen abgezogen wird. Bei IPL-Geräten sich am besten im Geschäft zeigen lassen, wie sie funktionieren. IPL-Behandlungen beim Profi sind effektiver, schneller und risikoloser - da es sich um hochenergetisches Licht handelt, ist eine sachgemäße Handhabung angesagt. Wer unsicher ist, sollte sich beim Hautarzt beraten lassen.

Brauenstyling

Do it yourself: Gestylte Brauen wirken automatisch ausdrucksstark. Wer selbst zupft, sollte erst einmal vorsichtig rangehen - bevor die Brauen zu schmal oder asymmetrisch werden. Deshalb die zu entfernenden Härchen mit hautfarbenem Concealer abdecken - dann zeichnet sich der angedachte Bogen ab. Alternative: Schablonen anlegen (z. B. von Artdeco, Tana) und die ausgesparte Form mit weißem Stift nachmalen. Die dunklen Härchen, die aus der Reihe tanzen, in Wuchsrichtung zupfen.

Beim Profi: In Brow Bars wird die Braue vermessen und gegebenenfalls mit der Schere in Form getrimmt. "Zum Schutz cremen wir die Haut vorab mit Azulenöl ein", verrät Dagmar Scheel, Training-Manager bei Benefit Cosmetics. Mit vorgewärmtem Wachs rund um die Brauen lässt sich auch feiner Flaum erwischen. "Schwellungen beugt ein Cooling Gel vor", erklärt die Brauen-Stylistin. Dauer: ca. 20 Minuten. Kosten: ca. 22 Euro. Aufmerksam: Zum Geburtstag schenkt Benefit treuen Kundinnen ein Brauenstyling.

Was tun? Das Hantieren mit Schablonen erfordert ein gewisses Geschick. Daher macht es Sinn, sich beim Profi die optimale Brauenform zeigen zu lassen.

Colorationen

Do it yourself: Haare selbst zu färben spart Zeit und Geld, weil man das Produkt einwirken lassen und nebenbei etwas anderes tun kann. Nachteil: Die Farbe sieht oft zu einheitlich aus. Und immer komplett zu färben stresst auf Dauer das Haar. Mit einem Ansatz-Set lässt sich die Zeit zwischen zwei Colorationen überbrücken. Vorsicht mit Stiften zum Kaschieren des Ansatzes: "Wenn man die benutzt und später eine Coloration drübergibt, wird die Farbe durch den Voranstrich immer dunkler. Daher muss man die Ansatzfarbe gut auswaschen", so Saloninhaber Andreas Kohlhoff aus Düsseldorf.

Produkte: "Excellence Creme Coloration" von L'Oréal Paris, ca. 8 Euro; "Lightening Blonds" von Syoss (Aufhellung um bis zu drei Nuancen), ca. 5 Euro; Ansatz-Set z. B. von Schwarzkopf Diadem, ca. 4 Euro

Beim Profi: Der Friseur kriegt die Farbe gleichmäßiger hin, kann mit verschiedenen Nuancen spielen und Reflexe einarbeiten, so dass die Haare viel natürlicher wirken. Und er kann graues Haar modern wirken lassen. "Viele Frauen, die colorieren und über 50 sind, ärgern sich über graue Ansätze und würden am liebsten aufs Färben verzichten. Ganz grau fühlen sie sich aber auch nicht wohl", erklärt der Farb-Spezialist. "Hier kann der Friseur ein paar Naturreflexe für weiche Übergänge im nachwachsenden Haar setzen - so sehen die Haare nicht gefärbt aus, aber man wirkt frischer." Für ganz Unsichere gibt es im Salon auch Kurzbehandlungen, wie zum Beispiel Ansätze färben oder Strähnen-Fresh-ups, die nicht mal eine Stunde dauern (z. B. "Express Color" von Redken, ca. 20 bis 30 Euro).

WAS TUN? Wer seine Farbe gefunden hat, kann das Colorieren und Ansatzfärben gut zu Hause erledigen. Für Experimente oder Typveränderungen besser den Friseur ranlassen.

Text: Marina Knippel Illustration: Henrik Abrahams BRIGITTE WOMAN 05/2014
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