Skurrile Wellness-Methoden

Der Fantasie für immer neue Wellness-Methoden sind offenbar keine Grenzen gesetzt. Ungewöhnlich sind die Behandlungen allemal - aber bringen sie auch was?

Jahrgangs-Bad: Wein für weiche Haut

Dass ein oder zwei Gläschen Rotwein durchaus entspannend wirken, ist ja bekannt. Im "Yunessun Spa Ressort" in Japan geht man aber noch einen Schritt weiter: Dort aalt man sich in Beaujolais Noveau, um die Haut zu pflegen. Tatsächlich enthalten Trauben sehr viele Polyphenole, die etwa als Radikalfänger und damit als Zellschützer gelten. Allerdings ist bisher in Studien nur ein Effekt bei innerer Anwendung nachgewiesen worden. Alternativ kann man übrigens in dem japanischen Spa auch in Tee, Sake oder Schokolade baden. Letzteres immerhin ganz ohne schlechtes Gewissen in Hinsicht auf die bösen Kalorien.

Gewöhnungsbedürftige Protein-Quelle: Rinder-Sperma im Haar

Bei Hari ?s in London gibt es eine wirklich haarige Haarkur: Hauptbestand ist das Sperma von Angus-Rindern, hinzu kommen noch pflanzliche Proteine. Dass Eiweiß gut für die Haare ist, ist erwiesen: Ein Haar besteht größtenteils aus Protein, verliert es diese, wird es spröde und splissig. Vielleicht ist für die meisten trotzdem ein anderes Angebot bei Hari ?s attraktiver: Da kommt das Eiweiß per Kaviar-Kur ins gestresste Haar.

Go for Gold: Glänzende Schönheitskur

Wer seiner Haut schon jeden Luxus gegönnt hat, solltes es damit probieren: Im Eldorado Hotel in Santa Fe wird eine Maske aus 24-karätigem Blattgold angeboten. Was zunächst nach dekadentem Unsinn klingt, könnte tatsächlich eine Wirkung haben. Gold wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und kühlt die Haut. Nur dumm, dass das Bond-Girl seinerzeit die Gold-Behandlung nicht überlebt hat.

Biss für Biss: Blutsauger sollen entgiften

Demi Moore soll ja drauf schwören: Blutegel zur Blutentgiftung. Die Idee ist die selbe wie beim mittelalterlichen Aderlass – durch den Blutverlust wird der Körper angeregt, neue Blutzellen zu bilden. Die bissigen Biesterchen sollen aber einen weiteren Vorteil haben: Im Speichel der Egel ist Hirudin enthalten, das gefäßerweiternd und entkrampfend wirkt, der Blutfluss und damit die Entgiftung sollen so gefördert werden. Da Blutegel aber durchaus auch Krankheiten übertragen können, ist die Methode nicht ganz risikolos.

Schönheit hinter Gittern: Treatments im Knast

Die Anwendungen sind eher herkömmlich – nur der Ort ist recht ungewöhnlich: In Thailand werden Massagen und Haarbehandlungen in der Chiang Mai-Vollzugsanstalt angeboten. Den weiblichen Insassen soll so die Rehabilitation erleichtert werden.

Text: Markus Brügge Illustration: Joanna Broda

Wer hier schreibt:

Markus Brügge
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