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Richtig saunieren


Richtig saunieren will gelernt sein. Die Sauna gibt es in vielen Varianten. Hier erfahren Sie, was wie einheizt und für wen welches Saunieren geeignet ist.

Finnische Sauna

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Die klassische Sauna (Wer hat das Saunen erfunden? Die Finnen!) ist heiß und trocken, aber durch die Stufenbänke sehr unterschiedlich: Im Schnitt herrschen auf der oberen Bank mind. 70°C bei 5-15 % Luftfeuchtigkeit, auf der unteren 40°C bei 20-40 % Luftfeuchtigkeit. Jeder Aufguss macht das Klima feuchter, aber der "löyly" (finn.: Gluthauch) ist nicht jedermanns Sache. Es ist ein Irrtum, dass man nach einem Aufguss mehr schwitzt - der Schweiß kann jetzt nur nicht mehr so gut abfließen und steht länger auf der Haut. Die Erdwallsauna ist eine Steigerung der klassischen Sauna, sie ist teilweise in die Erde eingelassen und ist noch um einiges heißer (bis zu 100° C) bei nur 10% Luftfeuchtigkeit.

Geeignet für: alle, die gern richtig saunieren, heftig schwitzen und hohe Temperaturen gut vertragen.

Banja

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Der russische Schwitzraum stammt aus Sibirien: Die Temperatur beträgt ca. 70°C bei relativer Luftfeuchtigkeit von 10-40 %. Im Heizofen, in den ein Wasserkessel eingearbeitet ist, köchelt der für die Haut und den Körper wertvolle Birkenwassersud. Beim Banjaritual wird den Gästen mit Birkenzweigen Luft zugewedelt, und auf Wunsch wird man damit auch abgeklopft. Die Zeremonie endet mit einem Eisabrieb und einer Teepause.

Geeignet für: alle, die den Duft von Birkenblättern mögen, vor allem ihre Durchblutung und Entgiftung (Raucherinnen!) fördern wollen und außerdem Entspannung suchen.

Biosauna

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Auch Niedrigtemperatur-Sauna oder Sanarium genannt. Die Biosauna ist eine Kreuzung aus Sauna und Dampfbad - mit Temperaturen bis 60°C bei etwa 50 % Luftfeuchtigkeit. Oft kombiniert mit Farblicht, Eukalyptus- oder Kräuteraromen.

Geeignet für: alle, denen die Temperatur in der finnischen Sauna und die Luftfeuchtigkeit im Dampfbad zu hoch ist. Die Biosauna schont den Kreislauf und entspannt auf sanfte Art.

Dampfbad

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Dichte warme Nebelschwaden, warme Steinbänke, diffuses Licht - im Dampfbad ist es sehr feucht, aber gar nicht mal so heiß: Es herrschen 40°-50°C bei fast 100 % Luftfeuchtigkeit. Eine Variante ist das Danarium mit einer mittleren Temperatur von 65°C und einer Luftfeuchtigkeit von 60 %.

Geeignet für: alle, die sich in der klassischen Sauna unwohl fühlen. Bei dieser Sauna-Form erwärmt sich der Körper nicht so abrupt, das ist sehr angenehm. Die hohe Luftfeuchtigkeit ist eine Wohltat für die Haut - allerdings auch eine größere Belastung für das Herz-Kreislauf- System (besser verträglich ist in diesem Fall das Danarium). Der Entgiftungseffekt im Dampfbad ist etwas geringer als in der Sauna, da die millimeterfeine Wasserschicht auf der Haut verhindert, dass viel Feuchtigkeit aus dem Gewebe verdunstet. Insgesamt steigert das Dampfbad die Mobilität der Muskeln und Gelenke und kann Linderung bei leichten rheumatischen Erkrankungen bringen.

Hamam

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Die orientalische Variante des Dampfbads besteht meist aus einem Heiß- (um 50°C), einem Warmluftraum (um 40°C) und mehreren kühlen Räumen. In den warmen Bereichen stehen Becken, mit deren Wasser sich der Besucher immer wieder übergießt. Traditionell gehört es dazu, dass man sich mit einem Massagehandschuh einseifen und waschen lässt (nach Wunsch vom Tellack (Bademeister) oder der Nutr (Badefrau). Wer mag, bucht eine Schlammpackung mit Rasul dazu. Deren Mineralien dringen in die Haut ein, der Stoffwechsel wird angeregt. Dazu saugt die graue Masse abgestorbene Zellen einfach auf, wirkt also wie ein Peeling. Es folgt eine Massage mit Öl, und schließlich wird im Camekan, dem Ruheraum, nur noch ein bisschen nachentspannt.

Geeignet für: alle, die das Dampfbad lieben, hauptsächlich etwas für die Schönheit tun wollen und sich gern in Gesellschaft entspannen.

Römische Sauna

Zum Schwitzen auf römische Art werden drei unterschiedlich heiße und feuchte Räume gebraucht: Zuerst das Tepidarium mit 25-35°C. Beginnt man leicht zu schwitzen, geht's ins Caldarium mit 40°C und hoher Luftfeuchtigkeit, dem Dampf werden oft ätherische Öle zugesetzt. Nach Abkühlung und Ruhephase folgt im zweiten und dritten Gang auf Tepidarium und Caldarium das Lanconicum. Hier herrschen etwa trockene 50°-60°C.

Geeignet für: Sauna-Anfängerinnen; die niedrigen Temperaturen und die Kombination aus feuchter und trockener Hitze sind kreislaufschonend und ideal, um sich langsam ans Saunieren zu gewöhnen.

Irisches Dampfbad

Irisch geht in diesem Fall ganz ähnlich wie römisch: Als Erstes begibt man sich in einen 25- 35°C warmen Raum, Bürstenmassagen unterstützen die Durchblutung der Haut. Mäßiges Schwitzen ist das Signal, in die etwas wärmere Kammer mit 40-55°C zu wechseln. Es folgt eine Abkühlung mit kalten Güssen und eine Ruhephase. Der zweite Gang beginnt wieder mit den ersten beiden Räumen und endet mit dem irischen Dampfbad, das ganz mit dichtem Dampf erfüllt ist. Dort ertastet man die in der Höhe gestaffelten Sitzbänke eher, als dass man sie sieht: je höher, desto wärmer, je näher der Dampfquelle, desto nasser. Danach ist Abkühlung vorgeschrieben, gefolgt von einer Entspannungspause.

Geeignet für: alle, die ihren Kreislauf nicht zu stark belasten sollten oder wollen. Das irische Dampfbad öffnet die Hautporen und befeuchtet Haut, Schleimhäute und Bronchien.

Wann tut Sauna nicht gut?

Absolut tabu ist die Sauna bei akuten Infekten, Fieber und Nierenkrankheiten. Bei Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck und Krampfadern die Hausärztin oder den -arzt fragen. Bei erweiterten Äderchen einen kühlen Waschlappen auf die geröteten Bereiche legen, um sie vor höheren Temperaturen zu schützen.

Text: Susanne Opalka Foto: Andrea Herzog, iStockphoto Produktion: Bénédicte Mohr Haare & Make-up: Patricia Bontscheff/Bigoudi

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