Dekolleté: Gepflegter Blickfang

Ein Dekolleté ist schön anzusehen, da sind wir uns einig. Grund genug, es ab und an auch zu zeigen - und besonders zu pflegen.

Obwohl er - anders als, sagen wir mal, ein Fuß oder ein Ellbogen - die meiste Zeit des Lebens noch nicht mal eine besondere Funktion übernimmt, interessiert uns sein Aussehen spätestens ab der Pubertät deutlich mehr als das anderer Körperpartien. (Na gut, abgesehen vielleicht vom Bauch.).

Der Busen ist zudem nicht nur für Babys und Männer faszinierend, er beschäftigt ja auch ganze Berufsgruppen: zum Beispiel Aktfotografen, Oktoberfestkellnerinnen, C- und D-Promifrauen sowie einschlägige Filmemacher wie den Oberweitenfetischisten Russ Meyer selig - oder Woody Allen. In dessen Film "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten" walzt immerhin eine gigantische Brust eine Landschaft nieder, bis sie von einem überdimensionalen Büstenhalter und einem Kruzifix gestoppt wird.

Das Dekolleté: Gegenstand wissenschaftlicher Forschung

Sogar ein bekannter deutscher Ethnologe, Hans Peter Duerr, hat sich eingehend mit dem Thema "Busen" beschäftigt: Es ging ihm dabei vor allem um die Frage, ob die Scham, die bare Brust zu zeigen, sich erst in der Neuzeit entwickelte (die These des einflussreichen Soziologen Norbert Elias) oder schon immer bestand (Duerrs Ansatz, mit dem er Elias zu widerlegen versuchte).

Nicht nur, dass Duerr in seinem Werk "Der erotische Leib" dazu nicht weniger als 2040 Quellen zititert - er recherchierte sogar selbst zwischen 1990 und 1995 an europäischen Badestränden, wo er feststellte, dass sich nur etwa jede zehnte Frau oben ohne sonnte. Und dass auch diese Frauen sich mit einem Handtuch oder Ähnlichem bedeckten, wenn jemand länger als zwei Sekunden hinschaute.

Nun muss man sich ja nicht gleich, Strand oder nicht, oben ganz frei machen. Aber ein tolles Dekolleté kann man im Sommer doch schon mal herzeigen. Was Grund genug wäre, gerade jetzt diese Partie besonders liebevoll zu pflegen. Zwar cremen viele Frauen ihr Dekolleté und ihren Busen routinemäßig mit ein, wenn sie ihre Bodylotion auftragen, doch gerade hier ist die Haut extrem dünn und könnte ein wenig mehr Zuwendung vertragen. Die sensible Partie zwischen Hals und Brustansatz besitzt nämlich kaum Unterhautfettgewebe, muss aber zusammen mit dem Brustmuskel den Busen hochhalten. Schenken Sie also Ihrem Ausschnitt ruhig etwas Beachtung. Die Wissenschaft tut es schließlich auch.

Massieren Den Busen immer sanft kreisend von unten nach oben eincremen. Damit die Haut gut durchblutet wird, das Dekolleté wie folgt massieren: rechte Hand zwischen den Brüsten ansetzen und leicht schräg nach oben Richtung linkes Schlüsselbein bis zur Schulter ausstreichen. Mit sanftem Druck abschließen. Die Seite wechseln und wiederholen.

Klotzen statt kleckern Bei strapaziertem Dekolleté, zum Beispiel nach einem Urlaub in der Sonne, lohnt sich die Anschaffung eines Serums oder einer hoch konzentrierten Ampullenkur - die enthält doppelt bis dreimal so viel Wirkstoffe wie eine Creme. In 7- bis 21-Tage-Kuren stecken zum Beispiel aufpolsternde Algenextrakte. Ein besonders luxuriöser Straffmacher ist ein Serum mit einem Extrakt, der aus Bernstein gewonnen wird (Amber-Extrakt). Extratipp bei Hitzewallungen: Es gibt Körperpuder, der Schweißperlchen aufsaugt wie ein Schwamm.

Richtig cremen Statt klassischer Bodylotion, die nur glättet, lieber eine nehmen, die auch festigend wirkt. Oder gleich zu einer speziellen Busen- und Dekolletécreme greifen, die die zarte Haut am Busen strafft. So soll zum Beispiel das ätherische Öl der Immortelle, eines Korbblütlers, die Bildung von Kollagenfasern ankurbeln beziehungsweise ihren Abbau stoppen. Hübsch sind Perlmuttpartikelchen, die Pigmentflecke optisch wegmogeln und die Haut verführerisch schimmern lassen.

Hautflecken am Dekolleté vorbeugen Gegen Pigmentflecken können Cremes mit natürlichen Aufhellern wie zum Beispiel Maulbeerextrakt, Extrakten aus der Weinranke oder Vitamin C helfen. Sie sollen die Melaninproduktion drosseln, Flecke mildern und die Haut wieder strahlen lassen. Bewährt hat sich auch der Wirkstoff Rucinol, ein synthetisches Molekül, das ebenfalls die Melaninproduktion hemmt. Diese Mittel sind aber nur wirkungsvoll, wenn man sie ein paar Wochen lang regelmäßig aufträgt. Beim Dermatologen können Pigmentflecke per Laser entfernt werden - die Behandlung lassen Sie am besten in den lichtarmen Monaten durchführen. Um den braunen Punkten (Altersflecken) vorzubeugen, unbedingt die Haut mit hohem Lichtschutzfaktor vor den kräftigen Strahlen der Frühjahrssonne schützen. In manchen Dekolletécremes ist bereits ein hoher Lichtschutzfaktor eingebaut.

Sanftes Peeling fürs DekolletéGegen kleine Unreinheiten hilft eine sanfte Abreibung unter der Dusche - zum Beispiel mit einem Babybürstchen oder einem Seidenhandschuh (in Ayurveda-Shops). Praktisch bei robusterer Haut: Peeling-Säckchen aus Sisal, das eine cremige Reinigungsseife aus klärender Tonerde enthält. Auch Olivenkerne oder hauchfein gemahlener Rhyolit (Vulkangestein) rubbeln lose Hornschüppchen leicht herunter. Und Kieselsäure- Gel kann Unklarheiten rasch beseitigen: Pickelchen am besten vorm Schlafengehen damit betupfen (in Apotheken und Reformhäusern).

Zwischendurch trainieren Wenn Sie ab und an den sonst recht wenig benutzten Brustmuskel trainieren, wird der Busen mehr gestützt. Diese Übungen können Sie zwischendurch gut einschieben: 1. Gebetshaltung: vorm Busen die Handflächen zusammendrücken, Unterarme sind waagerecht. Spannung vier bis acht Sekunden halten, entspannen. 12-mal. 2. Tempeltänzerin: Handflächen wieder in Brusthöhe gegeneinander pressen und Unterarme waagerecht halten, Ellbogen abwechselnd nach rechts und links schieben. 6-mal pro Seite. 3. Rückzieher/-stoß: Unterarme vorm Brustkorb kreuzen, die Hände zu Fäusten ballen. Dann die Ellbogen so weit als möglich - aber eng am Körper - zurückstoßen. 12-mal. 4. Wechselspiel: rechten Arm so weit wie möglich (!) nach oben strecken, Hand dabei so abwinkeln, dass die Innenfläche zur Decke zeigt. Dann Arm senken und Übung mit dem linken Arm wiederholen. 6-mal pro Seite.

Texte: Marina Knippel Teaserbild: Bendjy/istockphoto.com
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