Milien, Couperose und Co: So kriegen Sie Hautprobleme in den Griff

Hautprobleme wie Milien und Couperose bilden sich oft im Laufe der Jahre. Hautprobleme wie diese lassen sich korrigieren - häufig einfacher, als man denkt.

Milien Ursache von Milien: Die ein bis zwei Millimeter großen Erhebungen an Wangen, Schläfen und im Augenbereich sind Zysten, angefüllt mit verhornten Hautzellen oder Talg. Hinter Milien (auch "Grieskörner" genannt) kann eine Verhornungsstörung, manchmal eine Talgdrüsenverstopfung stecken.

Selbsthilfe: Milien kann man nicht selbst öffnen.

Im Kosmetikinstitut: Milien werden mit einem Milienstecher oder einer kleinen Lanzette angeritzt und geöffnet, so dass der Talg problemlos entnommen werden kann. Wird häufig im Rahmen einer Reinigungsbehandlung angeboten, anschließend soll eine ausgleichende Maske mit Minzeoder Kamillenextrakt die gerötete Haut wieder beruhigen.

Kosten: ca. 50 bis 70 Euro (einzelne Milien ca. 5 bis 10 Euro)

Beim Hautarzt: Milien im Augenbereich gehören unbedingt in die Hand eines Dermatologen. Das Entfernen der Milien funktioniert dann wie im Kosmetikinstitut.

Kosten: ab 20 Euro

Couperose Ursache von Couperose: Sonne, Hitze, Kälte, Alkohol oder scharfe Gewürze bewirken bei manchen Menschen, dass sich die kleinsten Äderchen im Gesicht nicht mehr richtig zusammenziehen können. Typische Folgen: Apfelbäckchen und eine gerötete Nase. Neben dem Hauttyp (sehr hell) und genetischer Veranlagung spielt auch ein schwaches Bindegewebe eine Rolle. In den Wechseljahren kann sich die Couperose verschlimmern, wenn zum Beispiel durch aufsteigende Hitze die Röte ständig ins Gesicht schießt.

Selbsthilfe: Cremes mit reizlinderndem Thermalwasser, die die Gefäße stärken, beugen vor. Mintgrüne Cremes wirken gleichzeitig kaschierend und beruhigend und schützen zum Teil auch vor UVStrahlen. Praktisch für unterwegs: zart getönte Pflege-Sticks. Rötungen lassen sich auch prima mit grünen Korrekturstiften neutralisieren oder mit Camouflage- Produkten im Hautton wegmogeln. Wichtig: Bei Sonnenbädern den Teint mit extrahohen UV-Filtern schützen und alles meiden, was die Durchblutung ankurbelt: Rubbel-Peelings, Thermo-Masken, Saunagänge, Dampfbäder, Wechselgüsse fürs Gesicht, zu viel Kaffee und Alkohol.

Im Kosmetikinstitut: Um das Gewebe zu entstauen, werden Lymphdrainagen (nach Dr. Vodder) und ableitende Massagen angeboten, bei denen die Kosmetikerin das Gesicht von der Stirn Richtung Hals sanft ausstreicht. So wird ein Wärmestau (aufgrund angekurbelter Durchblutung) vermieden, und der Teint wirkt feiner. Auch eine tief gehende Druckmassage (nach Sobebye) kann das Gewebe entstauen und soll die Gefäße trainieren. Sie wird von medizinisch ausgebildeten Kosmetikerinnen angeboten, die mit Dermatologen zusammenarbeiten.

Kosten: ca. 18 bis 30 Euro (ableitende Massage, Dr. Vodder) bzw. 25 bis 80 Euro (Soebye).

Beim Hautarzt: Dermatologen verschreiben entzündungshemmende Cremes, z. B. mit Metrozinadol oder Acelain-Säure. Bei flächiger Couperose wird die Blitzlampe oder der gepulste Farbstofflaser eingesetzt. Dicke Äderchen lassen sich mit dem lang gepulsten Neodym-YAG-Laser verschweißen. Das soll zwar lange vorhalten, aber es können sich neue Äderchen bilden. Der optimale Zeitpunkt für die Behandlung liegt in den kühlen Jahreszeiten Herbst und Winter.

Kosten: ab ca. 70 Euro (einzelne Gefäße) bis 300 Euro (flächige Behandlung der Wangen).

Kleine Unreinheiten Ursachen: Pickelchen können mit Mischhaut zusammenhängen oder mit Rosacea (typisch: einzelne Pickel im Nasenbereich), aber auch mit Stress. Mitesser können ein Indiz für Erwachsenen-Akne sein, häufig ist eine falsche, zu fetthaltige Pflege der Grund. Auch UVBestrahlung kann die Entstehung von Mitessern fördern.

Selbsthilfe: Pickelpflege für Teenager kann die Haut austrocknen, lieber eine Pflegeserie speziell für Akne bei Erwachsenen benutzen. Stifte, die antibakterielle Wirkstoffe wie Micro-Silber, Zink oder Salicylsäure enthalten, können einzelne Pickelchen austrocknen. Neu: ein Duo aus antibakteriell wirkender Reinigungslotion und 14 transparenten Patches, die einfach direkt auf den Pickel geklebt werden. Auch Mitesser lassen sich mit speziellen Patches lösen, die zehn Minuten auf die T-Zone geklebt werden.

Im Kosmetikinstitut: Mit lauwarmen Kompressen oder Vapozon- Bedampfung wird die Haut durchfeuchtet und nach dem anschließenden Peeling gründlich ausgereinigt. Danach wird eine entzündungshemmende Maske, z. B. mit Ton- oder Heilerde, oder eine beruhigende fettfreie Gel- Maske aufgetragen.

Kosten: ab ca. 60 bis 90 Euro

Beim Hautarzt: Gegen eine ausgeprägte Spät-Akne verschreibt der Arzt meist Cremes mit Wirkstoffen wie Fruchtsäuren, die Verhornungsstörungen lösen, oder mit Retinoiden. Zink-Tabletten helfen gut gegen Entzündungen.

Weitere Infos: www.akneforum.de (Infos und Adressen von Akne-Experten).

Blutschwämmchen Ursache: Die stecknadelkopf- bis erbsengroßen dunkelroten "Rubinflecke" oder "Kirschangiome" bilden sich an Körper, Nase oder Kinn. Grund: ein vermutlich genetisch bedingter Wachstumsreiz der obersten Hautgefäße.

Selbsthilfe: Wasserfeste Camouflage- Creme im Hautton kann sie kaschieren. Creme auftupfen, einklopfen, die Ränder ausblenden und mit Spezialpuder fixieren.

Im Kosmetikinstitut: Hier am besten einmal zeigen lassen, wie man die Camouflage aufträgt und die richtige Nuance mischt.

Weitere Infos: www.arbeitskreis-camouflage.de

Kosten: Abhängig von der Größe der Feuermale.

Beim Hautarzt: Am besten bekommt man Kirschangiome mit dem Farbstofflaser oder dem lang gepulsten Neodym-YAG-Laser weg. Der beste Zeitpunkt dafür ist Herbst und Winter.

Kosten: 20 bis 100 Euro pro Stück.

Mini-Warzen Ursache: Im Unterschied zu Warzen, die durch Viren bedingt sind und sich von allein zurückbilden können, entstehen diese Warzen durch Verdickung der oberen Hautschichten. Neusten Studien zufolge sind sie genetisch bedingt.

Selbsthilfe: An solchen Hautveränderungen sollte man nicht selbst herumdoktern. Manchmal steckt etwas anderes, schlimmstenfalls ein Hautkrebs dahinter, den man selbst nicht erkennt.

Im Kosmetikinstitut: Aus demselben Grund (siehe oben) verweisen seriöse Kosmetikerinnen gleich auf den Dermatologen.

Beim Hautarzt: Steht nach sorgfältiger Untersuchung eindeutig fest, dass es sich um Warzen handelt, werden sie per Kürettage (Auskratzung) entfernt und die Haut anschließend mit einer desinfizierenden Creme behandelt. Solange sie gerötet ist (maximal vier Wochen), sollte man sie nicht der Sonne aussetzen. Kosten: ab ca. 25 bis 50 Euro.

Text: Marina Knippel Fotos: Frank Grimm Produktion: Bénédicte Mohr Haare und Make-up: Amelie Holmberg/Bigoudi
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