Lebenslust macht schön!

Und für den Fall, dass es uns mal nicht so gut geht, hier die Tipps für Körper und Psyche, Pflege und Make-up, die den Tag ein bisschen besser machen.

Wer Schönes denkt, bleibt länger jung. Eine Studie der University of Texas ergab, dass Optimisten viel länger ihre positive Ausstrahlung behalten als Menschen, denen schwere Gedanken durch den Kopf kreisen. Studienleiter Dr. Glenn Ostier glaubt, dass "es eine Verbindung zwischen Denken und Körper gibt". Christoph Bamberger, Leiter des Medizinischen Präventionszentrums an der Universität Hamburg- Eppendorf, vertritt die These: "Anti-Aging ist wie Anti-Geburtstag- Feiern. Wer vor einen natürlichen Prozess ein Anti stellt, schafft keine gute Basis." Guter Grund, zunehmend von "Pro"-Aging zu reden. Eine positive Grundstimmung können wir leicht in unseren Alltag integrieren. Indem wir nicht alles so ernst nehmen. Dabei hat man schnell die Sympathie auf seiner Seite. Eine Anekdote, ein kleiner Gag - Humor lässt uns gleich frischer und jünger erscheinen. Denn beim Lachen gelangt reichlich Sauerstoff ins Blut, Gesichtsmuskeln werden bewegt und Stresshormone abgebaut. Gleichzeitig sollen Endorphine, glücklich stimmende Hormone, ausgeschüttet werden.

Beweglich bleiben ist wichtig. Nicht nur im Kopf, sondern auch körperlich - beim Reden ruhig die Hände benutzen und gestikulieren. Hirnforscher raten darüber hinaus zu einem "lebendigen Hobby". Probieren Sie doch mal einen Trommelkurs, Jonglieren oder Salsatanzen, um die Koordination von Gehirn und Bewegung zu trainieren.

Wer sich Gutes tut, hat eine bessere Ausstrahlung. Wie wär's mit mehr Selbstliebe? Ein nettes Frühstück zu Hause, sich auf dem Weg zur Arbeit im Café einen Cappuccino gönnen. Oder sich einen Strauß Blumen auf den Schreibtisch stellen. Gerade wenn man sonst immer verantwortungsvoll durchs Leben geht, sollte man sich die ein oder andere kleine "Ausschweifung" erlauben. Pasta mit Sahnesoße, Schokolade, das Glas Rotwein - genießen Sie es! Mediziner sprechen dann gern von einer "Work-Life-Balance": Zum Familien- und Berufsalltag ist ein Ausgleich in der Freizeit wichtig, der Spaß bringt und für Entspannung sorgt.

Optimal für die tägliche Balance sind Bewegung und Sportarten, die man mit Freude regelmäßig macht, ganz ohne Leistungsdruck und Stress. "Geeignet sind alle Ausdauersportarten, weil sie ein gutes Herz-Kreislauf-Training sind", sagt Christiane Wilke vom Zentrum für Gesundheit der deutschen Sporthochschule Köln. Radfahren, Joggen, Walken, Aqua-Aerobik, Skilanglauf oder Wandern sind perfekt. Auch Yoga trägt zum besseren Körpergefühl bei, hält ihn geschmeidig, schult die aufrechte Haltung und den Gleichgewichtssinn. Im Sportclub darauf achten, dass der Kurs unter fachlicher Leitung steht und auf individuelle Bedürfnisse eingegangen wird.

Wer seine Gegner kennt, geht leichter durchs Leben. Zu viel Sonne schadet straffer Haut, dicht gefolgt von Nikotin. Beides fördert die vermehrte Bildung zellschädigender freier Radikale, die die Haut vorzeitig altern lassen. Eine amerikanische Studie der Universität Michigan hat zudem herausgefunden, dass die Haut von Rauchern sogar auch dort schneller altert, wo so gut wie nie Tageslicht hinkommt.

Mit gesunder Ernährung, viel Vitamin C und E - sie stecken in frischem Obst und Blattgemüse - kann man den Attacken freier Radikale von innen Paroli bieten.

Wer die Frisur typgerecht stylt, wirkt frischer. Beim Haarefärben lieber keine großen Sprünge machen. Das, was uns die Natur gegeben hat, passt nach wie vor am besten zu uns, im Zweifel lieber eine Nuance heller wählen, sie harmoniert weicher mit dem Hautton. Strähnchen sollten nicht zu kontrastreich sein, sich mit dem Naturton vermuscheln. Wer nur wenig graue Haare abdecken möchte, kann zu Hause auswaschbare Tönungen benutzen (z. B. "Brilliance Tönungscreme" von Schwarzkopf). Damit wird der nachwachsende Ansatz nicht so sichtbar, und das Haar glänzt schön. Selbst Naturhaarfarben decken mittlerweile das Grau auch bei Dunkelbraun- und Blondtönen ganz gut ab (z. B. www.marcbooten.de), außerdem verleihen sie Volumen und pflegen Kopfhaut und Haar. Die passende Frisur dazu ist natürlich typbedingt. Trotzdem gibt es ein paar Regeln: Harte Konturen lassen älter aussehen, besser sind weich fallende Frisuren und Fransenschnitte. Kurzes Haar macht jünger, aktiver und sportlicher, zu kurzes Haar kann wiederum zu streng wirken. Bei langem Haar sorgt ein gescheitelter Pony für ein offenes Gesicht.

Wer sich genüsslich pflegt, wird mit schöner Haut belohnt. Beim Eincremen bekommt sie gleichzeitig verwöhnende Streicheleinheiten. Und weil die Haut im Laufe der Jahre immer trockener wird, sollte die Pflege entsprechend reichhaltig sein. Dem Körper spenden Urea-Cremes Feuchtigkeit (z.B. "Iso-Urea" von La Roche-Posay, "Repair Lotion 10% Urea" von Eucerin, "Trockene Haut Urea 10%" von Eubos/alle in der Apotheke). Bei Reinigungsprodukten im Gesicht statt Schaum und Gel besser reichhaltige Milch oder Creme benutzen. Lotosblätter sollen eine selbstreinigende Kraft besitzen, ein entsprechender Wirkstoff steckt in einer Reinigungsserie (z. B. "Issima Secret de Pureté" von Guerlain). Lassen Sie sich anschließend beim Eincremen ruhig Zeit: Das wirkt wie eine Mini-Massage, durchblutet die Haut und sorgt für Frische.

Nach neuesten Erkenntnissen sollen Mineralstoffe für die Feuchtigkeitsversorgung eine wichtige Rolle spielen, deshalb ist Tagescremes Kalzium beigemischt (z. B. "Age Re-Perfect Pro-Calcium" von L'Oréal Paris) oder gleich ein Cocktail aus Magnesium, B-Phosphor und Kalzium (z. B. "Reminerale" von Biotherm). Wissenschaftlich belegt ist der Anti-Age-Wirkstoff Retinol. In der Haut wird er in Vitamin-A-Säure umgewandelt und reduziert kleine Fältchen und Pigmentflecke. Vorsicht bei empfindlicher Haut, es könnte sie reizen. Für jeden Hauttyp geeignet ist eine Creme mit Radikalfängern aus Weinreben, sie soll Pigmentflecke verhindern und korrigieren (z. B. "Vinoperfect Crème Eclat Anti-Taches IP 15" von Caudalie). Und bitte auch Hals und Dekolleté eincremen. Weil die Haut dort viel dünner ist und weniger Unterhautfettgewebe besitzt, zeigen sich schneller Trockenheitsfältchen.

Wer auf Kleinigkeiten achtet, wirkt insgesamt jünger. Die Hände sind meistens ungeschützt Sonne, Wind und Regen ausgesetzt, deshalb zeigen sich hier zuerst Fältchen oder Pigmentflecke. Auch wenn es manchmal unpraktisch ist: Bei ausgiebigen Putzarbeiten oder dem Abwaschen am besten Gummihandschuhe tragen. Anschließend eincremen (z. B. mit "Thyme Honey Hand Cream" von Korres). Die Nägel sollten nicht zu lang sein und natürlich aussehen. Bei den Lackfarben wirken helle Töne und French Manicure frischer als dunkle Nägel. Unsere Füße werden im Winter gern vernachlässigt. Dabei können sie uns mit weichen Sohlen erfreuen - wenn sie abends einen Klecks Fußcreme abkriegen und über Nacht in Socken stecken. Tipp: Eine Fußpflegerin alle paar Wochen ist gar nicht so teuer. Mittlerweile gibt es in vielen Städten mittagspausentaugliche Salons, in denen man nebenbei die Pizza von gegenüber bestellen kann.

Wer einen klaren Teint möchte, trickst mit Visagisten-Tipps. Es spielt nämlich nicht nur das Make-up eine Rolle. Gut gestylte Augenbrauen verleihen einen jüngeren Touch. Weil die Haut über den Augen mit zunehmendem Alter der Schwerkraft folgt, die Härchen an der unteren Linie sauber auszupfen und den Bogen nach außen hin etwas schmaler stylen, das lässt das Gesicht frischer wirken. Sollte der feine Flaum an der Oberlippe stärker auffallen, entfernt eine Kosmetikerin die Härchen mit Warmwachs, Mutige können es auch zu Hause selbst probieren (z. B. von Halawa). Möglichst am Abend enthaaren, die Haut kann danach gerötet sein.

Beim Make-up gilt die Faustregel: Alles, was staubtrocken oder stark glänzend ist, betont Fältchen. Besser sind Anti-Age-Grundierungen, die mit lichtreflektierenden Pigmenten für ein ebenmäßigeres Hautbild sorgen (z. B. "Repairwear Anti-Aging Makeup SPF 15" von Clinique). Den Farbton lieber ein bisschen heller als zu dunkel wählen und dem Teint anpassen, mit zunehmenden Jahren wird er gelblicher. Schlupflider kaschiert die "Banane": dunklen Lidschatten (z. B. Grau oder Braun) nur am Oberlid, entlang der Lidfalte, auftragen. Sehr gut haften wisch- und wasserfeste Cremelidschatten (z. B. "Perfect Eye Shadow" von Max Factor by Ellen Betrix). Dazu die Wimpern tuschen, das öffnet den Blick. Schmaler und blasser werdende Lippen bekommen mit glossig glänzenden Lippenstiften Farbe und auch etwas mehr Volumen. Farbloser Lipliner definiert die Kontur und hält die Farbe am Platz (z. B. "D'finer D'liner" von Benefit). Beim Lippenstift auf hellere bis satte Rottöne setzen, dunkle Farben verkleinern den Mund und wirken hart. Rouge in zartem Rosé oder Apricot - ohne Glitzerpigmente - macht natürlich-frisch. (Beratung von Profi-Visagisten gibt's z. B. in Mac-Stores.)

Fotos Frank Grimm Text Bettina Koch Produktion Bénédicte Mohr
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