Warum Mineral Make-up der Haut so gut tut

Was als kleiner Trend begann, ist heute für viele eine Beauty-Philosophie: Mineral Make-up. Warum die auf Basis von Mineralien hergestellte Kosmetik so gut zur Haut ist.

Tolle Deckkraft, doch ganz natürlich dabei: Mineral Make-ups als Grundierungen, Lidschatten und Rouge

Was können die neuen Mineral-Make-ups? Die Grundierungen sollen den Teint besonders ebenmäßig machen und dabei ganz natürlich wirken, sehr verträglich sein und vor UV-Strahlung schützen. Glatter wirkt die Haut hauptsächlich durch den Inhaltsstoff Titandioxid: Das fein gemahlene Mikropigment deckt und gibt der Haut einen zarten Schimmer, der kleine Fältchen einfach wegspiegelt. Je öfter und stärker der Make-up-Puder aufgetragen wird, desto gleichmäßiger erscheint der Teint. Im Unterschied zu flüssigen oder cremigen Grundierungen und Kompakt-Make-ups setzen sich die Puderpartikel selbst nach Stunden nicht in den Poren ab.

Dass sich die feinen Pigmente nicht absetzen, ist auch bei der Verwendung von Lidschatten und Rouge ein großer Vorteil. Tipps zur Anwendung eines Mineral-Eyeshadows: Wenn man leuchtende Farbe möchte – feucht aufgetragen verstärken die Mineral-Lidschatten ihre Intensität. Bei Rouge gilt allerdings Sparsamkeit: Pulverförmiges Mineral-Rouge ist sehr konzentriert und sollte daher nur leicht aufgestäubt werden. Das klappt am besten mit einem etwas härteren Puderpinsel. Und auch die Haut profitiert von den mineralischen Texturen: entzündungshemmend wirkende Inhaltsstoffe wie Magnesium und Zinkoxid besänftigen sensible und zu Unreinheiten neigende Haut. Gleichzeitig schützt das Wirkstoff-Duo Zinkoxid und Titandioxid, das ohnehin in vielen UV-Produkten steckt, vor Sonne. Einmal Mineral-Make-up überpinseln entspricht etwa einem Lichtschutzfaktor 4; das ist schon mal eine gute Schutzbasis, allerdings keinesfalls ein zuverlässiger Ersatz für eine Sonnencreme.

Einige Hersteller werben außerdem mit dem Zusatz "talkumfrei". Was hat das zu bedeuten? Talkum, neben Kaolin (weiße Tonerde) ein Puderbasisstoff, besteht aus feinst vermahlenem Gestein, das in Verdacht steht, kleine Fasern zu enthalten, die dem krebserregenden Asbest sehr ähnlich sind. Birgit Huber vom IKW (Industrieverband Körperpflege und Waschmittel) beruhigt: "Es gibt verschiedene Arten von Talkum. Für Pflege- und Schminkprodukte gilt die Kosmetikverordnung. Und die besagt ausdrücklich, dass nur unbedenkliches Talkum zur Verwendung von Kosmetika eingesetzt werden darf."

Wie trägt man Mineral-Make-ups richtig auf?

Schütten Sie etwas Puder in den Deckel, dann den Pinsel einstippen, Überschuss auf dem Handrücken abklopfen. Von der Stirn über die Wangen zum Kinn, von außen zur Gesichtsmitte arbeiten. Ohne viel Druck und in kreisenden Bewegungen, so können sich die Partikel gut auf die Haut legen. Speziell bei den Lidschatten können Sie die Puder auch feucht auftragen oder mit dem Finger, sie decken dann sofort sehr intensiv. Die Concealer-Puder lassen - wie ein flüssiger Concealer - auch Schatten und rote Äderchen verschwinden. Damit die zarte Haut um die Augen nicht so strapaziert wird, die Concealer-Puder ebenso wie die Mineral-Lidschatten in kurzen Streichbewegungen auf die Haut bringen, am besten mit einem festen halbrunden Lidschattenpinsel. Noch ein Tipp: Entweder zwei Pinsel zum Wechseln anschaffen oder den Pinsel regelmäßig mit mildem Shampoo auswaschen und möglichst so an der Luft trocknen lassen, dass das Wasser nicht in den Quast läuft.

Pflege mit Mineralien strafft und bindet Feuchtigkeit...

Sie sind die Basis unserer Gesundheit: Ohne Mineralstoffe würde sich weder unsere Haut erneuern noch der Fettstoffwechsel funktionieren oder eine Wunde heilen. Und wiir müssen ständig für Nachschub von außen sorgen, denn unser Organismus selbst kann keine Mineralstoffe produzieren, zudem nimmt sein Bedarf mit fortschreitendem Alter zu. Mittlerweile reichern auch die Kosmetikfirmen ihre Produkte mit den Schönmachern aus dem Erdreich an, zum Beispiel mit straffendem Magnesium, festigendem Silizium, entzündungshemmendem Zink, feuchtigkeitsbindendem Kalzium oder vitalisierendem Turmalin. Und dabei scheuen die Hersteller keine Mühe, was Suche und Forschung angeht: Giorgio Armani beispielsweise wählte für seine neue Luxuscreme das seltene Lavagestein der italienischen Mittelmeerinsel Pantelleria; der schwarze Obsidian ist reich an Silizium, Eisen und Kalzium - weltweit gibt es nur wenige Vulkane, die das Gestein in dieser Zusammensetzung produzieren.

... und hilft auch bei unreiner und empfindlicher Haut

Während in Deutschland Mineralien erst seit einigen Jahren genau erforscht werden, nutzte man ihre positiven Eigenschaften im Orient bereits vor Jahrhunderten. So wurde z. B. Lavaerde aus dem marokkanischen Atlasgebirge in der Sonne getrocknet, anschließend gemahlen und mit Wasser angemischt auf dem Körper verteilt. Das Tonmineral saugt Schmutz- und Fettpartikel wie ein Löschblatt auf und enthält jede Menge pflegende Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium und Silizium. Heute entdecken viele Frauen dieses Reinigungsritual wieder, denn es ist perfekt für empfindliche Haut: Die Tonerde enthält keine Konservierungs- oder Duftstoffe, wirkt Unreinheiten entgegen und trocknet nicht aus. Einziger Unterschied zu früher: Es gibt sie schon fertig angerührt in der Tube. Für reine Haut: "Rhassoul Mineral Washcreme" von Alva; "Lavaerde Waschcreme" von Logona.

Und mittlerweile stecken die Urgesteine auch in Haarpflegeprodukten: Sie beruhigen die Kopfhaut, bringen das Haar zum Glänzen und sollen in speziellen Lotionen oder Nahrungsergänzungsmitteln sogar sein Wachstum beschleunigen. Zu den wichtigsten Haarschönmachern zählen Kupfer, Zink und Magnesium. Übrigens: Mineralien/Mineralstoffe – wo ist der Unterschied? In der Kosmetik werden die Begriffe Mineralien und Mineralstoffe häufig alternativ verwendet. Streng genommen sind Mineralien nur die festen Bestandteile der Erdkruste. Stecken sie in gelöster Form in Cremes oder werden sie über die Nahrung aufgenommen, spricht man von Mineralstoffen oder Spurenelementen.

Text: Angela Schöneck, Melanie Grimsehl Fotos: iStockphoto, Ray Parker Produktion: Birgit Potzkai Haare und Make-up: Gudrun Müller/Bigoudi

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Melanie Grimsehl
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