"Die Welt ist sexistisch!"

Patricia Arquette könnte für ihre Rolle in "Boyhood" einen Oscar bekommen. Nun findet sie deutliche Worte über die Zustände in Hollywood.

Zwölf Jahre ihres Lebens widmete Patricia Arquette dem Film "Boyhood". Das mit einem Golden Globe ausgezeichnete Drama begleitet einen Jungen auf dem Weg ins Erwachsenenalter - von der Schule bis zum College. Schauspielerin Patricia Arquette spielt die Mutter des Jungen und könnte für ihre Rolle am 22. Februar mit einem Oscar ausgezeichnet werden.

Zwölf Jahre, in denen wir nicht nur dem Jungen Mason (gespielt von Ellar Coltrane) beim Älterwerden zuschauen konnten, sondern auch seinen Filmeltern Patricia Arquette und Ethan Hawke. In einem Interview mit dem britischen Guardian kritisiert Patricia Arquette nun die Haltung Hollywoods gegenüber dem Alter: "Schauspielerinnen stehen unter einem großen Druck, fremd und unrealistisch auszusehen. Du darfst praktisch nicht altern, sondern sollst fortwährend unglaublich attraktiv sein. So funktioniert die Filmwelt." Die junge, unschuldige Schauspielerin habe in Hollywood eine extrem kurze Haltbarkeitsdauer.

Patricia Arquette: "Die Welt ist sexistisch"

Auch die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen, die vor Hollywood nicht Halt macht (erst kürzlich wurde bekannt, dass Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence weniger Gage bekommt als männliche Kollegen für eine vergleichbare Rolle), empört die 46-Jährige. "Frauen in Amerika tun so, als ob es Gleichheit für sie gebe, aber in Wirklichkeit gibt es sie nicht. Die Welt ist sexistisch", so Arquette, die sich selbst als Feministin bezeichnet.

Auch ihrer elfjährigen Tochter möchte Patricia Arquette Selbstbewusstsein und weibliche Stärke mit auf den Weg geben. "Ich sage ihr stets: 'Du bist schön, du bist perfekt, du bist schlau, du bist witzig. Du bist toll und du wirst die richtige Person für dich finden.' Und ich frage sie oft: 'Ziehst du das an, weil es dir selbst gefällt oder weil dir jemand anderes gesagt hat, dass du es tragen sollst?' Meine Vorbilder waren andere. Heute sind es die Kardashians, meine waren Led Zeppelin, Siouxsie and the Banshees und Deborah Harry. Ich fand Frauen cool, für die Aussehen nicht alles war."

Foto: MOLOSHOK/Reuters/Corbis

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