Aroma-Kosmetik: Einatmen und genießen

Aroma-Kosmetik riecht nicht nur himmlisch - sie hat auch eine entscheidende Wirkung auf unsere Hautfunktionen.

Pflanzenstoffe: Aroma-Kosmetik: Einatmen und genießen

Wenn wir einen wohltuenden Duft wahrnehmen, dann riechen wir ihn nicht nur. Wir erleben ihn - am ganzen Körper. Denn kaum, dass zum Beispiel ein zartes Zimt-Molekül die passenden Rezeptoren unserer Riechzellen erreicht hat, werden chemische Informationen darüber in elektrische Impulse übersetzt und an unsere oberste Schaltzentrale, das Gehirn, weitergeleitet. Blitzartig reagiert es und schickt, etwa bei den als "lecker, gut und schön" gespeicherten , Botenstoffe und Wohlfühl- Hormone aus. Dann bewegen sich im Zweifelsfall die Ringmuskeln des Mundes, wir lächeln oder fühlen uns einfach nur gut oder erfrischt, wenn wir Menthol riechen. Weil dieser Duftstoff an dieselbe Rezeptorengruppe andockt, die auch für das Erkennen von Kälte zuständig ist. Das alles ist mittlerweile wissenschaftlich belegt. Selbst über die Haut aufgenommen, haben die winzig kleinen Duftstoffmoleküle den gleichen Einfluss auf unser Körpersystem wie über die Nase eingesogen.

Aroma-Kosmetik: straffende Effekte?

Auch eine Reihe von Kosmetikfirmen interessiert sich für das feine Zusammenspiel von Duft und Wirkung - "Aromachologie" nennt zum Beispiel die Firma Shiseido das. Schon seit gut 20 Jahren führt der japanische Beauty-Konzern dazu verschiedene Testreihen durch. So untersuchte man, unter anderem über Hirnstrom- und Herzfrequenzmessung, welche Aromen einen eher entspannenden Einfluss oder eher anregenden bei den Testerinnen zeigten - bevor der Aromen-Mix in entsprechende Parfüms und Körperprodukte kam: in die "Relaxing"- Linie (Hauptbestandteil Teerosenduft) und die "Energizing"-Linie (mit Sternanis). Auf ganz ähnliche Weise wurde die harmonisierende Rosennote für das so genannte Anti-Stress-Parfüm "Zen" gefunden.

Einen direkten Einfluss auf glatte Haut im Gesicht versprechen die Forscher und Produktentwickler der japanischen Firma Kanebo. Auch dieses Unternehmen ermittelt seit Jahrzehnten auf dem Sektor der Duftforschung und verwendet einen auf sein Entspannungspotenzial getesteten (natürlich!) eigenen Duft mit Komponenten aus Koriander, Kamille und Lavendel. Und auch die Öle und Cremes der Firma Decléor riechen nicht nur gut. Sie haben ebenfalls eine Wirkung auf die Hautfunktionen. In den Labors des französischen Unternehmens beobachteten Forscher an Echthautmodellen, dass zum Beispiel Weihrauch oder Magnolienöl durchaus festigende Effekte haben können.

Aroma-Kosmetik: Für Badewanne und Dusche

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In einem feuchten Milieu kann man Duft besonders gut wahrnehmen. Wenn Sie also am liebsten für eine Weile in duftenden Nebeln abtauchen wollen, ist die Badewanne der ideale Ort dafür und bei einer normalen, nicht zu trockenen Haut Badesalz eine sinnliche Lösung. Durch die Kristallstruktur sind Salze besonders aufnahmefähig und gute Träger für Aromen. Wichtig: nicht zu heiß und zu lange baden und hinterher gut eincremen. Das gilt auch für Bäder mit Salz aus dem Toten Meer, dessen Mineralien- Mix die Hautfunktionen bestens unterstützen kann. Pflege pur sind dagegen Badeöle. Die hauptsächlich pflanzlichen Öle hierin (z. B. Mandel- oder Sojaöl) über nehmen eine Trägerfunktion, sind angereichert mit Duftstoffen und ätherischen Ölen - das macht die Aroma-Essenzen zudem hautverträglicher. Denn einfach nur ins Badewasser geträufelt, können die ätherischen Öle die Haut reizen. Wer allerdings keine Wanne hat oder sehr trockene Haut und trotzdem einen schnellen, leicht duftenden Energieschub möchte, nimmt ein Aromaduschgel mit unter die Brause. Besonders die Naturkosmetikhersteller setzen in diesem Bereich auf milde Waschsubstanzen (Tenside), etwa aus Zucker, um die Haut zu schonen.

Aroma-Kosmetik: Für die Pflege nach dem Bad

Die größte Bandbreite an Aromakosmetik bietet der Bereich der Körperpflege mit Cremes, Ölen und Splashes. Dem Green-Glamour-Trend ist es zu verdanken, dass Firmen mittlerweile auf reichhaltige hautpflegende Pflanzenöle setzen - und auf aromatische Essenzen in Bio-Qualität. Übrigens entfalten sich auf eingecremter Haut Düfte besonders intensiv. Da reicht schon ein minimaler Duft-Anteil in den Hautpflegeserien, um das Aroma zu transportieren. Etwa drei Prozent machen diese Substanzen in Bodycreme aus, in Bodylotion und -öl sind es etwa ein Prozent. Besonders leicht lässt sich Aromakosmetik als Body-Splash erleben, der Mix aus Alkohol, Wasser, Pflegestoffen und bis zu drei Prozent Duft verfliegt fix.

Ätherische Öle: schnelle Wirkung für zwischendurch

Pflanzenstoffe: Aroma-Kosmetik: Einatmen und genießen

Ein Bereich der medizinischen Pflanzenheilkunde, die Aromatherapie, arbeitet ausschließlich mit ätherischen Ölen. Atmet man sie ein oder massiert mit ihnen (z.B. gelöst in Mandelöl) die Haut, können sie die Heilung von Krankheiten unterstützen (wie etwa Thymian bei Bronchialkatarrhen) oder das Ein- und Durchschlafen fördern (z. B. echter Lavendel) und die Stimmung heben (z. B. Grapefruit). Allerdings liegen nur über wenige Öle wie etwa Lavendel- (beruhigend) oder Teebaumöl (antibakteriell) klinische Studien vor, obwohl doch mittlerweile 28 ätherische Öle in das Europäische Arzneibuch (Ph. Eur.) aufgenommen worden sind. Noch ist der komplexe chemische Molekular-Code vieler Öle nicht vollständig geknackt (sie können viele hundert verschiedene Chemikalien enthalten - Alkohole, Ester, Ketone, Phenole und Aldehyde. . . ), doch weiß man z. B., dass stark Ester-haltige Substanzen (wie etwa Muskatellersalbei) beruhigend auf das Nervensystem wirken. Trotz aller Erkenntnisse bei der Anwendung gilt die Aromatherapie vielen Schulmedizinern als Erfahrungsheilkunde. Und "Aromatherapeutin" ist kein geschützter Beruf. Jedoch bietet z. B. der Verein "Forum Essenzia" Auskunft über zertifizierte Aroma- Experten (info@forum-essenzia.org). Aber machen Sie doch selbst einfach mal den Test: Träufeln Sie, je nach Laune, drei bis fünf Tropfen eines ätherischen Öls in eine Aromalampe oder geben einen Tropfen aufs Papiertaschentuch, inhalieren Sie den Duft und lassen Sie ihn in Ruhe auf sich wirken.

Seelentröster- EssenzenMelisse (Melissa officinalis): reiner Balsam für die Nerven! Balanciert bei Unruhe, Schlaflosigkeit, Überlastung aus. Neroli (Citrus aurantium): die Notfall-Tropfen der Aromatherapie. Sofort ausgleichend, leicht stimmungsaufhellend. Vanille (Vanilla planifolia): beruhigend, einhüllend und aufhellend bei leichten depressiven Verstimmungen.

Entspannungs- EssenzenRosengeranie (Pelargonium graveolens): sehr harmonisierend, soll (bei Aufregung) den Herzschlag regulieren können. Muskatellersalbei (Salvia sclarea): Eines der am stärksten entspannenden Öle - bei allen Arten von Stress-Symptomen. Vetiver (Vetiveria zizanoides): riecht sehr krautig, erdig. Wirkt enorm (nerven-)stärkend und aufbauend.

Muntermacher- EssenzenKiefernnadel (Pinus silvestris): Der intensive Waldduft macht wach, richtet seelisch auf. Lorbeer (Laurus nobilis): auch schwach dosiert anregend, stimmungsaufhellend, stärkend. Zitrone (Citrus limonum): erfrischend, kurbelt die Sinne an, wirkt konzentrationsfördernd.

Tipp

Kaufen Sie für Ihre Aromalampe möglichst keine Parfüm- oder Duftöle, sondern nur 100 % naturreine ätherische Öle. Ein weiterer Qualitätshinweis: Auf dem Etikett sind der botanische Name, Herkunftsland und Art der Gewinnung vermerkt - Öl, gewonnen per chemischem Lösungsmittel, kann die Haut reizen. Angebrochen halten sich ätherische Öle mindestens ein Jahr. Ausnahme: Zitrusöle (max. ein Jahr) und Teebaumöl (etwa sechs Monate).

Text: Angela Schöneck Fotos: Ray Parker Produktion: Bénédicte Mohr Teaserbild: loooby/istockphoto.com

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