Was Aromen für mich tun können

Aromen aus Pflanzen können viel. Jasmin hilft beim Einschlafen und Orangen sorgen für gute Laune. Wir haben mal geschnüffelt.

Schließen Sie die Augen. Atmen Sie tief ein. Was riechen Sie? Aromen? Hoffentlich etwas Angenehmes. Vielleicht den Duft von Zimt und Vanille, der an die frischen Waffeln aus Ihrer Kindheit erinnert? Oder einen Hauch Lavendel, der Sie an frische Bettwäsche denken lässt? Oder das tolle Parfüm der Kollegin, das dezente Zitrusnoten verströmt? Was auch immer es ist: Wenn Sie es bewusst wahrnehmen, hat es in Ihrem Gehirn schon längst seine kraftvolle Wirkung entfaltet.

Denn keiner unserer Sinne hat einen so direkten Draht in unser Innerstes. Riechen ist der ursprünglichste, der erste Sinn, über den sogar Einzeller und - unglaublich, aber wahr - Spermien verfügen: Er hilft ihnen, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden.

RoseDie Königin der Blumen duftet nicht nur herrlich - ätherische Öle von der Rose beruhigen auch sensible Haut (z. B. in der Serie "Harmonie Calm" von Decléor)

Wir können mit ein bisschen Übung bis zu 10.000 Düfte unterscheiden, weil sich in unserer Nase Riech- Rezeptoren befinden. Das sind Zellen, die Signale an das Gehirn weiterleiten, wenn ein passendes Duftmolekül auf sie trifft. Wir haben zwar nur 350 verschiedene solcher Rezeptoren in der Nase, doch zum Glück können wir weit mehr als nur 350 Gerüche damit wahrnehmen. Denn unser Gehirn entschlüsselt die Informationen aller angesprochenen Rezeptoren gemeinsam - und so erkennen wir den Rosenduft, frischen Apfelkuchen oder den Fischladen um die Ecke. Schließlich setzt sich schon allein der Duft einer Narzisse aus 900 verschiedenen Duftmolekülen zusammen.

Aromen können weit mehr als nur Erinnerungen wecken: Wissenschaftliche Experimente haben gezeigt, dass eine Mischung aus Orangen- und Lavendelduft die Stimmung verbessert. Menschen, die in Räumen mit Rosenduft schlafen durften, konnten besser lernen. Jasmin- und Hopfenaroma helfen beim Einschlafen.

Aromen machen gute Laune

Doch konzentrierte Pflanzendüfte (wie z. B. in ätherischen Ölen) wirken keineswegs nur über die Nase. Die Duftmoleküle sind so klein, dass sie mühelos in die Haut eindringen und sogar in die Blutbahn gelangen. um versuchen Kosmetikhersteller schon seit einiger Zeit, ätherische Öle in Cremes, Seren und Lotionen einzusetzen: eben nicht nur wegen des guten Geruchs, sondern auch als Ersatz oder Ergänzung zu synthetisch hergestellten Wirkstoffen.

Genaue Untersuchungen, wie die Duftstoffe in der menschlichen Haut wirken, fehlen noch für die meisten dieser Substanzen. Aber es gibt erste Erkenntnisse: Zum Beispiel soll das Duftöl der Rosengeranie die Hautzellen genau so fit machen wie erprobte Anti-Aging-Wirkstoffe aus dem Labor.

Bei der Auswahl gilt aber nach wie vor: immer der Nase nach. Denn wenn eine Creme angenehm duftet, macht sie schon mal gute Laune. Und die lässt uns auf jeden Fall besser aussehen.

Was Aromen für das Gesicht tun können

Cremes, die schönen Duft plus pflanzliche Pflege bieten, sind groß im Kommen. Französische Pflanzenexperten setzen zum Beispiel das ätherische Öl der italienischen Strohblume (Immortelle) ein, das freie Radikale neutralisiert. In Versuchen mit Hautzellen in der Petrischale konnte es außerdem die Produktion von Kollagen steigern, das die Haut straff und elastisch macht. Der Duft der Immortelle ist etwas für Kenner: warm und würzig, mit einer dezenten Currynote.

Z. B. in der Linie "Precious" von L'Occitane, Linie "Excellence" von Decléor

Die Rose

GranatapfelEr ist ein exotischer Schönmacher (z. B. in der Körpermilch "Eau de Paradis" von Biotherm, "Kenzoki Bare Body Night Cream" von Kenzo, "Granatapfel Regenerations- Öl" von Weleda)

Kaum ein Aroma der Natur ist so faszinierend, feminin und blumig-süß wie das der Rose. Es macht Cremes luxuriös und üppig, denn Rosenöl riecht nicht nur toll, es beruhigt auch sensible Haut und hilft ihr, Feuchtigkeit besser zu speichern. Und wer den Rosenduft gern mag, wird das Aroma der Rosengeranie ebenfalls schätzen. Deren ätherisches Öl zeigt zumindest in Labortests mit Haut-Zellkulturen eine so positive Wirkung auf die Hautzellen, dass die Kosmetikmarke Sanoflore es in ihren Produkten sogar als Alternative zu dem klassischen Anti-Aging-Wirkstoff Retinol (Vitamin A) anbietet: Rosengeranie soll die Kollagensynthese anregen sowie die Zellregeneration stimulieren und hat entzündungshemmende Eigenschaften.

Z. B. Serie "Jalë" mit Damaszener-Rose von Tautropfen, "Wildrose Glättende Gesichtspflege" von Weleda, "Rosencreme" von Dr. Hauschka, "Wohltuender Festigkeits-Balsam" mit Rosengeranie von Sanoflore

Frisch-würzig duftet Melissenöl - und kann noch viel mehr: Cremes mit dem ätherischen Öl der Melisse sind laut ersten Tests an Frauen in der Lage, die Faltentiefe nach einem Monat um zehn Prozent zu reduzieren, außerdem macht das Öl die Haut fester und praller.

Z. B. "Crème Élixir Anti-Âge" von Sanoflore

Was Menschen gern riechen, hängt hauptsächlich davon ab, wo sie aufgewachsen sind und mit welchen Aromen sie in ihrer Kindheit umgeben waren. Japanerinnen lieben daher den Geruch von Trockenfisch, Europäerinnen mögen eher Anis. Der einzige Duft, der auf der ganzen Welt gleichermaßen gut ankommt, ist der Geruch fruchtig-süßer Orangen - ein universeller Glücklichmacher, der darum in Cremes rund um den Globus auftaucht. Zitrusaromen, auch die etwas kräftigeren von Zitrone und Grapefruit, machen unbestritten wach und frisch. In Cremes sollen sie zusätzlich regenerierend und entzündungshemmend auf die Haut wirken - damit sind sie die ideale Zutat für das morgendliche Pflegeritual. Zitrusnoten lassen sich gut kombinieren, zum Beispiel mit Kampfer, Muschelingwer oder Sternfrucht, die mit ihren herben Noten ebenfalls echte Wachmacher sind. Wer Earl-Grey-Tee mag, kann seine Haut auch von frischem Bergamotte-Duft wecken lassen, der den Kopf freipusten soll.

Z. B. "Sensai Cellular Performance Wrinkle Repair Collagenergy" mit Zitrusduft, Sternfrucht und Muschelingwer von Kanebo, "Crème Intemporelle Intense" mit Geranie und Kampfer von Kibio, Serie "less=more" mit Bergamotte von Greenland

Was Aromen für die Hände tun können

ZitroneDer frische Geruch ist ein echter Wachmacher - und auf der Haut wirken die Aromen entzündungshemmend (z. B. in "Sensai Cellular Performance Wrinkle Repair Collagenergy" von Kanebo)

Die orangefarbenen Beeren des Sanddorns sind wahre Beauty-Kraftpakete: In ihnen steckt ganz viel Vitamin C, das in der Haut freie Radikale einfängt und sie jung und glatt pflegt. Der fruchtige, an Orangen erinnernde Duft ist genau das Richtige für die kleine Dosis Wellness zwischendurch beim Hände-Eincremen.

Ein Tee aus frisch aufgebrühter Ingwerwurzel ist ein altes Rezept gegen Frösteln - und wer ständig kalte Hände hat, kann eine Handcreme mit wärmendwürzigem Ingweraroma probieren. Mit kräftigen, massierenden Bewegungen aufgetragen, fördert sie die Blutzirkulation in Haut und Fingern und macht die Hände warm und geschmeidig.

Z. B. "Sanddorn-Handcreme" von Weleda, "Handund Nagelbalsam Ingwer-Limette" von Primavera

Was Aromen für den gesamten Körper tun können

Wenn es das große Wellnessritual sein soll, geht nichts über genussvolles Eincremen und Massieren mit einer wunderbar duftenden Bodylotion nach dem Baden oder Duschen. Jetzt ist die Haut aufnahmebereit, und die feucht-warme Luft im Bad transportiert die Duftmoleküle besonders gut.

BasilikumIdeal zu Tomate und Mozzarella und auch in der Kosmetik: Der Duft wirkt ausgleichend und stressmindernd (z. B. im Körperöl "Huile Relax" von Clarins)

Wer ein Faible für frische Kräuter hat, kann damit Haut und Nase verwöhnen: Thymianöl zum Beispiel soll die Durchblutung der Haut ankurbeln, und sein intensiver Duft regt an und macht fit. Oder wie wär's mit Basilikum? Dieser würzig-warme und trotzdem frische Duft wird in der Aromatherapie als ausgleichendes, stressminderndes Mittel eingesetzt, das aber dennoch wach macht. Der perfekte Duft für einen entspannten Start in den Tag.

Z. B. "Baume Velouté Corps" mit Thymian von Kibio, "Crème Corps Veloutée Eau Ressourçante" mit Basilikum von Clarins, Körperöl "Huile de Soin Corps Ki-Relax" mit Basilikum von Kibio, "Ayana Prunkvolle Körperbutter" mit Basilikum von Tautropfen, "Baume Hydratant Tonic" mit Rosmarin von Clarins

Der Klassiker unter den Wellnessdüften ist Lavendel: Einige Duftexperten schreiben ihm wahre Wunderkräfte zu. Tatsächlich wirkt Lavendelöl leicht antibakteriell, und der Duft entspannt wie kein anderer aus der Pflanzenwelt. Patienten, die im Wartezimmer ihres Zahnarztes mit einer Lavendel-Orangen- Mischung beduftet wurden, haben deutlich weniger Angst vor der Behandlung - das haben Wissenschaftler von der Universität Wien herausgefunden. Was so entspannt macht, ist die ideale Zutat für schöne Bodylotions, reichhaltige Body-Butter oder Körpercremes.

Z. B. "Bodylotion Lavender Secrets" mit Mandelöl von Lavera, "Orange Lavender Organic Body Balm" von Dr. Bronner's, "Bodylotion Pyrenees Lavender & Cardamom" von Pangea Organics

Granatapfelkernöl entsteht nicht, wie etwa ätherische Öle, durch Destillation, sondern ist ein durch Pressung gewonnenes fettes Öl. Es duftet nur sehr dezent, hat aber eine tolle Wirkung auf die Haut: Es kann hautschädigende freie Radikale ein fangen und die Erneuerung der Zellen anregen. Aprikosenkernöl gilt schon lange als Geheimtipp bei extrem trockener Haut und duftet angenehm fruchtig. Ein schöner Gute- Nacht-Kuss für die Haut, die sich in Ruhe erholen kann, während wir schlafen.

Z. B. "Granatapfel Regenerations-Öl" von Weleda, Körpercreme "Kenzoki Bare Body Night Cream" mit Granatapfelmilch von Kenzo, Linie "Oil Therapy" mit Aprikose von Biotherm

Was Aromen für die Füße tun können

LavendelDer Klassiker unter den Wellnessdüften: hilft gegen Ängste und beim Einschlafen - und wirkt auf der Haut leicht antibakteriell (z. B. in der "Lavendel Bio-Körpermilch" von L'Occitane)

Ätherisches Rosmarinöl gilt als Energiespender, es wirkt durchblutungsfördernd und entzündungshemmend - also genau das richtige für Beine und Füße, die nach einem langen Tag ein bisschen Erholung brauchen. Nebenbei hält Rosmarin die Füße über Stunden frisch, denn er hat leicht antibakterielle Eigenschaften und macht Konservierungsmittel in Kosmetika fast über flüssig. Wer den Duft von Kiefernwäldern liebt, kann stattdessen auch eine Creme mit dem ätherischen Öl aus den jungen Nadeln der Bergkiefer nehmen. Bergkiefernöl wirkt ebenfalls gegen Bakterien und Pilze und macht die Füße geschmeidig. In Kombination mit Ingwer und Rosmarin fördert es die Durchblutung und erwärmt. Wer in Schuhen schnell feuchte Füße bekommt, kann Fußbäder oder Sprays mit Salbeiblättern ausprobieren, denn Salbei ist in der Kräutermedizin ein bewährtes Mittel gegen Schwitzen, da es die Poren zusammenzieht. Frisch und kühlend wirkt das Aroma der Minze, das auch müde Füße nach einem langen Tag wieder fit macht. Der Pfefferminzduft, der beim Eincremen in die Nase steigt, fördert die Konzentration und macht den Geist aufnahmefähig - toll, wenn zum Beispiel abends noch Kino oder Konzert ansteht.

Z. B. "Fußbalsam wohlig & warm" mit Bergkiefer, Rosmarin und Ingwer von Allgäuer Latschenkiefer, "Rosmarin Beinlotion" und "Rosmarin Fußbalsam" von Dr. Hauschka, "Hornhaut ReduzierCreme" mit Rosmarin von frei, "Salbei-Deodorant" von Weleda

Produktion: Birgit Potzkai Fotos: Oliver Schwarzwald Text: Martina Behm

Wer hier schreibt:

Martina Behm
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