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Von Kopf bis Fuß auf Luxus eingestellt


Plötzlich Prinzessin! Perlen und Seide, Edelstein, Kaschmir und Kaviar - der pure Luxus zieht ins Badezimmer ein, dank edler Pflege aus dem Schönheitslabor

Haar, geschmeidig wie Kaschmir

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Die Cashmere-Ziege lebt im kargen, eisig kalten Hochland Mittelasiens (vom Himalaya bis nach Tibet) auf bis zu 5000 Meter Höhe. Je höher ihr Lebensraum, desto feiner ist der zarte Flaum unter dem Schutzhaar. Der weltweit beste Kaschmir heißt Pashmina und stammt von der Chyangra-Ziege. Nur einmal im Jahr wird jedem Tier das rare Unterhaar sorgsam von Hand ausgekämmt und von jeglichen kräftigen und dunklen Deckhaaren befreit. Das feinste Fell sitzt im Brust- und Nackenbereich. Bei der "Ernte" kommen maximal 400 bis 500 Gramm zusammen, und so gehören Kaschmir und Pashmina zur teuersten Naturfaser der Welt. Kosmetikfirmen setzen sie neuerdings in Haarkuren und Shampoos ein, weil ihre Struktur der des menschlichen Haares sehr ähnlich ist: Kaschmir besteht hauptsächlich aus Keratin, und das ist auch der Hauptbestandteil der Haare. Kaschmir- und Pashmina-Extrakt machen das Haar glänzend weich, stärken von innen und geben ihm so die natürliche Kraft zurück, die es durch Umweltschadstoffe, UV-Strahlung, aggressives Klima oder chemische Behandlungen verloren hat.

Anti-Aging, mit Kaviar garniert

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Aus den kostbaren Fischeiern des Störs, der für die Entnahme übrigens nicht sterben muss, sondern dank eines neuen Verfahrens nur "gemolken" wird, gewinnt man einen Mix aus Spurenelementen, Eiweißen und Vitaminen. Der soll den Zellstoffwechsel und die Mikrozirkulation auf Trab bringen. Was jedoch für die Haut in der kalten Jahreszeit noch wichtiger ist: Kaviar-Extrakt repariert und stärkt die wichtige Immunschutz-Barriere der Haut. Hoch konzentriert in Ampullen verpackt, füllt er Linien auf und sorgt für schnelle Lifting-Effekte. Wenn Sie ein Pflegeprodukt kaufen, sollten Sie allerdings vorher nach dem Preis fragen - hundert Milliliter Kaviarcreme können bis zu 580 Euro kosten.

Straffe Haut, mit Trüffel verfeinert

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Sie sind für jeden Gourmet das absolute Highlight. Wegen ihrer Seltenheit gehören Trüffel allerdings zu den teuersten Lebensmitteln der Welt (je nach Qualität bis zu 3000 Euro pro Kilo). Doch nicht nur auf dem Teller, auch für die Haut sind die Pilze echte Kostbarkeiten. Trüffel-Extrakt ist ein ausgezeichneter Speicher für Phosphor, Kalium, Silizium, die für den Aufbau des Bindegewebes gebraucht werden. Er enthält außerdem eine hohe Konzentration an Zucker, der die Haut weich und geschmeidig macht. Alles zusammen soll die Haut straffen und den natürlichen Hautschutz aktivieren.

Regeneration, geschmückt mit Perlen

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Perlen gelten als die Juwelen des Meeres und werden immer seltener gefunden. Deshalb züchtet man sie in Australien, auf Tahiti, in Japan und neuerdings auch in China. Gerade dort schätzt man den kostbaren Naturstoff schon lange, naturheilkundliche Ärzte setzen pulverisierte Perlen gegen Schlaflosigkeit und zur Entgiftung ein und um den Stoffwechsel anzuregen. Die Beauty-Forschung will mit Perlen-Extrakt nun die Haut länger jung halten. Er wird aus den weit über 200 Schichten gewonnen, die jede Perle umhüllen. Perlen entstehen nämlich dann, wenn Kleinstpartikel in eine Auster eindringen. Um sich gegen die Störenfriede zu wehren, werden sie Schicht um Schicht isoliert - bis zu vier Hüllen pro Tag schafft die Auster. Der fertige Mantel hat eine hohe Wirkstoffkonzentration: Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalzium, Magnesium, Zink, Eisen, Kupfer und Selen, vor allem aber die Grundmasse Conchiolin (bedeutet: "das aus der Muschel gewonnene"), die aus Eiweißbausteinen (Aminosäuren) besteht. Diese Säuren werden in Cremes gesteckt, weil sie auch wichtige Bausteine für die Haut sind: Sie regen den Zellstoffwechsel an, helfen bei der Zellerneuerung und sollen sogar das Bindegewebe stimulieren und kleine Fältchen aufpolstern.

Glatter Teint, schimmernd wie Seide

Die chinesische Kaiserin Si Ling Chi entdeckte schon vor fast 5000 Jahren das Geheimnis der Seide. Bei einem Spaziergang in ihrem Palastgarten beobachtete sie eine Seidenraupe beim Einspinnen, wickelte den Faden ab (für einen Kokon kann er bis zu 800 Meter lang sein) und ließ daraus einen Stoff weben. Viel später, 1936, bemerkte ein Seidenhersteller, dass seine Spinnerinnen besonders zarte Haut hatten, und als er diesen Faden weiterspann, stellte sich heraus, dass Seidenproteine starke Feuchtigkeitsspender und hervorragende Hautpfleger sind. Clever spezialisierte sich der Fabrikant fortan auf die Herstellung von Kosmetik. Heute zählt die ehemalige Feinspinnerei Kanebo zu den größten Kosmetikfirmen der Welt und die Entdeckung des Seidenspezialisten ist längst wissenschaftlich belegt. Wichtigster Beauty-Inhaltsstoff der Seide ist das Seidenfibroin, ein Eiweiß (Protein). Seidenproteine können das 300fache ihres Gewichts an Flüssigkeit binden und sind daher optimale Feuchtigkeitsbinder - ideal für gestresste Winterhaut. In Pflegecremes tanken sie die Haut für viele Stunden auf und stärken dadurch die natürliche Abwehr. Auch in der Haarpflege wird Seide gern verwendet, weil sie Haarrisse kittet und für tollen Glanz sorgt. Ganz neu in der Farbpflege ist die "Liquid Silk Technologie". Direkt vor der Anwendung wird ein Seidenfluid mit der Tönungscreme vermischt. Es enthält in flüssiger Form die beiden wichtigsten Bestandteile, das Seidenfibroin und Sericin (Seidenbast). Sie reparieren strapazierte Haarpartien, geben frische Farbe und super Glanz.

Pflege, hochkarätig wie Edelsteine

Dem grünen Halbedelstein Malachit werden heilende Wirkungen zugesprochen. Schon im alten Ägypten galt er als beliebtes Schönheitsmittel, um Haut und Seele Balance und neue Energie zu schenken. Heute soll Malachitstaub in Cremes Fältchen und Feuchtigkeitsverlust bekämpfen. Und fein gemahlener Turmalin bringt die Haut zum Strahlen. Gold sagt man entzündungshemmende, beruhigende Eigenschaften nach. Außerdem bewirkt der feine 24-karätige Staub eine Lichtreflektion, die wie ein Weichzeichner Fältchen wegmogelt. Den gleichen Verjüngungseffekt hat übrigens auch Diamantstaub.

Fotos: JULIA HOERSCH, iStockphoto Produktion: BIRGIT POTZKAI

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