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Die Schönheit kommt vom Mittelmeer direkt ins eigene Bad


Basilikum, Oliven, Tomaten, Rosmarin – klingt sinnlich, nach Pasta, Rotwein und Urlaub. Doch die Zutaten der Mittelmeer-Küche sind nebenbei auch wirksame Beauty-Helfer

Rings um das Mittelmeer duftet es nach den Aromen von Lavendel bis Rosmarin – die Intensität der Sonne steigert die Konzentration der ätherischen Öle um ein Vielfaches! Ein tiefer Atemzug genügt, schon ist unser Kopf auf Entspannung eingestellt. Doch das Urlaubsgefühl findet jetzt auch einen Weg zu uns nach Hause: In immer mehr Beauty-Produkten für Haut und Haare stecken mediterrane Wirkstoffe. Damit können Sie die schöne Sommerzeit bis in den Herbst retten, und vielleicht sogar noch etwas weiter.

Feige – voller Vitame und Mineralstoffe Die Griechen verehrten mit ihr Dionysos, den Gott des Weins, der Freude und der Fruchtbarkeit, denn seine Abbilder wurden ausschließlich aus Feigenbäumen geschnitzt. Kosmetikfirmen haben mittlerweile entdeckt, dass die Frucht hohe Mengen Vitamin A, B und C, pflegende Zuckerverbindungen (Polysaccharide) und Mineralstoffe enthält. Durch diese Kombination spendet sie jede Menge Feuchtigkeit und ist in immer mehr Produkten für die Haut- und Haarpflege enthalten.

z. B.: Für das Gesicht: "Neroli Cassis Feuchtigkeitsfluid" von Primavera. Für den Körper: "Blu Mediterraneo Italian Resort Reparierendes Gesichts- und Körperkonzentrat" von Acqua di Parma, "Fig Body Butter" von Korres. Für die Haare: "Natural Beauty Farbglanz Intensiv-Kur Rosenöl und Feige" von Garnier.

Basilikum – das duftende, aber sanfte Blatt Früher zogen die Feldarbeiter saubere Kleidung an und wuschen ihre rechte Hand mit Wasser aus drei verschiedenen Quellen, bevor sie die grünen Blättchen ernteten – so wertvoll war ihnen das so genannte Königskraut. Basilikum duftet intensiv und sein Aroma wirkt ausgleichend: ein paar Tropfen des ätherischen Öls auf die Spitzen von Mittel- und Zeigefinger geben und damit sanft die Schläfen massieren, und schon lassen beginnende Kopfschmerzen nach. Als Beauty-Wirkstoff stecken die harmonisierenden Noten in pflegenden Körpercremes. Shampoos und Haarkuren setzen auf die kräftigenden Pflanzenstoffe.

Produkte z. B.: Für den Körper: "Botanical Body Butter" von Crabtree & Evelyn. Für die Haare: "Olivenöl Intensivkur Giardino di Roma" von Medipharma Cosmetics.

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Lavendel – der Duft für die blaue Stunde Sein Duft hatte lange den Ruf, altmodisch zu sein, doch mit dem Retrotrend tauchen Lavendelnoten wieder verstärkt in modernen Parfümkreationen auf. Körper und Seele hat die Pflanze einiges zu bieten. Im Mittelalter glaubte man, dass ihre antibakteriellen Eigenschaften vor Pest und Cholera schützen. Heute steckt das ätherische Öl wegen seiner beruhigenden Wirkung in vielen Gesichtspflegeprodukten, Badezusätzen, Körpercremes oder Massageölen. Einige Tropfen ätherisches Öl auf dem Kopfkissen machen das Einschlafen gleich viel leichter – und sinnlicher.

Produkte z. B.: Für das Gesicht: "Benefiance NutriPerfect Night Cream" von Shiseido. Für Körper/Hände: "Lavendel Entspannungsdusche" von Weleda, "Pureté de Provence Crème Intensive pour les mains" von L'Occitane. Für das Kopfkissen: "Divine Calm Essential Oil" von The Body Shop (ab Ende August). In Parfüms: "Gris Clair" von Serge Lutens.

Weintraube – Wirkstoffe für gesunde Zellen Seit 5000 Jahren werden Trauben in Europa angebaut. Dabei hätte im 19. Jahrhundert die Reblaus beinahe den gesamten Bestand zunichte gemacht – der Import von resistenten Reben aus Amerika, die mit hiesigen Edelreisern bepfropft wurden, verhinderte das. Doppeltes Glück, denn jetzt wurde entdeckt, dass fast jeder Teil der Traube auch Beauty-Talente besitzt: Fruchtwasser, das für frische Düfte verwendet wird. Kerne, in denen ein hoher Gehalt an Procyanidian steckt – ein Pflanzenstoff, dessen zellschützende Wirkung um ein Vielfaches höher ist als Vitamin E. Die zarte Haut, die das ebenfalls antioxidativ wirkende Resveratrol enthält: Dieser Pflanzenstoff verlängert das Leben der Hautzellen und zählt zu den wirksamsten Anti-Age-Wirkstoffen.

Produkte zum Beispiel: Für das Gesicht: "Re-Nutriv Ultimate Youth Creme" von Estée Lauder. Für den Körper: "Dusch- und Badegel Fleur de Vigne" von Caudalie. Für die Haare: "Rotwein Haarshampoo" von San Vino (zu bestellen über www.sanvino.de).

Tomate – mutig gegen Freie Radikale Christoph Kolumbus brachte sie 1498 von seiner Entdeckungsreise nach Europa mit, heute ist kein Salat und kaum eine Pasta ohne Tomate denkbar. Und auch die Kosmetikbranche verzichtet ungern auf das Gemüse: Forscher der Berliner Charité entdeckten bei einer Studie mit 450 Menschen zwischen 40 und 50 Jahren, dass ein hoher Gehalt ihres roten Farbstoffes (Lycopin) unmittelbar mit einem glatten Teint zusammenhängt. Das liegt daran, dass er unsere Zellen vor schädlichen Umwelteinflüssen wie etwa UV-Strahlung, Stress oder Zigarettenrauch schützt. Nach dem Aufkochen, also zum Beispiel in Tomatensoße oder Ketchup, sogar noch intensiver als in frischen Früchten. Ebenfalls gut für unsere Haut ist der hohe Anteil an Selen, einem Spurenelement mit hohen antioxidativen Eigenschaften.

Produkte zum Beispiel: Für das Gesicht: "Crème Haute Exigence Jour" von Clarins, "Lycopene Facial Moisturizing Cream" von Kiehl's. Als Nahrungsergänzung: "Sonnen"-Tabletten von Innèov.

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Oliven – reichhaltige Multitalente Die Griechen rieben die Körper ihrer olympischen Kämpfer mit Olivenöl ein, um den Gegnern den Angriff zu erschweren. Die dickflüssige Konsistenz wird aus den Früchten gewonnen und ist daher eigentlich ein Pflanzensaft. Qualitativ am hochwertigsten ist die Variante "extra vergine": Sie kratzt ein wenig im Hals und schmeckt bitterer als andere Sorten. Der Grund dafür ist der höhere Anteil an Oleuropin, ein extrem wirksames Antioxidans, das nicht nur dafür sorgt, dass ein Olivenbaum bis zu 2000 Jahre alt werden kann – es fördert auch die Produktion der Enzyme, die alte Zellen recyceln und die Hauterneuerung anregen. Zudem ist Oleocanthal enthalten, ein Pflanzenstoff, der Entzündungen hemmt: Wer zum Beispiel feine Härchen über der Oberlippe mit Wachs entfernen möchte, kann anschließend ein paar Tropfen Olivenöl auf der Haut verreiben, dann gibt es keine Pickelchen. In Pflegeprodukten für Haut und Haare kommen neben dem Öl auch Extrakte aus den Kernen und Blättern zum Einsatz.

Produkte zum Beispiel: Für das Gesicht: "Tagescreme mit Olivenöl" von Florena. Für den Körper: "Olive Hand Peeling" von LCN, "Totes Meer Flüssigsalz Bade Elixier Olive & Limette" von Fette. Für die Haare: "Olivenöl Shampoo Giardiono di Roma" von Medipharma Cosmetics, "Olive Fruit Oil Nourishing Conditioner" von Kiehl's, "Natural Beauty Aufbauende Intensiv-Kur Olivenöl und Zitrone" von Garnier.

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Rosmarin – bringt die Durchblutung in Gang Der Name Rosmarin stammt aus dem Lateinischen – angeblich wurden die nadelförmigen Blätter so genannt, weil die Sträucher vor allem an den Mittelmeerküsten wachsen und sich nachts der Tau in ihren Blüten sammelt. Haben Sie ein paar getrocknete Zweige zu Hause? Durch die adstringierende, also zusammenziehende Wirkung der Gerbsäure machen sie die Haut superglatt: Es genügt, 100 Gramm Kräuter mit einem Liter kochendem Wasser zu übergießen und etwa eine halbe Stunde lang darin ziehen zu lassen – fertig ist der Badezusatz. In Duschgels oder Körperlotionen kommt häufig der frische Duft vor. Gleichzeitig regt das ätherische Öl die Durchblutung an, verbessert z. B. die Nährstoffversorgung der Kopfhaut und steckt deshalb auch in vielen Anti-Schuppen-Shampoos. Die Urolsäure fördert zudem die Kollagenproduktion und findet sich in immer mehr straffenden Cremes für Gesicht und Körper.

Produkte zum Beispiel: Für das Gesicht: "Supra Sérum Haute Exigence" von Clarins, "Masque confort à l'hélianthus et au romarin" von Sothys. Für den Körper: "Anti-Cellulite-Öl" von Natuderm Botanics, "Kühlendes CremeGel Ringelblume- Rosmarin" von Kneipp. Für die Haare: "Anti-Schuppen"-Shampoo von Guhl, "Rosmarin Shampoo" von Weleda.

Mandel – wie süße Medizin Ein bisschen Rosenwasser, etwas Zucker, fein gemahlene Mandeln dazu: Aus diesen Zutaten wurde bereits im 16. Jahrhundert Marzipan hergestellt. Allerdings nicht zum Naschen, sondern als stärkendes Arzneimittel, das nur in der Apotheke verkauft wurde. Das milde Öl dagegen wird schon seit der Antike so einsetzt, wie wir es heute kennen: als reichhaltige, feuchtigkeitsspendende Pflege für Haut und Haare. Bei der Pressung bleibt das Mandelmehl zurück, mit dem Naturkosmetikprodukte Schmutzpartikel binden und die Haut besonders schonend reinigen.

Produkte z. B.: Fürs Gesicht: "Gesichtswaschcreme" von Dr. Hauschka. Für den Körper: "Badepuder Milch & Mandel" von Kneipp. Fürs Haar: "Schauma Bio Mandel"-Shampoo von Schwarzkopf.

Fotos: Ray Parker Produktion: Brigit Potzkai Text: Melanie Grimsehl

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