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Brustkrebs-Therapie: Die Chance auf Heilung steigt


Jede zehnte Frau in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Für sie gibt es gute Narichten: Die Brustkrebs-Therapie wird immer individueller und gezielter, die Chancen auf Heilung steigen ständig.
Brustkrebs-Therapie: Die Chance auf Heilung steigt
© AIMSTOCK7istockphoto.com

Die Chancen auf Heilung steigen ständig. Wichtig ist jedoch, dass die Ärzte sich bei der Behandlung wirklich an die von den medizinischen Fachgesellschaften aufgestellten Leitlinien halten. Je enger sie dies tun, desto besser ist das Ergebnis. Das hat kürzlich das Forschungsprojekt Brenda unter Leitung von Professor Rolf Kreienberg, Universitätsfrauenklinik Ulm, gezeigt. 80 Prozent der Betroffenen sind dann nach fünf Jahren noch ohne Rückfall.

Brustzentren

Gerade ist eine aktualisierte Leitlinie zur Brustkrebs-Therapie veröffentlicht worden. Frauen, die sichergehen möchten, dass sie danach behandelt werden, sollten sich an eines der 258 zertifizierten Brustzentren wenden (Adressen unter www.krebsgesellschaft.de).

Strahlentherapie während der OP

Bei einem Rückfall sitzt der neue Tumor in 90 Prozent aller Fälle genau dort, wo der erste entfernt wurde. Deshalb bestrahlen die Ärzte neuerdings schon während der Operation mit sehr hoher Dosis genau diese Stelle in der Wundhöhle. Studienergebnisse sind erfolgversprechend, internationale Ergebnisse zu diesem IORT-Verfahren (= intraoperative Radiotherapie) liegen vor. Die Kassen übernehmen aber bereits jetzt die Kosten dafür. Vorteil für die Patientin: Die anschließende Strahlentherapie verkürzt sich um ein bis zwei Wochen.

Gezielte Therapie

Wichtigster Trend bei der Behandlung von Brustkrebs ist die individualisierte und gezielte Therapie: "targeted therapy". Voraussetzung dafür ist eine exakte Charakterisierung des Tumors (Größe, Wachstums- und Hormonrezeptoren) und die Erfassung aller Risikofaktoren (z. B. Befall der Lymphknoten). Danach können die Ärzte für jede Frau die besten Methoden auswählen.

Statt einer klassischen Chemotherapie werden dabei zunehmend neue Medikamente eingesetzt, die direkt den Stoffwechsel der Krebszellen stören oder die Bildung von Blutgefäßen im Tumor hemmen. Beispiel: der Wirkstoff Trastuzumab gegen Tumoren, die einen so genannten HER2-Rezeptor aufweisen. Um besser voraussagen zu können, welche Therapie jeweils am wirksamsten ist, entwickeln Forscher jetzt neue diagnostische Tests und Biochips, die die Eigenschaften der Tumorzellen bestimmen. Infos zur Teilnahme an klinischen Studien unter www.brustkrebs-studien.de

Hilfe für die Seele

In den Brustzentren gibt es speziell aus gebildete Pflegekräfte, "Breast Care Nurses", und psychosoziale Betreuung, um diese schwierige Lebenssituation zu bewältigen. Ein Kompetenztraining für alle, die sich für Brustkrebs-Patientinnen engagieren, bietet Kombra Netzwerk e. V., Tel. 040/720 54 91 an. Adressen dieser Expertinnen unter www.kombra.org .

Sport

Die Nebenwirkungen einer Chemotherapie kann Bewegung verringern. Frauen, die moderat trainieren, senken ihr Rückfallrisiko und verbessern ihre Lebensqualität. Sport sollte deshalb einen festen Platz in der Behandlung von Krebserkrankungen einnehmen, betonen Experten wie Professor Marion Kiechle, Direktorin der Münchener Frauenklinik am Klinikum Rechts der Isar.

Risiko Lymphödem

Körperliche Aktivität erhöht nicht die Gefahr, ein Lymphödem zu entwickeln. Wichtiger, als den Arm zu schonen, ist es, erste Anzeichen wie ein Schweregefühl oder eine Schwellung sofort zu behandeln. Infos dazu gibt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) unter www.gesundheitsinformation.de

Mehr Infos und Unterstützung zur Therapie bei Brustkrebs

Frauenselbsthilfe nach Krebs e. V. Tel. 02 28/338 89-400 www.frauenselbsthilfe.de

Deutsche Krebshilfe e. V. Beratungsdienst-Tel. 02 28/729 90 95 (Mo. bis Fr. 8 bis 17 Uhr) www.krebshilfe.de

Der Krebs-Kompass Informationen gegen den Krebs www.krebs-kompass.org

KOMEN Deutschland e.V. Verein für die Heilung von Brustkrebs www.komen.de

Eine umfangreiche Liste mit Büchern, Ratgebern und Internetadressen unter: www.frauen-nach-krebs-meppen.deStichwort: "Gut informiert sein".

Text: Monika Murphy-WittFoto: Getty Images

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