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Testament schreiben: Das musst du beachten

Testament schreiben: Frau schreibt
© kangwan nirach / Shutterstock
Ein Testament regelt im Falle deines Ablebens deinen Nachlass und bestimmt, was mit deinem Vermögen passiert. Du kannst entscheiden, wer wie viel und was im Falle eines Todes erbt. Beim Testament schreiben gibt es jedoch einige Dinge zu beachten, damit es rechtsgültig anerkannt wird. Denn beim Testament verfassen passieren leider häufig Fehler, die es unwirksam machen können. Wenn du jedoch auf diese 5 Dinge beim Schreiben deines Testaments achtest, steht deinem letzten Willen nichts mehr im Weg.

Testament schreiben: 5 Dinge sind zu beachten

1. Du musst als testierfähig gelten

Wer sein Testament aufsetzt, sollte noch im Besitz seiner geistigen Kräfte sein und als geschäftsfähig gelten. Solltest du beispielsweise aufgrund bestimmter psychischer Gegebenheiten nicht imstande sein, die Bedeutung des Testaments nachzuvollziehen, mangelt es an der Testierfähigkeit. Ab wann eine Geschäftsunfähigkeit besteht, ist häufig ein Streitfall. Eine juristische Hilfe sollte in unklaren Situation in Anspruch genommen werden.

Falls du bereits betreut wirst, z. B. in Altersheim oder Tagespflege, bist du trotzdem noch nicht gleich geschäftsunfähig. In diesem Fall muss lediglich der Betreuer zustimmen, wenn du dein Testament schreiben möchtest. Jedoch endet die Testierfähigkeit, wenn beispielsweise eine Demenzerkrankung vorliegen sollte.

2. Du kannst alles ins Testament schreiben

Du kannst in deinem Testament jede beliebige Person als Erben benennen und auch eine bestimmte Erbfolge festsetzen. An sich muss die Person nicht einmal namentlich benannt werden. Trotzdem sollte hervorgehen, wer genau gemeint ist, damit Zweifel ausgeschlossen werden können. Es sollten keine schwammigen Formulierungen getroffen werden, wie “mein Lebensgefährte oder Tochter soll mein Vermögen erben”. Es sollte ausdrücklich formuliert sein, dass deine Tochter nur erben soll, falls dein Lebensgefährte bereits vor dir verstorben ist. Trotzdem besteht immer die Möglichkeit, dass jemand vorab seinen Pflichtteil einfordert. Diese Formulierung legt dann die bestimmte Erbfolge fest. Durch die Genauigkeit ist gewährleistet, dass das Testament richtig formuliert ist.

3. Das Testament handschriftlich und eigenständig verfassen

Es kommt leider häufig vor, dass Testamente nicht gültig sind, da sie von einer Drittperson oder mit dem Computer geschrieben wurden. Es ist wichtig, dass du dein Testament eigenhändig und vor allem handschriftlich verfasst. Du kannst dir selbstverständlich helfen lassen und auch Vorlagen benutzen. Diese müssen jedoch handschriftlich auf ein Papier geschrieben werden. Bei entsprechenden Online-Anbietern kannst du einfach dein eigenes Testament erstellen, ausdrucken und anschließend von Hand übertragen. Es ist auch wichtig, dass die Handschrift gut lesbar ist und nicht schwer zu entziffern. Es dürfen keine Inhalte des Testaments interpretiert werden. Dein Ehepartner oder eine andere Person kann dir auch helfen, dein Testament zu schreiben. Jedoch muss das Geschriebene vor dir aufs Papier gebracht werden, nicht von deiner Schreibunterstützung.

Wirklich das vollständige Testament muss handschriftlich verfasst sein, wenn es ohne notarielle Beglaubigung wirksam sein soll. Dementsprechend schreibst du eine Testamentvorlage besser ab. Auch darfst du deinen letzten Willen nicht auf Tonband sprechen oder eine Videonachricht aufnehmen. Dies macht das Testament formell unwirksam. Ist deine Handschrift schwer zu entziffern, ist es ratsam, einen Notar zum Schreiben deines letzten Willens hinzuzuziehen. Dieser kann das Testament schreiben oder ein mit Computer oder Schreibmaschine geschriebenes beglaubigen. Auf Wunsch kommt ein Notar auch ins Krankenhaus oder Pflegeheim, um beim Schreiben des Testaments zu unterstützen.

Übrigens: Gibt es ein gemeinschaftliches Testament, das Eheleute zusammenschreiben, reicht es, wenn ein Ehepartner das Testament handschriftlich verfasst. Der andere Ehepartner muss lediglich unter die erste Unterschrift handschriftlich den Satz “Dies ist auch mein letzter Wille” schreiben. Der Satz muss auch wieder mit Datum, Ort und Namen eigenständig unterschrieben werden. Damit besitzt das Testament für beide Eheleute Gültigkeit.

4. Auf die richtigen Formalitäten achten

Das Testament sollte eindeutig benannt sein mit “Mein Testament” oder auch “Mein letzter Wille”. Mit diesen Bezeichnungen ist das Schriftstück unmissverständlich als letzter Wille erkennbar. Auch sollten Ort, Datum und die Unterschrift nicht fehlen. Unterschreibe das Testament auf der letzten Seite eigenhändig mit Ort, Datum und deinem Namen. Vor allem das Datum ist wichtig, da es anzeigt, wann das Testament verfasst wurde. Dies kann vor allem wichtig sein, wenn ein vermeintlicher Erbe später deine Geschäftsfähigkeit infrage stellt oder du im Lauf der Zeit mehrere Testamente erstellst. Gültigkeit besitzt dabei immer das jüngste Testament.

Umfasst dein Testament mehrere Seiten, nummeriere sie durch.

5. Unterschrift ist das A und O beim Testament schreiben

Wie bereits erwähnt gehört die Unterschrift zu den wichtigsten Formalitäten, damit dein verfasstes Testament gültig ist. Achte darauf, dass deine Unterschrift dem Schriftzug entspricht, den du normalerweise immer verwendest. Falls deine Handschrift aus gesundheitlichen oder altersbedingten Gründen ungewöhnlich oder unleserlich scheint, gehe lieber zum Notar oder nimm einen Zeugen hinzu. Dieser kann deine Unterschrift und damit die Gültigkeit des Testaments bezeugen. Deine Unterschrift sollte auch immer unter dem Text stehen, da du mit ihr bestätigst, den vorangegangen Text eigenständig geschrieben zu haben. Es ist auch wichtig, mit dem eigenen Namen das Testament abzuschließen und auf Formulierungen “Eure Mama, Papa oder Oma” zu verzichten.

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